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Mai-Steuerschätzung: Das Konjunkturprogramm muss erste Priorität haben
Pressemitteilung /2009 Nr. 055/2009Kiel, den 19.05.2009Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383Mai-Steuerschätzung:Das Konjunkturprogramm muss erste Priorität habenZur heute veröffentlichten regionalisierten Steuerschätzung für das Landund die Kommunen in Schleswig-Holstein, wonach das Land 2009 482Millionen und 2010 953 Millionen Euro weniger als geplant in der Kassehaben wird, erklärt die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk:„Jetzt ist die internationale Krisenwelle über Schleswig-Holstein zusam-mengebrochen. Die Daten der Steuerschätzer sind so katastrophal wieerwartet und noch schlimmer. Wir haben volles Verständnis dafür, dassder Finanzminister in dieser Situation erst einmal die Schatulle dichthältund eine Haushaltssperre verhängt. Allerdings schafft dieses für vieleZuschussempfänger im Land eine große Unsicherheit. Deshalb ist es rich-tig, dass das Parlament im Juni das Heft in die Hand bekommt und einenNachtragshaushalt verabschiedet, der für Planungssicherheit sorgen kann. 2Angesichts dieser Horror-Zahlen werden heute die Vorschläge wohlfeilsein, möglichst schnell und viel zu sparen. Sich aus der Wirtschaftskriseheraussparen zu wollen, wäre aber der Versuch, einen Herzinfarkt durchdie Amputation eines Armes zu behandelt. Dadurch wird derGesamtorganismus nur noch mehr geschwächt. Deshalb müssen wirdaran festhalten, dass die Politik starke Impulse geben muss, damit derWirtschaftskreislauf wieder rund läuft.Besonders katastrophal ist es vor diesem Hintergrund, dass dieFinanzierung des Konjunkturprogramms kurz vor dem Zusammenbruchsteht, weil die Kommunen mit 1,5 Milliarden Mindereinnahmen in dennächsten drei Jahren vielfach nicht mehr die Kofinanzierung für dieProjekte aufbringen können. Hier müssen das Land und die Kommunenschnell einen Ausweg finden. Die Durchführung des Konjunktur-programms muss erste Priorität haben, denn sie ist alternativlos, wenn dienächste Steuerschätzung nicht noch schlimmer ausfallen soll.Letztlich sind die katastrophalen Finanzen des Landes natürlich nicht nurein Ergebnis des Konjunktureinbruchs. Die Große Koalition hat die letztenvier Jahre im Koma gelegen, wenn es darum ging, die Verwaltung modernzu organisieren, Aufgaben neu zu verteilen und Personalkosten zureduzieren. Wir brauchen endlich eine durchdachte Reform des Landes, diedie Landesausgaben massiv senkt. Diese Aufgabe wird diese schwächelndeKoalition des kleinsten gemeinsamen Nenners aber nicht mehr bewältigenkönnen, daran wird auch der Nachtragshaushalt im Juli nichtsWesentliches ändern. Insofern werden die strukturellen Probleme diesesLandeshaushalts erst nach einer Landtagswahl gelöst werden können. Jeeher, desto besser.“