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Anke Spoorendonk zu TOP 32 - Neuordnung und Konsolidierung des Landesbankensektors
Presseinformation Kiel, den 17. Juni 2009 Es gilt das gesprochene WortAnke Spoorendonk TOP 32 Neuordnung und Konsolidierung des Landesbankensektors Drs. 16/2714Keiner glaubt mehr daran, dass die Landesbanken so weiter existieren werden, wie es sie bishergibt. Da ist es nur gut, dass sich der Bund und die betroffenen Ministerpräsidentengrundsätzlich auf eine Neuordnung des Landesbankensektors einigen konnten. Bis Ende 2010soll ein Umbau der Landesbankenstrukturen mit Schwerpunkten und effizienteren Strukturengeschehen. Außerdem bekommen die Landesbanken vom Bund die Möglichkeit, ihre faulenWertpapiere und nicht-strategischen Geschäftsfelder in eine Abbaubank auszulagern und sodie eigenen Bilanzen zu bereinigen.Aus Sicht des SSW heißt dies: Es müssen konkrete Vorstellungen her, wie es mit der HSHNordbank weitergehen soll, ohne dass das Land weiteren Schaden davonträgt. Von derLandesregierung erwarten wir vor diesem Hintergrund, dass eine Lehre aus der bisherigenkatastrophalen Informationspolitik gezogen und das Parlament an weiterenEntscheidungsprozessen beteiligt wird. Die Zeit drängt, denn laut Medienberichten drohen derHSH Nordbank weitere enorme Abschreibungen. 2Mit der Neuordnung des Landesbankensektors kommen also neue Richtungsentscheidungenauf uns zu. Die HSH Nordbank hat die Chance, mit anderen Landesbanken zu fusionieren undunterschiedliche Kompetenzfelder und auch nicht-strategische Geschäftsfelder zu erhalten.Besonders für den Standort Kiel birgt eine Fusion die Möglichkeit, sich auf dieSchiffsfinanzierung zu konzentrieren und so auch in Zukunft Arbeitsplätze in der Region zuerhalten. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass es für die Restrukturierung der HSH einerealistische Grundlage gibt, und genau dies ist weiterhin der springende Punkt. Wenn also derehemalige Wirtschaftsminister Marnette dem NDR Info-Radio gegenüber hervorhebt, dass dietatsächlichen Risiken aus den Bereichen Shipping und Kreditersatzgeschäft bisher nicht sehrrealitätsnah beschrieben worden sind, dann gibt das, um es milde zu formulieren, schon zudenken. Daher fordert der SSW, dass der Erhalt des Bankenstandortes Kiel bei derNeuausrichtung der Landesbankenstruktur für die Landesregierung unabdingbar ist.Die alles entscheidende Frage wird aber die Ausgestaltung der geplanten Bad Bank für dieLandesbanken und - damit einhergehend - die Inanspruchnahme der Bad Bank des Bundesdurch die HSH Nordbank sein. Dass der Kabinettsvorschlag der Bundesregierung vomBundestag nicht sang- und klanglos übernommen wird, dürfte dabei jedem klar sein. Krachscheint vorprogrammiert zu sein, nicht zuletzt, weil schon jetzt die Sparkassen und dieKommunen scharfe Kritik an der Gesetzesvorlage der Bundesregierung geäußert haben.Hinzu kommt, dass immer noch nicht klar erkennbar ist, wie eine HSH-eigene Bad Bank imEinzelnen funktionieren soll. Die Arbeit daran scheint in vollem Gange zu sein – zumal diePläne der Bundesregierung ja noch nicht vom Bundesgesetzgeber beschlossen worden sind.Wie unbefriedigend die Situation ist, wird aber auch daran deutlich, dass immer noch unklarist, was die Landesbanken konkret in eine bundesweite Abbaubank ausgliedern dürfen undwas nicht. Unsere Forderung lautet daher, dass eine HSH-eigene Bad Bank auch auf einekünftige Bad Bank auf Bundesebene ausgerichtet sein muss. Alles andere würde nun wirklichkeinen Sinn machen! 3Dabei dürfen wir eines nicht aus dem Auge verlieren: Ganz egal, ob die HSH Nordbank die BadBank des Bundes oder eine eigene Abbau-Bank favorisiert, müssen die Alteigentümer fürweitere Verluste von ausgelagerten Papieren und Geschäftsfeldern aufkommen. Schleswig-Holstein hat der HSH bereits Garantien von über 10 Milliarden Euro gegeben. So oder so ist alsojetzt schon klar, wenn es mit der HSH Nordbank weiter den Bach runtergeht, müssen dieSteuerzahler dafür aufkommen, und dann heißt es: Na gute Nacht Schleswig-Holstein!Die Krise der Landesbanken ist viel älter als die Finanzkrise und die Probleme der Landesbankensind viel größer, als dass die Länder diese alleine lösen können. Für Schleswig-Holstein muss esalso einzig und allein darum gehen, mit einem vernünftigen Krisenmanagement diekatastrophale Schieflage der HSH Nordbank zu beenden und das Land vor weiterem Schadenzu bewahren. Mit den derzeitigen Bedingungen der Bad Bank des Bundes ist den Landesbankenund auch den Sparkassen daher überhaupt nicht geholfen. Für den SSW sage ich, dass es nichtsein kann, dass der Bund - zum Beispiel bei den Haftungsfragen - private Geschäftsbankenbesser behandelt als die Landesbanken. Wir brauchen eine Gleichbehandlung der Institute underwarten von der Landesregierung, dass sie sich dafür einsetzt.Die Landesregierung muss endlich im Sinne des Landes auf Bundesebene aktiv werden unddafür sorgen, dass keine weiteren Verluste auf uns zukommen und möglichst vieleArbeitsplätze in Schleswig-Holstein erhalten bleiben. Diese Ziele muss auch Herr Koppervertreten, den unser Ministerpräsident doch extra im Alleingang als Aufsichtsratsvorsitzendender HSH gewinnen konnte. Auch mit Herrn Kopper im Aufsichtsrat kann es nicht darum gehen,dass so getan wird, als gäbe es die politische Verantwortung nicht mehr. - Und auch die HerrnFinanzminister Wiegard und Freytag dürfen sich jetzt nicht aus ihrer Verantwortung stehlen!Schleswig-Holstein und Hamburg besitzen gemeinsam über 85% der HSH Nordbank; dabrauchen wir im Aufsichtsrat auch Politiker, die dem Parlament gegenüber Rede und Antwortstehen.