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Lars Harms zu TOP 22 - Ladenöffnungszeiten in der Kieler Innenstadt
PresseinformationKiel, den 17. Juni 2009 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 22 Ladenöffnungszeiten in der Kieler Innenstadt an ausgewählten Sonntagen Drs. 16/2671Eine flexible Handhabung im Umgang mit Ladenöffnungszeiten kann aus Sicht des SSW dazubeitragen, die wirtschaftliche Situation – gerade in Bezug auf die lahmende Binnenkonjunktur –zu verbessern. Wir müssen dort Anreize für Konsum schaffen, wo die Nachfrage besteht.Mit der Liberalisierung des Ladenschlusses hat der Landtag seinerzeit eine solche Möglichkeitgeschaffen.Nun ist in Kiel ein Streit darüber entbrannt, wie im Innenstadtbereich mit denLadenöffnungszeiten speziell an Sonntagen umgegangen werden soll. Die Stadt Kiel hat sich imLaufe der letzten Jahre zu einem beliebten Anlaufpunkt insbesondere für Kreuzfahrtschiffegemausert. Allein die Kreuzfahrtschiffe brachten an den Sonntagen im letzten Jahr rund 54.000Besucher nach Kiel – die täglichen Fährverbindungen nach Skandinavien dabei nichtmitgerechnet.Dass hinter solchen Zahlen ein enormes Kaufpotential steht, ist klar, denn wir wissen, im Urlaubsitzt das Portmonee immer etwas lockerer. Ein Gutachten hat hierzu ermittelt, dass einFährpassagier rund 50 Euro und ein Kreuzfahrer rund 70 Euro in Kiels Mitte lässt. Damit hat Kiel 2ein Potential an Kunden, die so manch anderer Ort in Schleswig-Holstein, der unter dieBäderregelung fällt, nicht hat. Und dann ist es aus Sicht des SSW nur nachvollziehbar, wenn derWunsch besteht, Regelungen für Kiels Innenstadt zu finden, die es ermöglichen, diese Kundenzufrieden zu stellen. Denn darum geht es auch, denn nichts ist langweiliger, als eine Stadtanzusteuern, die mir in der kurzen Zeit in der ich dort verweile, keine Einkaufmöglichkeiten zubieten hat. Im Übrigen sind hier noch nicht Tagesgäste mitgezählt, die als normale Schleswig-Holstein-Touristen auch und gerade die Landeshauptstadt an einem Sonntag besuchen. Rechnetman diese hinzu, wird der Effekt noch einmal größer.Daher sollte das Interesse entsprechend sein, hier für die Kieler Innenstadt eine vernünftigeLösung zu finden. Aber wie wir wissen, hat sich die IHK zu Kiel zu diesem Thema bereitsablehnend geäußert. Mit der Begründung, dass Sonntagsöffnungen mit erheblichen Mehrkostenfür die Händler verbunden sind und dass das Umsatzpotential nicht ausreiche. Hier muss ichdeutlich sagen, dass mich eine derartige Äußerung doch verwundert. Ich kann zwarnachvollziehen, dass nicht alle Geschäfte von diesem Kuchen profitieren können, aberletztendlich, sollte man es doch den Geschäftsinhabern selbst überlassen, ob sie das Angebotwahrnehmen wollen oder nicht. So viel Selbstständigkeit sollte die IHK ihren Mitgliedernzugestehen.Um noch einmal auf die Bäderregelung zurück zu kommen. Hierzu haben wir in der Debatte zumLadenöffnungsschutzgesetz darauf hingewiesen, dass sich die Bäderregelung nur auf denUrlaubstourismus bezieht. Das heißt, dass nur Regionen mit einer starken Ferienvermietung vondieser Regelung profitieren. Hier sollte das Gesetz dahingehend überprüft werden, dass auchRegionen mit einem ausgeprägten Tages-, Ausflugs- und Geschäftstourismus durchaus Bedarfhaben, ihren Gästen erweiterte Einkaufmöglichkeiten zu bieten. Leider fand dieser Aspekt desSSW seinerzeit keine Mehrheit. Die Bäderregelung scheint nun für die Innenstadt Kiel zu einemDilemma zu werden, da sich die Kritiker der Ausweitung eben auf genau diesen Aspekt derBäderregelung beziehen. 3In Kiel hat es heftige Debatten bezüglich des Sonntagsschutzes gegeben. Die geltende Lösungwurde im Einvernehmen mit Kirchen und Gewerkschaften getroffen. Aber ich denke, dass manim Sinne der Stadt Kiel - als größter Kreuzfahrthafen Deutschlands - diese Lösung aufs Neueüberdenken sollte. Eine tote Innenstadt am Sonntag ist nicht gerade werbewirksam für denKreuzfahrtstandort Kiel. Die bisherige Lösung ist nicht ausreichend, daher muss die Möglichkeitder Anpassung an die Wirklichkeit endlich genutzt werden. In Zeiten der wirtschaftlichen Krisekönnen wir uns nicht erlauben, auf diese Einnahmemöglichkeiten für Kiel zu verzichten.