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Anke Spoorendonk zu TOP 27 - Situation im Danfoss-Werk in Flensburg
PresseinformationKiel, den 17. Juni 2009 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 27 Danfoss- Situation im Danfoss-Werk in Flensburg 16/2705 Drs. 16/2705Die Nachricht, dass das Traditionsunternehmen Danfoss sein Kompressorenwerk in Flensburgkomplett schließen will und 450 Arbeitnehmer innerhalb von neun bis zwölf Monaten ohneArbeit dastehen, schlug ein wie eine Bombe.Die erste Reaktion der Landesregierung in Person von Wirtschaftsminister Dr. Biel, der extra nachFlensburg gekommen war und sich vor Ort mit der Geschäftsführung unterhielt, wirkte vordiesem Hintergrund völlig dilettantisch. Seine Aussagen wie „die Geschäftsführung hat klug undbesonnen gehandelt“ oder „da ist nicht mehr viel zu machen“ zeugten davon, dass er vonpolitischem Fingerspitzengefühl wenig Ahnung hat: Kein Wort über die Situation derBetroffenen, kein Gespräch mit dem Betriebsrat. Die rein wirtschaftlichen Erwägungen aus Sichtder Geschäftsführung waren maßgebend für den Minister.So, Herr Minister Biel, betreibt man kein politisches Krisenmanagement. Und nicht zu Unrechthat Ihr Verhalten für Verärgerung in der Belegschaft und in der Region geführt. 2Dass die Landesregierung mittlerweile die Lage erkannt hat, zeigt der Besuch von MinisterDöring bei Danfoss – auf Einladung der Betriebsräte und der IG Metall füge ich hinzu. AlsErgebnis dieser Gespräche steht im Raum, dass sich die Geschäftsleitung nun doch nicht derForderung nach Kurzarbeit verschließt.Auch wenn die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind, war dies ein Signal dafür, dass dieSituation doch nicht so ausweglos ist wie sie von Minister Biel zu Beginn geschildert wurde. DerBesuch von Arbeitsminister Döring war notwendig und richtig.Richtig ist aber auch, dass die Landesregierung die Situation erst erkannt hat und aktiv gewordenist, nachdem Betriebsräte und Gewerkschaften mobil gemacht haben und sich die gesamteRegion hinter die Beschäftigten von Danfoss gestellt hat.Hätte die Landesregierung die Situation von Beginn an richtig eingeschätzt und entsprechendreagiert, hätte man sich viele Frustrationen und Verärgerungen ersparen können.Jetzt muss es aber darum gehen, dass alle, Geschäftsführung, Betriebsräte, Gewerkschaften undPolitik alles Erdenkliche unternehmen, dass es nicht zu Massenentlassung kommt. Alle sind inder Pflicht, ihren Teil dafür zu tun, diesen Schritt zu verhindern.Erste Verhandlungen haben bereits stattgefunden und weitere Runden stehen noch an. Es mussdarum gehen, die Kurzarbeit so arbeitnehmerfreundlich wie möglich auszugestalten und Wegezu finden, wie die qualifizierte Belegschaft so lange wie möglich zusammenbleiben kann, umeine gemeinsame Perspektive für den Standort zu ermöglichen. Dies wäre auch im Sinne derFirma Danfoss.Die Landesregierung hat bereits angekündigt, Gespräche mit der Konzernleitung in Nordborg zuführen. Dies ist mehr als angebracht, um auch dort deutlich zu machen, was für die Region unddie Stadt Flensburg auf dem Spiel steht.Danfoss hat immer damit geworben, dass es ein Unternehmen aus der Region ist und zur Regionsteht. Flensburg und Danfoss haben in den vergangenen Jahrzehnten gleichermaßenvoneinander profitiert. Diese Verbindung aufzukündigen ist aus Sicht des SSW nicht 3hinnehmbar. Auch die Art und Weise, wie Danfoss seine Informationspolitik in dieser Sachebetrieben hat, ist nach meiner Auffassung nicht professionell gelaufen. Hier hätte ich mir vonSeiten der Geschäftsleitung mehr Gespür versprochen.Der Verlust von Arbeitsplätzen hat Flensburg in den letzten Jahren immer wieder stark zugesetzt.Die Wirtschaft auf beiden Seiten der Grenze muss gestärkt werden. Dafür muss Landesregierungihre Bemühungen um den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt weiter ausbauen.Was wir nicht brauchen, ist ein Wirtschaftsminister, der sich als Minister der Wirtschaft verstehtund nicht als Minister der Menschen im Land.