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Lars Harms zu TOP 35 - Investitionserleichterungsprogramm
PresseinformationKiel, den 18. Juni 2009 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 35 Investitionserleichterungsprogramm zur Stärkung der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Schleswig- Schleswig- Holstein Drs. 16/2683Nach der Plenardebatte zum Investitionserleichterungsprogramm der FDP im letzten Monat, warman sich im Wirtschaftsausschuss zuerst einig, einen Interfraktionellen Antrag für die jetzigeLandtagssitzung vorzubereiten. Dies hätte durchaus Sinn gemacht, denn angesichts derwirtschaftlichen und finanziellen Probleme in denen wir uns befinden und die noch auf unszukommen, muss hier ohne Ideologie schnell gehandelt werden. Natürlich brauchen wir dafürdie politische Auseinandersetzung, aber der Wille war da, gemeinsam etwas zu bewegen.Dies ist auch eine Forderung der Menschen im Land, die von der Politik zu Recht erwarten, dasswir gemeinsam die Krise bewältigen. Die Parteien müssen sich am Riemen reißen undgemeinsam mit allen an der Wirtschaft Beteiligten versuchen, die Karre aus dem Dreck zuziehen. Hierüber sollten wir alle einmal nachdenken. Von daher hätte es uns als Parlament gut zuGesicht gestanden, wenn wir einen solchen interfraktionellen Antrag auf die Beine gestellthätten; auch wenn dies dann nun der minimalste gemeinsame Nenner aller Parteien gewordenwäre. Dass parteiübergreifende Initiativen nicht gänzlich unmöglich sind, haben wir beim 2Konjunkturpaket erlebt – wo wir uns zwar über die Ausgestaltungen gestritten haben, aber inder Zielrichtung war man sich einig.Der SSW hat in der Debatte zum Investitionserleichterungsprogramm in erster Linie deutlichgemacht, dass es trotz unterschiedlicher Auffassungen darum gehen muss, dieBinnenkonjunktur wieder anzukurbeln, damit die Waren und Dienstleistungen, die produziertwerden, auch ihren Konsumenten finden können. Ein Investitionserleichterungsprogrammmacht daher nur Sinn, wenn die Rahmenbedingungen in Ordnung sind.Wir können nicht nur die eine Seite der Medaille putzen und blank polieren und die andere Seitevernachlässigen. Mit anderen Worten, nur eine Steuererleichterung für Selbstständige undUnternehmen zu fordern ist einseitig gedacht. Es gibt eine Schieflage in Deutschland, wenn esum steuerliche Entlastungen geht – und die neigt sich eindeutig von arm zu reich. DieseSchieflage muss erst einmal ins Lot gebracht werden. Das wäre ein wichtiger Beitrag um dieBinnenkonjunktur anzukurbeln.Für den SSW ist der Antrag der FDP in vielen Punkten nicht zustimmungsfähig gewesen. Aber erhat durchaus Ansätze, über die wir diskutieren können - dies war ja auch der Tenor im Ausschuss– Kompromissbereitschaft war vorhanden.Leider hat die CDU dieser Kompromissbereitschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht,indem sie auf einmal ihren 10-Punkteplan für den Mittelstand aus dem Hut gezaubert hat undblindlings auf FDP-Kurs eingeschwenkt ist. Der Koalitionspartner wurde dann auch nochaufgefordert, sich dem schnell anzuschließen. Anstatt also zu versuchen, Kompromisse zuerzielen, hat die CDU die Gräben nur weiter vertieft.Unterm Strich hat die CDU aber mit ihrem Alleingang erreicht, dass wir nichts erreicht haben.Weder für die Menschen im Land noch für die Wirtschaft. Das ist parteistrategischeBlockadepolitik, die wir ablehnen. Aber wie sollte es bei der Großen Koalition auch anders sein,wenn jeder nur an seinem Ende des Strickes zieht, anstatt dafür zu sorgen, dass alle gemeinsaman einem Ende ziehen. 3Natürlich sind wir als SSW gewillt, unter bestimmten Grundvoraussetzungen, an denLösungsvorschlägen mit zu arbeiten. Das habe ich beim letzten mal schon deutlich gesagt. Damitdie Maßnahmen aber greifen können und damit positive Effekte bei der Wirtschaft im Landherbeigeführt werden, muss die Binnenkonjunktur angekurbelt werden. Dies erreichen wir abernur durch Steuerentlastungen bei Kleinverdienern, die Verbesserung der Sozialleistungen, dieEinhaltung der Tariflöhne und durch öffentliche Investitionen. Damit schaffen wir einausgewogenes soziales Gefüge, von dem auch die Wirtschaft profitiert.