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16.07.09 , 17:34 Uhr
B 90/Grüne

Angelika Birk zum freiwilligen sozialen Jahr Politik

Presseinformation

Es gilt das gesprochene Wort! Landtagsfraktion Schleswig-Holstein TOP 35 – Freiwilliges soziales Jahr Politik Pressesprecherin Claudia Jacob Dazu sagt die sozialpolitische Sprecherin Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, 24105 Kiel Angelika Birk: Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de
Nr. 312.09 / 16.07.2009 Demokratie hautnah erleben
Die Europawahl liegt hinter uns, Bundestagswahl und wohl auch Landtagswahl vor uns. Kommunalwahlen fanden im vergangenen Jahr statt. Was alle diese Wahlen eint, sind sinkende Wahlbeteiligung und die Angst davor.
Politikverdrossenheit ist das Strichwort, das diese erschreckende Entwicklung erklären soll. Ist die Wahrheit so schlicht? Insbesondere jungen Menschen wird oft vorgeworfen, sie seinen egoistisch und weder an Gesellschaft, noch an Politik interessiert. Also Ge- neration Egoismus? Generation shopping?
Eine solche Bewertung geht an der Realität vorbei. Das ist Stammtischniveau, auch wenn es nicht selten in der bunt bebilderten Presse zu lesen ist. Die Shell-Jugendstudie und eine ganze Reihe seriöser Erhebungen beweisen das Gegenteil. Gerade junge Menschen sind motiviert, engagiert und vielseitig interessiert. Die Wahlbeteiligung von ErstwählerInnen liegt über dem Durchschnitt.
Eine Vielzahl junger Menschen entschließt sich nach dem Schulabschluss nicht sofort für eine Ausbildung oder ein Studium. Sie entscheiden sich für ein freiwilliges Jahr im Dienst der Gesellschaft, ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, ein freiwilliges Jahr im Kultur- oder Sportbereich.
Die zur Verfügung stehenden Plätze sind seit Einführung der Freiwilligendienste stetig aufgestockt worden. Dennoch gibt es Jahr für Jahr mehr BewerberInnen als Plätze – bundesweit und in Schleswig-Holstein. Gesellschaftliches Engagement ist eben doch ein Erfolgsmodell.
Was allerdings zu Verdruss führt ist die Tatsache, dass man sich freiwillig engagieren Seite 1 von 2 möchte, es aber aufgrund fehlender Angebote und geringer finanzieller Mittel nicht kann. Das ist die Schraube an der wir drehen können und müssen. Und genau hier können wir auch ganz gezielt das Interesse an der Demokratie und das Engagement in der Politik stärken. Wer in jungen Jahren erleben kann, dass Politik nicht „von denen da oben“ verordnet wird, sondern dass Politik von unten mitgestaltet werden kann, der geht zur Wahl – und tut vielleicht noch mehr.
Der Bundesgesetzgeber eröffnet den Spielraum für ein Freiwilliges Jahr in der Politik oder anders gesagt ein freiwilliges demokratisches Jahr. Andere Bundesländer machen es uns vor. In Sachsen und Sachsen-Anhalt besteht diese Möglichkeit seit 2008. Träger sind dort die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste. Im März dieses Jahres fand eine große Veranstaltung zum erfolgreichen Projekt statt. Niedersachen hat im Januar dieses Jahres dem Antrag für ein Pilotprojekt „Freiwilliges Soziales Jahr Politik“ stattge- geben. Als Träger fungiert hier die Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung. Wir sind zuversichtlich, dass es auch dort zu guten Ergebnissen kommen wird.
Also geben wir auch den jungen Menschen in Schleswig-Holstein eine weitere Chance, sich freiwillig zu engagieren. Ermöglichen wir ihnen, selbst zu erfahren das Politik und Demokratie nicht ferne Theorie, sondern lebendige Alltagspraxis sind. Wir fordern die Landesregierung auf, hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, einen entsprechenden Träger für die Durchführung zu gewinnen und bei allen politischen In- stitutionen und Organisationen um konkrete Einsatzstellen zu werben. Sicherlich kann man hier im Dialog mit den Nachbarländern gute Tipps bekommen.
Und am Ende – natürlich - das liebe Geld. Zu klären ist insbesondere, ob und wie neue Plätze in einem Freiwilligen Jahr Politik wirklich zusätzlich entstehen können. Wenn sie nämlich nur von den bestehenden Kontingenten im Freiwilligen Sozialen Jahr oder FSJ Kultur abgezogen und umgewidmet würden, wäre es die schlechtere Variante. Wir wol- len mehr Plätze schaffen und wir wollen neue Bereiche für das freiwillige Engagement junger Menschen erschließen. Helfen sie uns dabei, und stimmen Sie unserem Antrag zu. ***



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