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Detlef Matthiessen zu gentechnikfreien Regionen
Presseinformation Landtagsfraktion Es gilt das gesprochene Wort! Schleswig-Holstein Pressesprecherin TOP 25 – Beitritt Schleswig-Holsteins zum europäischen Claudia Jacob Netzwerk „Gentechnikfreie Region“ Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Dazu sagt der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Telefon: 0431 / 988 - 1503 Bündnis 90/Die Grünen, Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 Detlef Matthiessen: presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 433.09 / 16.09.2009Gentechnikfreie Regionen sind die einzige Chance, weitere Skandale zu verhindernHeute haben wir die Chance, dass Schleswig-Holstein wieder dem europäischen Bündnis gentechnikfreier Regionen beitritt, um damit der künftigen Landesregierung wenigstens ein Stückchen den Weg in die richtige Richtung vorzugeben.Vor etwas mehr als vier Monaten haben wir ganz genau zu diesem Thema schon einmal diskutiert – in diesen vier Monaten hat es schon wieder reichlich Skandale mit irrtümlich freigesetztem Saatgut, gentechnisch verunreinigten Lebensmitteln und verunsicherten VerbraucherInnen gegeben.Das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens– und Futtermittel hat illegale Funde von gentechnisch veränderten Leinsaaten in Deutschland in Brot und Müsli gemeldet. Bei dem Gentechnik-Konstrukt handelt es sich um eine sowohl herbizidtolerante als auch antibiotika- resistente Linie (FP967/CDC Triffid) aus Kanada, die in der EU keine Zulassung besitzt.In Brötchen, Müsli, Backmischungen sowie in ganzen und geschroteten Leinsamen hat Greenpeace illegalen, gentechnisch veränderten Leinsamen nachgewiesen. Die betroffenen Produkte sind am 9. September stichprobenartig in Märkten von Edeka, REWE, Rossmann und Schlecker in Hamburg gekauft und von einem Speziallabor untersucht worden. Hierbei handelte es sich um Produkte namhafter Hersteller, wie zum Beispiel Harry-Brot und Sei- tenbacher Müsli.Der gefundene Gen-Lein ist in der EU weder zum Anbau noch als Lebensmittel zugelas- sen. Greenpeace hat die Hersteller und Supermärkte über die Verunreinigungen informiert. Die Supermärkte mussten die illegalen Gen-Produkte sofort aus den Regalen nehmen und durch Kontrollen sicherstellen, dass die Verbraucher vor Verunreinigungen geschützt wer- den. Seite 1 von 2 Das wirklich teuflische an der Sache: Lediglich im Jahr 2000 war die gentechnisch verän- derte Leinsaat in Kanada kommerziell angebaut worden. Das ist neun Jahre her – und fast auf der anderen Seite des Erdballs - aber es holt uns ein.Fast zeitgleich wurden in der Schweiz Anteile von nicht zugelassenen gentechnisch verän- derten Organismen in Reisprodukten gefunden. Es handelt sich hierbei um den in der EU nicht zugelassenen Gentechnik-Reis Bt63, der 2001 zu Versuchszwecken großflächig in China ausgesät, jedoch niemals zum kommerziellen Anbau zugelassen worden war.Vor drei Jahren hatten wir einen Gentechnik-Reis-Skandal. Damals war in mehreren Reissorten in europäischen Supermärkten der nicht zugelassene gentechnisch veränderte Reis LL 601 aus den USA gefunden worden.Wer noch Beweise brauchte, hier zeigt es sich wieder und wieder und wieder: Einmal in der Natur freigesetzte gentechnisch veränderte Konstrukte verbreiten sich unkontrolliert und sind nicht rückholbar. Spätestens jetzt sollte wirklich jeder/m klar sein, dass die Gentechnik- industrie ihre künstlichen Geschöpfe nicht im Griff hat.Wir als PolitikerInnen sind hier und heute in der Verantwortung und müssen sagen, wie wir die Bevölkerung von Schleswig-Holstein vor Gentechnik schützen wollen. Denn mit unge- prüften, illegalen Gen-Leinsamen in Brötchen und Müsli werden VerbraucherInnen zu Ver- suchskaninchen gemacht.Einmal in die Natur freigesetzt, gibt es keine wirksame Kontrolle mehr. Die Greenpeace- Funde zeigen, dass unsere Lebensmittel nur dann frei von Gentechnik bleiben, wenn der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen weltweit verboten wird. Ein entscheidender Schritt ist, dass wir hier bei uns eine saubere, gentechnikfreie Landwirtschaft haben, dass in Schleswig-Holstein keine gentechnisch veränderten Organismen ausgebracht werden dür- fen.Die Bürgerinnen und Bürger wollen eine gentechnikfreie Landwirtschaft und gentechnikfreie Lebensmittel. Deshalb ist diese Initiative auch eine ökonomische Chance für unser Land. Bereits heute beteiligen sich fast 30.000 (29.434) LandwirtInnen mit ihrem Land an den gentechnikfreien Regionen, über eine Millionen Hektar Land stehen unter diesem Schutz, 189 Initiativen und Regionen machen mit.Meine Damen und Herren, bringen Sie Schleswig-Holstein wieder mit nach vorne, unter- stützen Sie unseren Antrag, denn er entspricht dem Wunsch des Großteils auch Ihrer Wäh- lerInnen. *** 2