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Flemming Meyer zu TOP 25 - Auslaufen der geförderten Altersteilzeit verhindern
PresseinformationKiel, den 16. Dezember 2009 Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 25 Auslaufen den gesetzlichen Altersteilzeit verhindern Drs. 17/86Prinzipiell ist die Fortführung der Altersteilzeit eine gute Sache, weil sie gleichzeitigältere Beschäftigte entlastet und Arbeitslosen den Zugang zum ersten Arbeitsmarkteröffnet.Dennoch wäre es besser, das Instrument der Altersteilzeit vor einer Fortführung einergründlichen Überprüfung und Anpassung zu unterziehen. Aber: wie immer drängt dieZeit, denn die Förderung läuft Ende des Jahres aus.Tatsache ist, dass sich der geförderte Übergang in die Altersrente von einem Modell zumRegelfall entwickelt. Inzwischen geht jeder sechste Beschäftigte im Alter zwischen 55und 64 Jahren in Altersteilzeit. Davon wählt über 90% das so genannte Blockmodell. Dasheißt, dass die Arbeitnehmer keine echte Teilzeit arbeiten, sondern in der ersten Hälfteder Altersteilzeit voll arbeiten, um dann de facto den Ruhestand zu beginnen. Sie sind 2also nicht mehr im Betrieb tätig und nutzen die Chance des gleitenden Übergangs garnicht.Genau das erzeugt einen enormen Druck auf alle älteren Beschäftigten. Wer heutzutagenoch bis zum Rentenalter arbeitet, muss sich den Vorwurf anhören, für einen Jüngerenden Arbeitsplatz zu blockieren. Diese Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz hat diePolitik über viele Jahre und viele Rentenentscheidungen hinweg nicht nur zugelassen,sondern aktiv gefördert. Inzwischen sind wir soweit, dass viele Arbeitnehmer erheblicheRentenabschläge akzeptieren, um endlich ihre Ruhe zu haben. So berichtetbeispielsweise der Vorsitzende der Flensburger Werft, dass er über10% Abschlagbekommt; und das nach 47 Beitragsjahren.Abgesehen von der Tatsache, dass mit der Altersteilzeit gut ausgebildete und erfahreneFachkräfte vom Arbeitsmarkt verschwinden, reichen die sozialen Folgen weiter.Arbeitslose jenseits des 50.Lebensjahres gelten inzwischen als schwer vermittelbar.Viele, zum Beispiel die Betroffenen bei Danfoss, werden darum nach ihrer Entlassungschon nach 12 Monaten zu Hartz IV-Empfängern.Problematisch ist, dass viele Arbeitgeber die Altersteilzeit als Instrument zur sozialabgefederten Entlassung einsetzen. Schätzungsweise jeder dritte Betrieb verzichtet aufZuschüsse der Arbeitsagentur und stellt niemand anstelle des Teilzeit-Rentners ein.Darüber hinaus bleibt allerdings abzuwarten, was die Tarifpartner zur Altersteilzeitvereinbaren. Es laufen ja einige Tarifverträge aus. Da darf man gespannt sein, ob dieGewerkschaften weiter auf das Pferd Alterszeit setzen werden. 3Wir sollten uns gründlich überlegen, zu welchen Bedingungen die Altersteilzeitweitergeführt werden soll. Auf keinen Fall sollte die Altersteilzeit dazu benutzt werdenkönnen, Personal abzubauen. Ich fasse darum noch einmal zusammen: Altersteilzeit darfnur gewährt werden, wenn es nicht zu Abschläge bei den Betroffenen kommt. Und siemuss an die Bedingung geknüpft werden, dass ein Beschäftigten anstelle des Teilzeit-Rentners neu eingestellt wird.