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Anke Spoorendonk zu TOP 24, 43 - Qualifizierungsoffensive und Umsetzungsstand des "10-Prozent-Ziels" sowie Bildungsfinanzierung
Presseinformation Kiel, den 17. Dezember 2009 Es gilt das gesprochene WortAnke Spoorendonk TOP 24, 43 Qualifizierungsoffensive und Umsetzungsstand des „10-Prozent-Ziels“ sowie Bildungsfinanzierung Drs. 17/85 und 17/40, 113Die Anträge zum Bildungsgipfel von Bündnis 90/DieGrünen und FDP/CDU haben sich reinzeitlich gesehen schon erledigt. Der Bildungsgipfel hat gestern in Berlin stattgefunden, so dasses keinen Sinn mehr macht, der Landesregierung Handlungsempfehlungen mit auf den Weg zugeben. Nichtsdestotrotz macht dies die Inhalte der beiden Anträge nicht weniger richtig. DieZielsetzung des Bildungsgipfels musste ganz klar sein, dass die Ausgaben für Bildung undForschung erhöht werden.Beim Bildungsgipfel 2008 in Dresden haben sich die Ministerpräsidenten und die Kanzlerindarauf geeinigt, dass die Bildungsausgaben bis 2015 auf 10% des BIP erhöht werden sollen.Dieser Beschluss kam wohl auch deswegen zustande, weil die Finanzminister der Länder nichtanwesend waren. Klar ist nämlich, dass, seitdem die Ministerpräsidenten mit diesem Beschlussnach Hause gefahren sind, keiner den ersten Schritt machen wollte. 2Dies mag zum einen daran liegen, dass die Länder gar kein Geld haben, um dieBildungsausgaben zu erhöhen. Es mag aber auch daran liegen, dass mit diesem vagenBeschluss nichts anzufangen ist. Auch der gestern stattfindende Bildungsgipfel hat keineneuen Ergebnisse gebracht. Eigentlich sollte endlich geklärt werden, wie eine Erhöhung derBildungsausgaben aussehen soll. Wenn man vom BIP des Jahres 2008 ausgeht, müssten 24Milliarden Euro mehr in Bildung und Forschung investiert werden, um auf 10% des BIP zukommen. Da das BIP aber nach der Finanz- und Wirtschaftskrise gesunken ist und dieFinanzminister ein bisschen Schönrechnerei betrieben haben, stehen offiziell noch 12-16Milliarden Euro im Raum.Auf 13 Milliarden Euro zusätzliche Ausgaben für die Bildung hat man sich gestern in Berlineinigen können. Davon wird der Bund 5,2 Milliarden Euro übernommen - wie das aussehen soll,steht allerdings weiter in den Sternen. Mittlerweile möchte niemand mehr von einemBildungsgipfel sprechen. Frau Schavan sagte kurzfristig die angekündigte Pressekonferenz abund so richtig weiß man immer noch nicht, wer eigentlich wie viel Geld wie bekommen solloder eben auch nicht.Da der Bildungsgipfel jetzt anscheinend zu einem sich jährlich wiederholenden Eventumfunktioniert werden soll, müssen jetzt die Weichen richtig gestellt werden. Soll heißen:Alle sind sich darin einig, dass zukünftig mehr Geld für Bildung ausgegeben werden muss -aber keiner möchte so richtig dafür zahlen. Die Länder möchten ihre Ausgaben am liebstenkonstant halten oder aber senken. Der Bund hat - mit der Kritik amWachstumsbeschleunigungsgesetz einem gewissen Druck ausgesetzt - 5,2 Milliarden Euroangeboten. Ob dieses Geld direkt an die Finanzministerien geht und dann auch wirklich in derBildung landet oder ob der Bund neue Förderprogramme auflegen wird, ist weiter unklar. Abergenau darum wird es gehen, soll der Bildungsgipfel nicht zu einem vorweihnachtlichenKaffeekränzchen verkommen. 3Klar ist nur, dass der Bund eigentlich überhaupt keine Zuständigkeit mehr im Bereich Bildunghat. Bei der letzten Föderalismusreform hat sich der Bund selbst aus seiner Zuständigkeit fürdie Bildung entlassen, jetzt will er sich über Förderprogramme für Bildung wieder in dieBildung einmischen.Der SSW begrüßt natürlich, dass die Ausgaben für Bildung gestärkt werden sollen. DieBildungsstreiks der letzten Monate und die lauten Appelle von Eltern und Lehrenden habendeutlich zum Ausdruck gebracht, wie unzufrieden unsere Bürgerinnen und Bürger mittlerweilemit dem Bildungssystem sind, das wir ihnen anbieten. Hier muss gehandelt werden - und dasnicht erst übermorgen, sondern am besten schon gestern.Aus Sicht des SSW stellen sich aber nach diesem Bildungsgipfel genau die gleichenDetailfragen wie vor diesem Bildungsgipfel: Wie viel der 5,2 Milliarden Euro bekommtSchleswig-Holstein für seine Bildung, welchen Anteil wird das Land zu dieser Finanzierungdazugeben und in was wird das Geld investiert? Es ist noch zu früh, um zu sagen, dass dieserBildungsgipfel eine Wende für die Bildungspolitik bringt. Bisher kann nur festgestellt werden,dass wieder einmal viel geredet und wenig entschieden wurde.