Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Lars Harms zu TOP 38 - Grenzüberschreitende Kommission zum Ausbau der Infrastruktur im deutsch-dänischen Grenzland
PresseinformationKiel, den 18.12.2009 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 38 Bildung einer grenzüberschreitenden Kommission zum Ausbau der Infrastruktur im deutsch-dänischen Grenzland Drs. 17/119Bereits vor einem Jahr verständigten sich Vertreter der Wirtschaft, der Politik und vonVerbänden aus der deutsch-dänischen Grenzregion auf einer gemeinsamenWirtschaftskonferenz darauf, eine Infrastrukturkommission für die grenzüberschreitendenVerkehrsprojekte an der deutsch-dänischen Grenze zu bilden. Diese Forderung hat der SSWseinerzeit aufgegriffen und in den Landtag eingebracht. Leider fand unsere Initiative hier imLandtag keine Mehrheit.Nun haben der UdviklingsRåd Sønderjylland und die IHK zu Flensburg erneut die Dringlichkeitfestgestellt, den Ausbau der Infrastruktur in der Region zu koordinieren, um dem steigendengrenzüberschreitenden Güter- und Personenverkehr gerecht zu werden.Die politischen Signale für eine solche sind durchaus positiv. Der Vorsitzende desVerkehrsausschusses im Dänischen Folketing, Flemming Damgaard Larsen hat sich zumBeispiel für die Bildung einer deutsch-dänischen Infrastrukturkommission ausgesprochen.Damit sind die politischen Signale aus Dänemark an die Region deutlich positiver als noch voreinem Jahr. Diese Chance müssen wir nun ergreifen. 2Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass sich in der Region, in Bezug auf den Ausbau dergrenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen immer noch zu wenig passiert. Bereits heuteverzeichnet die Jütland-Route ein starkes Verkehrsaufkommen. Rund 6.000 LKWs und 12.000PKWs kreuzen täglich die Grenze bei Flensburg. Die Prognosen des Verkehrsinstituts derTechnischen Universität Dänemark sagen vorher, dass sich das Güterverkehrsaufkommen inden kommenden 20 Jahren verdoppelt.Nur als Vergleich: Beim TEN-Projekt Fehmarn-Belt-Querung sind es nach den maximalstenSchätzungen höchstens 1.300 LKWs – wenn überhaupt. Wir haben also auf unserer A 7 imNorden schon jetzt ein fast 5 Mal so hohes Verkehrsaufkommen als vielleicht in einigen Jahrenbeim Prestigeprojekt der Landesregierung, ohne dass die A 7 im Norden bedarfsgerechtausgebaut wäre.An Bedeutung für den grenzüberschreitenden Verkehr gewinnt auch die B5 an der Westküste.Soll heißen, auch hier muss etwas geschehen.Wir wissen, wo der Schuh drückt und wir wissen wo die Defizite sind. Aber wir wissen auch,dass die Region stärker in den politischen Fokus gerückt werden muss. Nur so können dieDefizite behoben werden. Daher sind die Forderungen aus der Region nach einer deutsch-dänischen Kommission zu Recht gestellt, um die Infrastrukturdefizite zu beheben.Vor dem Hintergrund, dass der Bundesverkehrswegeplan bis 2015 festgelegt ist, gilt es jetzt, anden Stellschrauben zu drehen, wenn wir mit unseren Forderungen auf Bundesebenedurchdringen wollen. Daher wäre es durchaus angebracht, gemeinsam mit der dänischen SeiteAusbauprojekte zu planen und zu beantragen. Das würde die Wahrscheinlichkeit für einerfolgreiches Durchsetzen der so wichtigen Projekte um ein Vielfaches erhöhen.Zumal wir uns hier auch auf europäischer Ebene bewegen, wenn es um Fördermittel geht.Deshalb benötigen wir eine mehr institutionelle Zusammenarbeit über die Grenze hinweg. 3Eine Infrastrukturkommission bräuchte sich darüber hinaus nicht ausschließlich nur umStraßenprojekte kümmern, sondern könnte sich natürlich auch dem grenzüberschreitendenBahnverkehr widmen.Der Vorschlag der IHK zu Flensburg und des Udviklingsråd Sønderjylland, eineInfrastrukturkommission einzurichten ist richtig. Nach unserer Auffassung müssen vondeutscher Seite aus politische Vertreter und Fachleute von Bund, Land und den betroffenenKreisen bzw. aus Flensburg dabei sein. Weiter muss auch die Wirtschaft entsprechendvertreten sein; das heißt das produzierende Gewerbe genauso wie z.B. der Tourismus und wasdie Bahnverbindung angeht, hat sich Pro-Bahn als kompetenter Partner etabliert.Daher fordern wir die Landesregierung auf, greifen sie die Initiative zur Bildung einer solchenKommission auf und gehen auf den Bundesverkehrsminister zu. Das wäre auch ein Signal anden dänischen Verkehrsminister, dass auf deutscher Seite der Wille vorhanden ist, etwas fürdie Grenzregion zu tun. Nur so könnten schnell gemeinsame Arbeitsergebnisse und Planungenvorgelegt werden, die dann auf nationaler Ebene auf beiden Seiten Beweis für eine konkreteUmsetzung der Projekte bilden könnte. Geschnackt wurde genug, jetzt ist es an der Zeit zuHandeln.