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14.01.10 , 13:28 Uhr
SPD

Lothar Hay: Maisanbau für Biomasse-Anlagen nimmt dramatisch zu

Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion
Kiel, 14.01.2010, Nr.: 007/2009


Lothar Hay:
Maisanbau für Biomasse-Anlagen nimmt dramatisch zu
Zur Antwort der Landesregierung auf seine Kleine Anfrage zum Grünlandumbruch in Schleswig-Holstein (Drucksache 17/121) sagt der agrarpolitische Sprecher der SPD- Landtagsfraktion, Lothar Hay:
In vielen Kommunen in Schleswig-Holstein gibt es Konflikte beim Bau neuer Biomas- se-Anlagen, für deren Betrieb zunehmend Mais angebaut und eingesetzt wird. Nicht nur die Nachbarn in der Umgebung der Anlage befürchten gesundheitliche Risiken sowie Geruchs- und Lärmbelästigungen, auch die Landwirtschaft ist durch die Konkur- renz zwischen gut zahlenden Pächtern für Energiepflanzenanbauflächen und den Er- zeugern von Nahrungsmitteln betroffen. In der Vergangenheit wurde für den Anbau von Mais auch massiv Grünland zu Ackerland umgebrochen – mit den damit verbun- denen Nachteilen für die Natur und Artenvielfalt in unserem Land.
Aus der Antwort der Landesregierung zu meinen Fragen zu diesem Thema geht nun- mehr hervor: Der ersatzlose Umbruch von Grün- zu Ackerland ist durch die in der letzten Legislatur- periode erlassene Verordnung der Landesregierung gestoppt worden. Während der Anteil des Dauergrünlandes an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche seit 2003 von 35 % bis 2008 auf fast 32 % zurückgegangen ist, stieg er 2009 wieder auf fast 33 %. Nach dem Grünlandumbruchverbot wurden zwar ca. 1.000 Anträge zum Grünland- umbruch gestellt und fast vollständig genehmigt, die umgebrochene Fläche musste je- doch vollständig durch neu angelegtes Grünland ersetzt werden. Dies ist eine gute Nachricht.
Nicht gestoppt werden konnte jedoch der Flächenzuwachs für den Anbau von Silo- mais, überwiegend zur Verwertung in Biomasse-Anlagen. Während 2003 Silomais noch auf 86.400 ha angebaut wurde, wurden 2009 fast 148.000 ha für diesen Zweck genutzt. Dieser wohl noch zunehmende Monokulturanbau schädigt sowohl Natur und Umwelt in unserem Land als auch die Attraktivität einer vielfältigen Landschaft, die un- serem Tourismus nutzt. Ich habe große Zweifel, ob die Forderungen auch aus der Landwirtschaft heraus, diesen Trend durch Landesvorgaben zu stoppen, wirksam grei- fen können. Es ist zunächst eine interne Aufgabe der Landwirtschaft insgesamt, nicht einzelbetrieblich den größtmöglichen Nutzen zu realisieren. Aus Sicht der SPD- Landtagsfraktion hat die energetische Nutzung von Biomasse aus Reststoffen, Gülle, Bioabfall und Landschaftspflege Priorität vor dem Anbau von Energiepflanzen. Die energetische Biomassenutzung darf nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion



Herausgeber: Landeshaus SPD-Landtagsfraktion Postfach 7121, 24171 Kiel Verantwortlich: Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Petra Bräutigam Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de -2-



und einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Landwirtschaft stehen. Nur wenn diese Konkurrenz vermieden wird, kann die energetische Nutzung der Biomasse im gesell- schaftlichen Konsens mehr als nur einen kurzen Boom erleben.

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