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18.03.10 , 10:54 Uhr
SSW

Anke Spoorendonk zu TOP 19 - Unterstützung der Kulturhauptstadt Sønderborg

Presseinformation Kiel, den 18. März 2010 Es gilt das gesprochene Wort



Anke Spoorendonk TOP 19 Unterstützung der Kulturhauptstadt Sønderborg Drs. 17/279

Seit 25 Jahren gibt es das Programm „Kulturhauptstadt Europa“. In dieser Zeit gab es schon 40
Städte - darunter Weimar, Reykjavik und Stavangar - denen es gelungen ist, sich in
Zusammenarbeit mit der Stadt, der Region, dem Nachbarland und ganz Europa ein Jahr lang
durch eine große Vielfalt an traditionellen und besonderen kulturellen Engagements hervor zu
tun. In diesem Jahr sind Pécs, Essen und Istanbul europäische Kulturhauptstädte – in den
Medien haben Sie sicherlich davon gehört. In 2017 werden die Kulturhauptstädte in Dänemark
und Zypern liegen. Die Wahl zu den Städten wird zwar erst in drei Jahren stattfinden, schon
heute aber laufen in den kandidierenden Städten die Vorbereitungen auf Hochtouren.


Für die dänische Kulturhauptstadt ziehen wohl zwei Kandidaten ins Rennen: Århus und
Sønderborg. Dabei hat der Gewinn des Wettbewerbs weniger etwas mit der Größe der Städte
zu tun, sondern mehr damit, dass ein einzigartiges Projekt mit einer klaren Botschaft
vorgewiesen wird. 2
Sønderborg, geographisch gesehen einmal im Zentrum des dänischen Königsreichs gelegen,
liegt seit der Abstimmung 1920 direkt an der deutsch-dänischen Grenze. Diese Grenzlage
erweist sich für die Stadt zunehmend als großes Geschenk. Statt über die Randlage zu klagen,
ist es in dieser Stadt gelungen, über Grenzen hinweg zu denken – also Sønderborg mitten im
Geschehen zu platzieren. Neben Flensburg hat sich Sønderborg zur attraktivsten Stadt
zwischen Kolding und Kiel entwickelt. Die Bedeutung als Hochschulstandort, die Ansiedlung
erfolgreicher und innovativer Unternehmen, die wunderschöne Platzierung am Ausgang der
Flensburger Förde und das lebendige kulturelle Leben haben dazu geführt, dass Sønderborg
über die Landesgrenzen hinweg den Ruf einer Stadt hat, wo das Leben tobt.


Und - Sønderborg hat Visionen. Mit der 2012 entstehenden Kulturregion Sønderjylland-
Schleswig ist die Vision entstanden, Sønderborg zur Kulturhauptstadt Europas 2017 wählen zu
lassen und damit die gesamte Region Sønderjylland-Schleswig an die Spitze der europäischen,
grenzüberschreitenden Kultur zu stellen. Mit dem heutigen Antrag möchte der SSW zum einen
den Landtag auffordern, die geplante Kandidatur Sønderborgs zu unterstützen. Zum anderen
möchten wir die Landesregierung auffordern, die Kandidatur aktiv zu begleiten und die
Bewerbung durch Mitarbeit, Anregungen und eigene Projekte zu fördern. Es ist wichtig, dass
das ganze Land die Kandidatur unterstützt und damit deutlich macht, dass der Gedanke einer
Kulturregion zwischen Kolding und Kiel geteilt wird. Schon jetzt haben sich der Staatsminister
für Kultur und Medien, Herr Bernd Neumann, und unser Ministerpräsident, Peter Harry
Carstensen, für eine Unterstützung dieses Projekts ausgesprochen.


Der SSW begrüßt ganz ausdrücklich, dass der Ministerpräsident die Kandidatur Sønderborgs
unterstützt. Allerdings reicht das nicht aus. Die Zielsetzung dieses Projekts lautet: Kultur über
Grenzen – Vielfalt leben. Mit anderen Worten: Diese Projekt kommt der gesamten Grenzregion
zugute, also sowohl der dänischen als auch der deutschen Seite und dementsprechend sind
neben den vier südjütländischen Kommunen und der Region Syddanmark auch die Stadt
Flensburg und die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg in das Projekt mit 3
eingebunden. Nur gemeinsam können wir es schaffen, den Wert der kulturellen Vielfalt in der
Grenzregion hervorzuheben.


Sønderborg nimmt die gemeinsame Kultur und Geschichte der Grenzregion zum
Ausgangspunkt, um das Kulturleben, die kulturelle Infrastruktur und den interkulturellen
Dialog grenzüberschreitend zu fördern. Aus anderen Kulturhauptstädten wissen wir, dass
dieser Titel und die damit verbundenen Kulturaktivitäten zu mehr Beschäftigung im Kultur-
und Kreativsektor führen und dass der Tourismus um 10% zunimmt. Mit anderen Worten: Mit
diesem Titel geht ein wirtschaftlicher Aufstieg des deutsch-dänischen Grenzlandes einher. Wir
können zeigen, dass eine Randregion durch kulturelle Intelligenz zu einer Kulturregion mit
Wachstum werden kann.


Die Kandidatur Sønderborgs bietet der gesamten deutsch-dänischen Grenzregion die Chance,
Europa und der Welt zu zeigen, dass aus dem ehemaligen Gegeneinander von Kulturen, ein
fruchtbares Miteinander werden kann. Die kulturelle Einzigartigkeit der deutsch-dänischen
Grenzregion ist bereits heute gelebte Realität – lasst uns sie gemeinsam weiter mit Leben
füllen.

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