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Anke Spoorendonk zu TOP 31 - Stärkung des Hochschulstandortes Flensburg
Presseinformation Kiel, den 21. Mai 2010 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 31 und 36 Stärkung des Hochschulstandortes Flensburg und Hochschulentwicklung mit Augenmaß Drs. 17/523 und 17/534Als sich der Kollege Kubicki Ende April in einem Gespräch mit den Lübecker Nachrichtenverplauderte, ging aus einem Nebensatz des Presseartikels hervor, dass dieHaushaltsstrukturkommission empfehlen würde, die Universität Flensburg in einePädagogische Hochschule zurück zu stufen. „Kann gar nicht sein“ – war die erste Reaktion beiuns im Norden! Doch mittlerweile hat selbst Wissenschaftsminister de Jager bestätigt, dassdas Schicksal der Uni Flensburg noch vor der Sommerpause entschieden wird. – Und das,obwohl das Wissenschaftsministerium Anfang des Jahres die NiedersächsischeWissenschaftskommission damit beauftragt hatte, bis zum Herbst ein Gutachten über dieUniversität zu erstellen und erst auf dieser Grundlage die Zukunft der Uni Flensburg zudiskutieren.Mit verantwortlicher Politik hat alles dies wenig zu tun! Dabei will ich überhaupt nichtbestreiten, dass es am Hochschulstandort Flensburg anders weitergehen muss als heute. Zu 2deutlich sind die notdürftige Finanzierung der Universität, ihr strukturelles Defizit und derMangel an Personal- und Sachausstattung, als dass hier ein „weiter so“ funktionieren würde.Es gibt eine Reihe viel versprechender Perspektiven für den Hochschulstandort Flensburg, dieeine Zukunft der nördlichen Region unseres Landes aufzeigen und nicht zerstören. Dazugehören unter dem Deckmantel des Sparens ganz explizit nicht die Zurückstufung der Uni zueiner PH und auch nicht das Andocken der Universität an die CAU. Der Spareffekt bei einerZurückstufung ist bisher nämlich in keiner Weise belegt. Vielmehr hat das Land in den letztenzehn Jahren hunderte Millionen Euro in den Ausbau der Uni gesteckt, und auch die regionaleWirtschaft hat erheblich in die Universität investiert. – Nicht um die Landespolitik zu entlasten,sondern weil sie erkannt hat, wie wichtig ein starker Hochschulcampus für die Wirtschaft imLandesteil Schleswig ist. Ansonsten droht die Abkopplung der nördlichen Region von derwirtschaftlichen Entwicklung insgesamt, die mehr denn je von Bildung, Fachkräften,innovativem Denken und dem engen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaftabhängt. Daher sage ich klar und deutlich: Zwischen Wissenschafts- und Regionalpolitikunterscheiden zu wollen, ist einfach keine zeitgemäße Denke mehr!Wir brauchen daher eine langfristige und tragfähige Lösung für den gesamtenHochschulstandort Flensburg. Aus Sicht des SSW muss die Zielsetzung sein, dieEigenständigkeit der Universität Flensburg mit ihren Schwerpunkten in den vermittlungs-,wirtschafts- und erziehungswissenschaftlichen Studiengängen zu erhalten. Außerdem mussder Hochschulstandort durch die intensivierte Zusammenarbeit zwischen Universität undFachhochschule gestärkt werden. Wir fordern die Landesregierung auf, dafür dieRahmenbedingungen schaffen; denn nur eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe hat Zukunft.Als Alleinstellungsmerkmal des Flensburger Hochschulstandortes sind schon jetzt diegrenzüberschreitenden Studiengänge und die Zusammenarbeit mit der Syddansk Universitethervorzuheben. Dass diese Kooperation kein „Sahnehäubchen“ für die Syddansk Universitet ist, 3sondern ein Markenzeichen und damit ein Wirtschaftsfaktor, erklärt, warum man vondänischer Seite die Diskussion um die Zukunft der Uni Flensburg mit großer Aufmerksamkeitund auch mit großer Sorge verfolgt. Soll heißen: Es ist keine Alternative, dieWirtschaftswissenschaften nach Kiel zu verlagern. Gerade die Nähe zu Flensburg macht fürSønderborg den Reiz der grenzüberschreitenden Studiengänge aus.Die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge der Uni Flensburg strahlen somit weit überdie Region hinaus. Sie stehen für 11% des Uni-Haushalts, haben rund 20% der Studierenden undgenerieren über 35% der Drittmittel, die von der Universität eingeworben werden. Hinzukommt, dass die Wirtschaftswissenschaften schon jetzt für einen Großteil der jetzigenKooperation mit der Fachhochschule stehen. Es ist daher nur folgerichtig, daraus ein echtes„Forschungsdreieck“ bestehend aus allen drei Hochschulen der Grenzregion zu gestalten. Eingrenzüberschreitendes Forschungszentrum oder die Gründung einer Europa-Hochschule imdeutsch-dänischen Wirtschaftsraum wären hier mögliche Visionen für die Zukunft.Der Aufschrei der Region über die Sparpläne an der Uni Flensburg hat in den letzten Tagen anIntensität zugenommen. Akteure der Region und Betroffene der Uni Flensburg haben deutlichgemacht, dass sie sich ihre Uni nicht einfach wegnehmen lassen. Für den SSW kann ich dies nurunterstreichen und sagen: Der Hochschulstandort Flensburg mit der Fachhochschule und derUniversität hat Zukunft. Diese Zukunft lassen wir uns nicht kaputt machen!