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21.05.10 , 14:54 Uhr
B 90/Grüne

Marret Bohn zur Ausbildung in der Pflege

Presseinformation

Landtagsfraktion Es gilt das gesprochene Wort Schleswig-Holstein Pressesprecherin TOP 62 – Bericht der LR Ausbildung in der Pflege Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin Telefon: 0431 / 988 - 1503 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Fax: 0431 / 988 - 1501 Marret Bohn: Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de
Nr. 293.10 / 21.05.2010 Wer eine gute Pflege will, der muss sich für sie stark machen CDU und SPD, FDP und Grüne, Linke und SSW: Wir alle haben etwas gemeinsam: Genau wie der Landesseniorenrat und alle, die in Schleswig-Holstein krank oder pfle- gebedürftig werden, wünschen wir uns für uns und unsere Angehörigen eine gute Pfle- ge.
Für eine gute Qualität in der Pflege brauchen wir eine gute Ausbildung. Deswegen be- danke ich mich für meine Fraktion für den Antrag meiner Kollegin Pauls und bei der Landesregierung für den vorliegenden Bericht.
Es klingt durchaus positiv, wenn der Sozialminister eine Neuordnung der Altenpflege- ausbildung ankündigt. Es klingt durchaus positiv, dass sich eine Bund-Länder- Arbeitsgruppe zur Neuordnung der Pflegeberufe gegründet hat. Es klingt durchaus posi- tiv, wenn es Bestrebungen der Länder gibt, die Pflegeassistenzausbildung miteinander abzustimmen. Aber ich frage Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, meinen Sie wirklich, dass diese Maßnahmen ausreichen werden?
Wenn wir uns über die Ausbildung in der Pflege unterhalten, dann sollten wir diejenigen zu Wort kommen lassen, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Welcher Beruf ist interessant für mich? Welchen Schulabschluss brauche ich dafür? Wie viel verdiene ich später? Das sind die Fragen, die sich junge Menschen in Schleswig- Holstein stellen, wenn sie sich für einen Ausbildungsplatz bewerben. Wenn die Ausbil- dung erfolgreich abgeschlossen ist, geht es an die Arbeitsplatzsuche. Je attraktiver der Arbeitsplatz, desto besser und zahlreicher die Bewerbungen. Auch das wissen wir alle. Schichtdienst, Nachtschichten und Arbeit an Sonn- und Feiertagen machen einen Beruf nicht attraktiver. Seite 1 von 2 Die Attraktivität des Pflegeberufes kann nur dann gesteigert werden, wenn die Arbeits- bedingungen verbessert werden. Hierzu gehört eine angemessene Personalbemes- sung. Und hierzu gehört auch eine angemessene Bezahlung.
Auf Bundesebene hat die Pflegekommission nach langen Verhandlungen einen Min- destlohn festgesetzt. Bundeswirtschaftsminister Brüderle von der FDP blockierte bis gestern diese Absprache. Noch nicht mal 8,50 Euro brutto war Herrn Brüderle eine gute Pflege wert. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle diejenigen, die diesen anstrengenden Beruf jeden Tag ausüben! Und es sind überwiegend Frauen, die in den Pflegeberufen arbeiten. Zum Glück hat Frau von der Leyen sich eingeschaltet. Jetzt kommt der Min- destlohn. Er soll allerdings bis Ende 2014 befristet werden. Planungssicherheit und Ver- lässlichkeit für die Beschäftigten, die sieht anders aus. Das werden wir Herrn Brüderle nicht durchgehen lassen.
Herr Minister Garg, wo bleibt da Ihr Aufschrei? Sie sagen gelegentlich, die Pflege würde Ihnen am Herzen liegen. Was tun Sie, um Ihren Parteigenossen eines Besseren zu be- lehren? Herr Minister, Sie sprechen gern von Ihrem politischen Gewicht. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie Ihr politisches Gewicht in die Waagschale werfen. Die Pflegekommission hat einen Kompromiss erzielt. Der muss jetzt auch dauerhaft umgesetzt werden.
Und eines sage ich Ihnen auch ganz deutlich: Ich will, dass alle, die in Schleswig- Holstein eine Ausbildung in der Pflege machen, später im Beruf gute Arbeitsbedingun- gen haben. Das gilt für die Krankenpflege genau so wie für die Altenpflege. Dafür wird sich meine Fraktion so lange einsetzen, bis wir das Ziel erreicht haben.
Der demografische Wandel macht vor Schleswig-Holstein nicht halt. Die Anzahl der Pflegebedürftigen wird in den nächsten Jahren steigen. Experten gehen davon aus, dass wir in zehn Jahren in Schleswig-Holstein über 100.000 Pflegebedürftige haben werden. Das sind 25.000 mehr als noch vor einigen Jahren. Auch die Anzahl der De- menzerkrankten wird steigen. Für sie brauchen wir besondere Pflegeformen. In der Pflege können daher in den nächsten Jahren bei uns viele Arbeitsplätze entstehen. Darauf müssen wir uns heute schon einstellen.
Wer eine gute Pflege will, der muss sich für sie stark machen. Dazu gehört eine gute Ausbildung. Dazu gehört eine gute Bezahlung. Und dazu gehört eine gute gesellschaft- liche Anerkennung und Wertschätzung. Für all dies werde ich mich im Namen meiner Fraktion auch weiterhin einsetzen. ***



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