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Lars Harms zu TOP 6 - Entwurf eines Haushaltsgesetzes zum Haushaltsplan 2011/12
Presseinformation Kiel, den 8.9.2010 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 4, 6, 7, 41+48 Gesetzentwurf über die Festsetzung des Steuersatzes für die Grunderwerbsteuer, Entwurf eines Haushaltsgesetzes zum Haushaltsplan 2011/2012, Entwurf eines Haushaltsbegleitgesetzes zum Haushaltsplan 2011/2012, Antrag zu „Zukunft finanzieren – Steuereinnahmen steigern“, Finanzplan des Landes Schleswig-Holstein 2010 bis 2014 Drs. 17/587, 778, 590, 825, 740, 741, 588, 647, 826, 803Ich glaube, Sie alle stimmen mir zu, wenn ich sage, dass Hektik kein guter Ratgeber inkomplizierten Situationen ist. So wie allerdings der Haushaltsentwurf der Landesregierunggestrickt wurde, kann man sehen, dass die Landesregierung genau diese allgemein gültigeErkenntnis nicht beachtet hat.Das was hier hektisch zusammengestrickt wurde, ist für uns als SSW kein politischzukunftsweisender Haushalt, sondern eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten, die inkeinster Weise mit politisch nachhaltigen Argumenten unterfüttert sind. Ich mache derLandesregierung keinen Vorwurf daraus, sparen zu wollen. Ich mache der Regierung aber den 2Vorwurf, dass Sie dabei weder über die Konsequenzen nachgedacht noch die weiterenoffensichtlichen Alternativen ins Auge gefasst hat.Will man den Haushaltsentwurf bewerten, so muss man erst einmal betrachten, was dieGrundlage für den Haushaltsentwurf ist. Wir stehen in der Tat vor großen Herausforderungen,die bewältigt werden müssen. Dabei sage ich ausdrücklich nicht, dass wir über unsereVerhältnisse gelebt haben. Soziale Errungenschaften, ökologisch nachhaltiges Wirken und einegute Bildungspolitik sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Vielmehr ist es so, dass esuns in den vergangenen Jahrzehnten nur teilweise gelungen ist, Schleswig-Holsteinwirtschaftlich fit für die Zukunft zu machen.Das aber ist die Voraussetzung dafür, dass hier bei uns die Steuereinnahmen und Abgabensprudeln können, damit wir die notwendigen Ausgaben gegenfinanzieren können. In denletzten 20 Jahren ist dabei schon viel geschehen – wie zum Beispiel in der Windenergiebranche,im Tourismus und in der maritimen Wirtschaft – aber trotzdem konnten die Versäumnisse derVorgängerjahrzehnte nicht aufgearbeitet werden. Wir haben den Strukturwandel bis heutenicht bewältigen können und das führt zur schlechten Finanzsituation, wie wir sie heutehaben. Und das hat auch die Politik in den 70 und 80er Jahren zu verantworten.Am Jahresende werden wir 26 Milliarden Euro Schulden haben, die uns jährlich rund 1 MilliardeEuro an Zinszahlungen kosten. Dies ist wie gesagt kein Ausfluss ausufernder Ausgaben, diesich markant von denen anderer Länder unterschieden haben, sondern liegt begründet in derStrukturschwäche des Landes Schleswig-Holstein. Mit der Schuldenbremse haben wirfestgelegt, dass wir diese Schulden zwar noch nicht abbauen können, aber wir wollen dieNeuverschuldung bis 2020 auf Null setzen.Dies ist eine sehr verantwortungsvolle Bremse, da man nicht sofort eine Vollbremsung macht,sondern das „Fahrzeug“ langsam aber sicher zum stehen bringen will. Wenn wir dies aber so 3vor Augen haben, dann verstehe ich nicht, warum die Landesregierung nun so konzeptlos mitKürzungen um sich wirft. Der SSW hat in der Debatte zur Schuldenbremse deutlich gemacht,dass wir am Abbaupfad mitwirken wollen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst undwir sind der Auffassung, dass nur gemeinsames Handeln zu einer nachhaltigen Entwicklungdes Landes führen kann.Wie ist aber eigentlich die Lage? Zuerst einmal: sie ist nicht hoffnungslos, aber wir müssentatsächlich auch zu Einsparungen kommen. Warum erklärt sich aus dem Finanzplan desLandes. Hier können wir natürlich einzelne Zahlen in Frage stellen, aber die Grundaussage desZahlenwerkes stimmt. Deshalb gestatten Sie mir, dass ich nicht in den Reflex verfalle, jedeeinzelne Zahl auseinander nehmen zu wollen, denn das bringt uns nicht wirklich weiter.Betrachten wir zum Beispiel die Pensionsausgaben. Seit 1997 steigen die Zahlen hier markantan. In den Jahren 2011 bis 2020 werden diejenigen in Pension gehen, die grob gesehen in den70er und 80er Jahren in den Landesdienst gekommen sind. Nimmt man an, dass diePensionslasten in Zukunft ähnlich stark steigen, wie in der Vergangenheit, dann werden wiram Ende wohl eher bei 1,5 Milliarden Euro Pensionslasten liegen. Zählen wir dann die bis 2020ständig steigenden Schulden und Zinsen hinzu, liegen wir je nach Zinsniveau möglicherweisebei 3 bis 3,5 Milliarden für Zinsen und Pensionen. Das ist die Ausgangslage. Und um esunumwunden zu sagen: Die Lage ist nicht rosig.Wie werden sich nun die Einnahmen entwickeln. Ausgehend vom Status Quo und dass sichnichts Gravierendes ändert, steigen die Einnahmen laut Finanzplanung um rund 1,5 MilliardenEuro. Das wird nicht reichen, um die Zins- und Pensionslast bewältigen zu können. Das ist dieerste Feststellung. Die zweite ist aber nicht, dass dann Sozialabbau undUmweltverschmutzung die Folge sein muss. Zuerst einmal geht es in einer solchen Situationdarum, die Einnahmen zu verbessern. 4Nun wird man natürlich nicht die Einnahmen für 2020 schon heute abschließend beeinflussenkönnen. Aber, wenn man ehrlich Politik macht, wird man nicht umhin kommen, deutlich zumachen, dass Steuern und auch Abgaben erhöht werden müssen, wenn man das ZielNeuverschuldung Null wirklich erreichen will. Diesen Willen vermissen wir aber bei derLandesregierung. Es reicht nicht, nur bei denjenigen sparen zu wollen, die einem vielleichtpolitisch nicht ins Konzept passen. Es ist vielmehr Aufgabe der Politik, funktionierendeStrukturen zu erhalten und wenn möglich auszubauen.Ich stelle aber fest, es geht der Landesregierung nicht in erster Linie um dieHaushaltssanierung, wie sie immer vorgibt, sondern sie kürzt bewusst und besonders massivbei denjenigen, die ihr nicht ins politische Konzept passen. Wäre dies nicht so, würde sie sichvöllig anders verhalten und hätte beispielsweise in diesem Jahr keinen Steueränderungenzugestimmt, die den Landeshaushalt 400 Millionen Euro kosten.Mit diesem Geld, hätte jeder Zuschuss und jede Investition rechnerisch gegenfinanziert werdenkönnen. Aber die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen haben dies bewusstunterlassen. Verfolgt man aber das Ziel der Haushaltskonsolidierung mit allem Ernst, dannmuss man diese Beschlüsse wieder rückgängig machen. Nehmen wir die 400 Millionen Euro,die uns dieses Jahr verloren gegangen sind, und rechnen dies mit einem unterstelltenjährlichen Wirtschaftswachstum von 2,5 % - 1 % reales Wachstum und 1,5 % Inflation - hoch,dann kommen wir in 2020 auf eine Summe von 512 Millionen Euro. Kumuliert reden wir überknapp 4,6 Milliarden Euro in zehn Jahren. Dieses Rechenbeispiel soll nur kurz illustrieren, dassauf der Einnahmeseite viel Luft ist und dass wir auch selbst viel dazu beitragen können, dass esder Landeskasse besser geht und wir die uns gestellten Aufgaben bewältigen können.Bisher habe ich aber nur über das gesprochen, was wieder an Fehlentscheidungen der letzten12 Monate eingesammelt werden könnte. In den Jahren zuvor ist die größte Steuerentlastung 5für Unternehmen und Vielverdiener beschlossen worden. Auch diese Fehlentscheidungen kannman zurücknehmen und korrigieren.Wir können feststellen, dass wir als Gesellschaft weder etwas davon hatten, dassUnternehmen steuerlich extrem entlastet wurden noch, dass die Bevorzugung vonGroßverdienern etwas gebracht hat. Im Gegenteil, das Geld ist weg und der Staat musste fürseine Aufgaben Kredite aufnehmen. Mit diesen Krediten sind aber nicht die staatlichenAufgaben finanziert worden, sondern hiermit sind Steuergeschenke finanziert worden. Mandarf Ursache und Wirkung nicht voneinander trennen. Hätte es diese Steuerreform nichtgegeben, hätte der Staat und damit auch das Land Schleswig-Holstein wesentlich mehrFinanzmittel zur Verfügung gehabt. Sozialabbau lässt sich hierdurch zumindest moralischnicht begründen.Nun mag man aber auch bei den schlimmen Entscheidungen der Vergangenheit einwenden,dass das Zurückdrehen dieser Fehlentscheidungen ja ihre Zeit bräuchte. Ich wollte aber mitdiesen Beispielen zeigen, dass wir durchaus Milliardenspielräume hatten und auch wiederhaben können. Ich bin sogar der Auffassung, dass wir diese Spielräume auf Bundesebenewieder durchsetzen müssen.Hier, glaube ich, liegt auch der eigentliche Wert der Schuldenbremse. Die Aufgabe vor der wirstehen, ist nämlich nicht zu rechtfertigen, wie man phantasielos draufzuspart. Vielmehr wirddie Schuldenbremse die jetzigen und kommenden Landesregierungen dazu zwingen, ihrkonzeptloses Zustimmen zu Steuergeschenken auf Bundesebene einzustellen. Ein weiter so indieser Frage, wird automatisch dazu führen, dass die verfassungsmäßigen Ziele undVorschriften nicht eingehalten werden können. Damit wird durch die Schuldenbremse dieeigenständige Position des Landes gestärkt und wir können sogar hoffen, dass eines Tages eineverantwortungsvolle Landesregierung sich auch um Einnahmeverbesserungen bemühen wird.Das, meine Damen und Herren, ist der eigentliche politische Wert der Schuldenbremse. 6Nun mag man einwenden, dass diese Prozesse lange laufen und uns in der heutigen Situationkurzfristig nicht weiter helfen. Das mag zum Teil richtig sein. Aber wenn wir betrachten, wasdie Grünen heute vorschlagen und was die Landesregierung möglicherweise erst in zweiJahren umsetzen will, dann haben wir ein konkretes Beispiel, wie wir vieles von dem rettenkönnen, was wir zu verlieren drohen. Eine Erhöhung der Grunderwerbssteuer auf 5 %, wie siedie Landesregierung für nach 2012 plant, würde nach vorsichtigen Schätzungen jährlicheMehreinnahmen von rund 80 Millionen Euro bedeuten.Das sind beispielsweise umgerechnet 3 beitragsfreie Kindergartenjahre. Wir könnten allenKindern ab dem dritten Lebensjahr kostenlose Betreuung und einen niederschwelligen Eintrittins Bildungssystem ermöglichen. Wir könnten also konkret etwas für die Bildung und dieChancengleichheit in unserem Land tun. Betrachtet man die losgetretene Integrationsdebattein unserem Land, so könnten wir auch hier einen Meilenstein setzen, weil dann vieleMigrantenkinder eben nicht mehr aus Kostengründen von den Kindergärten fern gehaltenwerden. Dies wäre ein konkreter und sinnvoller Beitrag, wie man auf die Integrationsdebattevon Seiten der Landespolitik reagieren könnte. Das allerdings blendet die Landesregierungvöllig aus.Anstatt ein neues Ziel mit den Mehreinnahmen aus der Grunderwerbssteuer anzustreben,könnte man aber auch die Streichungen im Kultur-, Bildungs- ,Umwelt- und Sozialbereichzurück nehmen. All das, gegen das die Menschen vor unserer Tür zum Landeshausdemonstrieren, wäre dann nicht mehr notwendig. Dabei meine ich nicht, dassSparmaßnahmen gänzlich wegfallen müssten. Aber wir könnten den Organisationen Zeitgeben, sich auf Sparmaßnahmen einzustellen. Wir und die Organisationen hätten Luft zumPlanen und Luft, um sich neu zu organisieren. Das, meine Damen und Herren, wäre nachhaltigePolitik. Aber bei der Landesregierung ist auch hier Fehlanzeige. 7Aber selbst, wenn man dieses nicht wollte, könnte man Mehreinnahmen aus einer erhöhtenGrunderwerbssteuer sinnvoll nutzen. Wie wäre es, wenn wir schon jetzt die Neuverschuldungjährlich um genau diese 80 Millionen Euro verringern würden. Das würde uns jährlich rund 2Millionen Euro an Zinszahlungen ersparen.Sie sehen, liebe Kolleginnen und Kollegen, alle Ziele – drei beitragsfreie Kindergartenjahre, derVerzicht auf Kahlschlag im Landeshaushalt oder auch nur die Verringerung derNeuverschuldung – sind Ziele für die es sich lohnt, die Grunderwerbssteuer zu erhöhen. Es istden Betroffenen draußen vor unserer Tür jedenfalls nicht zu erklären, dass man auf dieseEinnahmen verzichten will und lieber mutwillig sinnvolle Strukturen zerstört. Eine solchePolitik ist katastrophal!Trotzdem; auch wir sehen natürlich die Notwenigkeit in den nächsten 10 Jahren so zu sparen,dass das Ziel Neuverschuldung Null erreicht werden kann. Aber im Gegensatz zurLandesregierung sind wir der Auffassung, dass hier eher Strukturänderungen von Nöten sind.Die Landesregierung hat angekündigt über 5.000 Stellen im Landesdienst einsparen zu wollen.Ein ambitioniertes Ziel. Aber wie dieses konkret geschehen soll, ist sie nicht in der Lage zusagen. Eine Analyse der Zeitschrift Wirtschaftswoche und der arbeitgeberfinanzierten InitiativeSoziale Marktwirtschaft hat festgestellt, dass kein anderes Bundesland so wenig Staatsdienerpro 1000 Einwohner beschäftigt, wie Schleswig-Holstein. Im Schnitt sind es 29,4 Mitarbeiterund bei uns sind es 25,9 Mitarbeiter. Das sind knapp 12 % weniger Mitarbeiter als imBundesschnitt. Erst einmal können wir also feststellen, dass wir im Bundesvergleich nichtüberverwaltet sind. Diese Feststellung mag manchen überraschen, aber trotzdem muss mandieses erst einmal zur Kenntnis nehmen.Wir können also nicht planlos Stellen streichen, weil wir dann sicherlich nicht mehr unsereAufgaben erfüllen können. Wir müssen vielmehr dazu kommen, eine umfassendeAufgabenkritik durchzuführen und dann die Verwaltungsstrukturen in unserem Land ändern. 8Dann mag es möglich sein, Stellen in nennenswertem Umfang abzubauen. Ohne denStrukturansatz allerdings ist dieses kaum möglich. Hinzu kommt dann noch, dass natürlichauch darüber nachgedacht werden muss, welche Aufgaben künftig wegfallen können undwelche möglicherweise auch von anderen Ebenen erledigt werden können. Dies ist dann nichtnur eine Einbahnstraße.Es ist nicht nur das Ziel, Personal bei uns auf Landesebene abzubauen. Es kann auch sinnvollsein, gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben wieder selbst zu erledigen. Muss es beispielsweisesein, dass die Landwirtschaftskammer gesetzliche Aufgaben für uns erledigt oder kann es auchsein, dass wir, nachdem Personal im Ministerium aufgrund von einer umfassendenAufgabenkritik von Aufgaben befreit worden ist, die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgabenwieder von der Landesverwaltung übernommen werden?Betrachten wir die Struktur, so sieht man insbesondere im Schulbereich wie negativ sichPlanlosigkeit auswirkt. Ich gehe nicht darauf ein, welches Bildungssystem das Beste ist. Aberwenn man unsere verschiedenen Schulformen – Regionalschule, Gemeinschaftsschule,Gymnasien - betrachtet, stellt man finanzpolitisch fest, dass hier Ressourcen verschwendetwerden. An vielen Orten gibt es Schulformen, die am unteren Rande der zulässigen Größe sindund die nicht die ganze Palette des möglichen schulischen Angebots bieten können. Warum istdas so? Weil durch die Aufteilung in verschiedene Schulformen Ressourcen mehrfach verteiltwerden. Das heißt, dass alle Schulformen sozusagen Fixkosten haben und der Anteil dervariablen Kosten vergleichsweise gering ist. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten – und nurdiese betrachte ich hier – ist dies unverantwortlich.Eine Änderung der Schulstruktur kann zu massiven Einsparungen führen, die einerseits in einebessere Bildung investiert werden können und andererseits auch zu finanziellen Einsparungenführen können. Wer allerdings am überkommenen geteilten Schulsystem festhält, versündigt 9sich an den kommenden Generationen – egal ob man es bildungspolitisch oder finanzpolitischbetrachtet.Ein weiterer wichtiger Bereich, der dringend einer Strukturreform bedarf, ist der kommunaleBereich. Die Kommunen in Schleswig-Holstein sind zu kleinteilig, die Amtsordnung ist nichtmehr mit den gesetzlichen Grundlagen vereinbar und wir haben eine Fülle von Doppel- undMehrfachzuständigkeiten. Wenn das Land Aufgaben abgeben und Personal abbauen will, dannmuss es Zuständigkeiten nach unten hin abgeben. Das geht aber nur, wenn die Kommunenhierzu strukturell in der Lage sind. Minigemeinden sind dies nicht und deshalb brauchen wireine neue kommunale Struktur mit nur drei Ebenen im Land. Darüber hinaus müssen dannzeitgleich die Doppel- und Mehrfachzuständigkeiten aufgelöst werden. Wenn wir eineUmweltbehörde beim Kreis haben, dann muss sie auch alleine zuständig sein. Dann braucheich keine Landeszuständigkeit im Vollzug mehr.Es kann nicht sein, dass man einen Bauantrag bei seiner Kommune abgibt, dieser dann durchdas Amt bearbeitet wird, hiernach bei zuständigen Kreis zur Begutachtung und Prüfung liegtund dieser dann den bearbeiteten Antrag wieder an das Amt zurück gibt. Was für den kleinenHäuslebauer schon ein Ärgernis ist, ist für den Unternehmer pure überbordende Bürokratie.Eine alleinige Zuständigkeit einer Stelle wäre völlig ausreichend, das beweisen die kreisfreienStädte.Sie sehen, meine Damen und Herren, auch hier lässt sich viel verändern. Und was bringt das fürden Landeshaushalt und die Kommunen? Der Landeshaushalt könnte von Personalkostenentlastet werden, wenn die Zuständigkeiten endlich auch wirklich an die kommunale Ebeneabgegeben werden. Die Kommunen könnten ebenso sparen, wenn größere Gemeinden diederzeitige Zersplitterung und Doppelzuständigkeit ersetzen würden. Und auch der kommunaleFinanzausgleich müsste überarbeitet werden und hier reden wir dann über einGesamtvolumen von 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro – je nachdem welches Jahr bis 2020 wir 10betrachten. Hier sind die wirklichen Einsparungen zu heben und nicht bei den Zuschüssen für„Frau und Beruf“, die Familienbindungsstätten, den Schülern der Minderheiten oder denkulturellen Organisationen.Liebe Kolleginnen und Kollegen, das was uns heute als so genannter Haushaltsentwurfvorliegt, ist in Wirklichkeit ein radikaler Kahlschlag in vielen Bereichen, die für das Land wichtigsind. Man erkennt keine politische Vision von CDU und FDP. Und die Regierenden machen sichnoch nicht einmal im Ansatz die Mühe, die Einnahmen zu verbessern. Die Landesregierung unddie sie tragenden Fraktionen verschenken gerne auf Bundesebene das Geld der Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner und bezahlen sollen es die Bürgerinnen und Bürgerdurch höhere Schulden, weniger Bildung, weniger Kultur und weniger soziale Gerechtigkeit.Jeder verantwortungsvolle Politiker sollte sich genau überlegen, ob er für so einen Haushalt dieHand heben kann. Der Haushalt des SSW ist dieser Haushalt jedenfalls nicht.