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Anke Spoorendonk zu TOP 52 - Bericht zur Unterrichtssituation im Schuljahr 2009/2010
Presseinformation Kiel, den 06. Oktober 2010 Es gilt das gesprochene WortAnke Spoorendonk TOP 52 Bericht zur Unterrichtssituation im Schuljahr 2009/2010 Drs. 17/832Der diesjährige Bericht zur Unterrichtssituation im Schuljahr 2009/2010 macht deutlich, dasswir uns mitten im demographischen Wandel befinden und die Schülerzahlen besonders an denallgemein bildenden Schulen kontinuierlich zurückgehen. In diesem Jahr gab es einenRückgang um 6.300 Schülerinnen und Schüler, so dass aktuell noch 311.000 Schülerinnen undSchüler die allgemein bildenden Schulen besuchen.Der Landesrechnungshof geht davon aus, dass die Zahl der Schülerinnen und Schüler bis 2020um 25% reduziert ist. Mittelfristig stellt sich hier also die Frage, wie wir bildungspolitisch mitsolchen Herausforderungen umgehen. Kleinere Schulstandorte werden wohl immerschwieriger zu halten. Für den SSW steht aber trotzdem fest, dass der Satz „kurze Beine - kurzeWege“ nach wie vor gilt. Die Streichung der Schülerbeförderungskosten und die geplanteZusammenlegung der Gemeinschafts- und Regionalschulen, sind aber ganz bestimmt nicht dierichtigen Antworten auf den demographischen Wandel. Vielmehr muss es darum gehen,dezentral und flächendeckend alle Angebote in einem ausreichenden Maße vorzuhalten, so 2dass alle Kinder die Bildung bekommen, die ihnen zusteht. Aus Sicht des SSW wäre hier dierichtige Lösung, flächendeckend Gemeinschaftsschulen mit Oberstufenzentren einzurichten.Die beruflichen Schulen können sich über die Auswirkungen des demographischen Wandelsderzeit nicht beklagen. Mit einem Plus von 1.900, gehen hier noch einmal 300 Schülerinnenund Schüler mehr als im letzten Jahr zur Schule. Der SSW sieht allerdings kritisch, dass geradedie berufsvorbereitenden Maßnahmen einen hohen Anstieg haben. Im Umkehrschluss heißtdies eben auch, dass die entsprechenden Personen keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.Die Schülerzahlen an den Beruflichen Gymnasien steigen seit Jahren. Allerdings ist hier einaltes Problem, dass nicht ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Da gerade an denBeruflichen Gymnasien viele Schüler einen Weg zum Abitur suchen, die eben keine gradlinigeBildungsbiographie haben, ist es aus unserer Sicht aber wichtig, gerade hier für ausreichendChancen zu sorgen. Zwei- bis dreimal so viele Bewerber wie vorhandenen Plätze - dies sprichteigentlich eine unmissverständliche Sprache und erfordert auch unmissverständlicheReaktionen.Weiterhin gibt der vorliegende Bericht Auskunft über die erteilten bzw. nicht erteiltenUnterrichtsstunden. Hier ist generell eine sinkende Tendenz zu erkennen, so dass dies ersteinmal positiv zu sehen ist. Darüber hinaus machen die Zahlen aber auch deutlich, dass derUnterrichtsausfall an allen Schulen, außer den Grund- und Hauptschulen, in diesem Schuljahrgestiegen ist. Im letzten Jahr waren die Ausfälle vor allem auf Krankheiten zurückzuführen, indiesem Jahr auf den harten Winter. Dies sind Gründe, die von politischer Seite nicht so einfachzu beheben sind. Wir begrüßen daher, dass der Vertretungsfonds stabil bleibt und nicht auchnoch gekürzt wird. Außerdem sehen wir die Bemühungen positiv, die Altersstrukturen derLehrerschaft zu durchmischen, weil dann die einzelnen Lehrkräfte aus den vorhandenenErfahrungen profitieren und ihr Handlungsspektrum erweitern können. Insbesondere an denGemeinschaftsschulen und den berufsbildenden Schulen sind jeweils 17-22% der Lehrkräftezwischen 50-59 Jahren - hier müssen in den nächsten Jahren noch bedarfsgerechte Antworten 3auf die Pensionierungen gefunden werden. Generell ist zum Thema Unterrichtsausfall ausunserer Sicht außerdem zu sagen, dass natürlich jede Stunde, die nicht gegeben wird, eineStunde zu viel ist. Wir würden uns daher sehr darüber freuen, wenn wir in naher Zukunft nichtmehr darüber debattieren, welche Stunden nicht unterrichtet wurden, sondern welche Inhalteeigentlich unterrichtet wurden.Als letzten Punkt möchte der SSW ganz ausdrücklich begrüßen, dass der vorliegende Berichtdie Tendenz bestätigt, dass immer mehr Kinder mit Förderbedarf inklusiv an den Regelschulenunterrichtet werden. Schleswig-Holstein hat hier bereits eine Vorreiterrolle, so dass erstaunlichist, dass die inklusive Bildung nicht expliziter im neuen Schulgesetzentwurf genannt wird. Diesändert jedoch nichts daran, dass Schleswig-Holstein auf dem richtigen Weg ist, dass esFörderzentren mit Unterricht und als Schulen ohne Schüler gibt.Zusammenfassend gibt der jährliche Bericht zur Unterrichtssituation interessanteEntwicklungen der Schulentwicklung wieder. Deutlich muss hier aber auch sein, dass es jetztnicht nur auf die Statistiken ankommt, sondern welche Schlussfolgerungen wir daraus ziehen.Hier sind wir auf die Antworten der Landesregierung gespannt.