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Silke Hinrichsen zu TOP 17 - Unterstützung der Einführung und Verbreitung der "Workplace Policy" in Unternehmen und Verbänden
PresseinformationKiel, den 8. Oktober 2010 Es gilt das gesprochene WortSilke HinrichsenTOP 17 Unterstützung der Einführung und Verbreitung der „Workplace Policy“ in Unternehmen und Verbänden Drs. 17/884Für die Frauenorganisation Terre de Femmes ist klar: indem Unternehmensführungenhäusliche Gewalt verurteilen, holen sie das Thema häusliche Gewalt aus der Tabuzone.Das ist eine Ergänzung zu der bisherigen Arbeit gegen häusliche Gewalt. In England undUSA gibt es dazu inzwischen eine breite Bewegung. Die Unternehmer tun das dort nichtaus reiner Menschenliebe, sondern, weil es eine Win-Win Situation ist. EineMitarbeiterin, die zuhause geschlagen und misshandelt wird, kostet: durchKrankheitstage und durch Ausfälle in der täglichen Routine. Das Private ist betrieblich!Das war übrigens auch der Titel der entsprechenden Fachveranstaltungen zum Thema.In Deutschland kann man allerdings nur eine Handvoll Unternehmen recherchieren, diesich dieser Politik angeschlossen haben. Das hat zweierlei Gründe: zum einenunterschätzen viele immer noch das Ausmaß häuslicher Gewalt in unserem Land undzum zweiten: die Begrifflichkeit ist umständlich und unverständlich. 2Gerade Letzteres lässt sich leicht ändern. Schwerer ist es dagegen, möglichst vieleUnternehmen zur Ächtung von häuslicher Gewalt zu bewegen.Der SSW ist aus diesem Grund davon überzeugt, dass öffentliche Verwaltungen mitgutem Beispiel vorangehen müssen. In Berlin ist dies teilweise schon geschehen: dortheftete beispielsweise das Bezirksamt Charlottenburg an die Lohnabrechnungen eineInformation, an wen sich Betroffene im Falle häuslicher Gewalt wenden können. Über2.300 Mal wurde diese Information verbreitet. Die Reichweite dieser und andererMaßnahmen wird derzeit wissenschaftlich untersucht.Die Behörden in Schleswig-Holstein könnten ebenfalls diesen Weg gehen. Ich warneallerdings gerade beim Thema Häusliche Gewalt vor Aktionismus. Die betroffenenFrauen sind in besonderem Maße auf verlässliche Strukturen angewiesen, die sielangfristig unterstützen und begleiten.Damit sind wir dann wieder einmal mitten in den Haushaltsberatungen. Denn eineeffektive Politik gegen häusliche Gewalt muss solide finanziert werden, damitBeratungsstellen, Frauenhäuser und andere Institutionen ihr Knowhowweiterentwickeln können und die Strafverfolgungsbehörden immer auf dem neuestenStand sind.Letztlich geht es darum, Frauen aus dem Weg aus ihrer Opferrolle heraus zu begleitenund zu unterstützen, die Kinder zu schützen und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.Dazu benötigen wir selbstverständlich klare Worte, damit das täterschützende Tabuendlich der Vergangenheit angehört. Und zwar vom Chefarzt genauso wie vomAbteilungsleiter und vom Handwerksmeister.Daneben bleiben wir aber auch angewiesen auf professionelle Strukturen. 3In Schleswig-Holstein sind diese Strukturen: KIK, Frauenhäuser und Notruf und vieleandere, die Frauen in dieser Situation unterstützen. Schleswig-Holsteins nutztkonsequent das Mittel der Wegweisung der Täter – auch das ein Schritt in die richtigeRichtung.Die gesellschaftliche Ächtung von Gewalthandlungen - und genau da ist die WorkplacePolicy ein wichtiger Baustein - kann nur von uns allen ausgehen.