Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Lars Harms zu TOP 26 - HSH Nordbank (Landesregierung in den Aufsichtsrat der HSH, Bank des Nordens für den Norden, Verdeckte Observierung von Medienvertreter/innen und Politiker/innen)
Presseinformation Kiel, den 19. November 2010 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 26, 42, 43 HSH Nordbank (Landesregierung in den Aufsichtsrat der HSH, Bank des Nordens für den Norden, Verdeckte Observierung von Medienvertreter/innen und Politiker/innen) Drs. 17/973, 1011, 1012Die HSH Mordbank - dies könnte der Titel einer der spannendsten Wirtschaftskrimis in diesemJahrhundert sein. Ist es aber nicht - obwohl man zumindest manchmal an Rufmord denkenkann. Stattdessen haben wir es mit der HSH Nordbank zu tun. Eine Landesbank, die nicht nurzu einem Großteil den Schleswig-Holsteinern gehört, sondern auch seit Monaten derenGemüter erhitzt. Finanzielle Desaster, menschliche Katastrophen, Bespitzelungsaffären, Lügenund nicht zuletzt eine kläglich gescheiterte Landesregierung. Vielleicht ist die Idee mit demWirtschaftskrimi gar nicht so schlecht. Bevor das Drehbuch abgeschlossen werden kann,dürften allerdings noch ein paar Kapitel hinzukommen.Zum Thema „Vertreter der Landesregierung im Aufsichtsrat der HSH“ hat sich der SSW jabereits im letzten Sommer geäußert. Herr Kopper hatte frühzeitig angekündigt, dass zukünftignicht mehr Politiker, sondern Finanzexperten im HSH-Aufsichtsrat die Geschäfte der Bank 2kontrollieren sollten. Die Landesregierung ist diesem Aufruf sogleich brav gefolgt. Der SSW hatallerdings schon früher darauf hingewiesen, dass sich die Landesregierung damit aus ihrerpolitischen Verantwortung stiehlt. Und vor allem wurde jetzt bei den Spitzelvorwürfen nocheinmal deutlich, dass die Landesregierung nach wie vor hinter Informationen aus der Bankhinterher hechelt. Dies wirft kein gutes Licht auf die Landesregierung. Nonnenmacher-Alleingänge hin oder her - das Land trägt eine moralische und politische Gesamtverantwortungfür die HSH Nordbank und muss diese auch wahrnehmen.Das von den Grünen geforderte Rechtsgutachten zur Abfindungszahlung sieht der SSWdagegen sehr kritisch. Klar ist, dass Herr Nonnenmacher politisch weg vom Fenster ist und dasswir damit ein juristisches Problem haben. Wenn es irgendwie geht, muss die Zahlung einerAbfindung vermieden werden. Die Abberufung durch den Aufsichtsrat ist dabei aus unsererSicht nicht das Problem. Hierfür muss nur das Vertrauen zerstört sein - und das ist es! Für dieBeendigung des Arbeitsvertrages brauchen wir kein Rechtsgutachten, schon gar nicht durchdie Landesregierung beauftragt. Sondern wir brauchen Juristen, die den Arbeitsvertragdurcharbeiten - davon dürfte die Bank ja noch ein paar beschäftigen. Darüber hinaus finde ichaus SSW-Sicht die Frage ganz interessant, wer eigentlich den Arbeitsvertrag des HerrnNonnenmacher ausgehandelt hat und eben gerade die politische Verantwortung für ein paarweitere verschenkte Millionen trägt. Da kann man sich beiden damals regierenden CDU undSPD bedanken.Der Antrag der Linken zur HSH Nordbank ist eigentlich kaum ernst zu nehmen. Wenn die Linkedie HSH Nordbank los werden oder verstaatlichen möchte, soll sie das sagen, dann kann mansich dazu politisch verhalten. Weitere linke Ideen zur Gestaltung der HSH Nordbank sind sorealitätsfremd, dass man darüber den Kopf schütteln muss. Der Zug ist längst abgefahren, dieHSH als eine Regionalbank für die heimische Wirtschaft laufen zu lassen. Die Diskussion umSteuergestaltung bei Geschäften, die durch die HSH Nordbank ihren Kunden angebotenwurden, ist weltfremd. Jeder Kunde zahlt ungern Steuern und es ist nichts Verwerfliches, 3Steuern sparen zu wollen. Wir können uns gerne über die Steuergesetzgebung unterhalten -das hat aber nichts mit der HSH zu tun. Dass die Kreditvergabe der Bank so ausgerichtet wird,dass ansässige Firmen hier im Land nicht gefährdet werden, ist zwar ehrenwert, der Standortallein kann aber nicht ausschlaggebend für eine Geschäftstätigkeit einer Bank sein undGeschäfte der HSH mit solchen Zwecken sind uns auch nicht bekannt. Und zum Schlusssatz deslinken Antrags „Der Schleswig-Holsteinische Landtag setzt sich dafür ein, dass sich die HSHNordbank zu einem starken, regional verankerten Dienstleister für Finanzen entwickelt“ frageich nur, ja was anderes ist denn eine Bank?Aus Sicht des SSW ist bei dem ganzen Hickhack um die HSH zu begrüßen, dass die Fraktionenin ihrem Wunsch die verdeckte Observierung durch Prevent aufzuklären, zusammenstehen.Nachdem Herr Nonnenmacher die große Aufklärung erst ankündigte und dann schwieg, ist esan der Zeit, für Klarheit zu sorgen. Die Beobachtung von Politikern und Kritikern ist ein soschwerer Vorwurf, dass hier weiter gezielt aufgeklärt werden muss. Ein Ergebnis kann ichallerdings gleich vorweg nehmen: man wird nicht behaupten können, Herr Nonnenmacherhätte mit all dem nichts zu tun gehabt. Entweder war er beteiligt oder er hat seinen Ladennicht im Griff gehabt. Beides disqualifiziert ihn.