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20.12.10 , 15:46 Uhr
B 90/Grüne

Anke Erdmann und Ines Strehlau zu der Pressemitteilung der Volksinitiative Schulfrieden Schleswig-Holstein

Presseinformation

Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Stellv. Pressesprecher Dr. Jörg Nickel Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0178/28 49 591 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de
Nr. 764.10 / 20.12.2010

Erfolgreiche Gemeinschaftsschulen: Die FDP ist dagegen!
Zu der Pressemitteilung der Volksinitiative Schulfrieden Schleswig-Holstein sagen für die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die berufsschulpolitische Sprecherin, Ines Strehlau, und die schulpolitische Sprecherin, Anke Erdmann:
Der FDP sind die Gemeinschaftsschulen ein Dorn im Auge, das ist nichts Neues. „Nun hat der Abgeordnete Hildebrand vor einer Besuchergruppe am Freitag ausge- sprochen, was alle schon geahnt haben: G9 soll wieder an Gymnasien eingeführt wer- den, weil die FDP Sorge hatte, dass die Gymnasien in zu starke Konkurrenz zu den Gemeinschaftsschulen geraten würden. Bislang wurde in erster Linie der Elternwillen für diesen Schritt ins Feld geführt,“ so Ines Strehlau.
Weiter dazu sagt Anke Erdmann: „Gegen die Gemeinschaftsschulen“, das ist die Devi- se der FDP. Gemeinschaftsschulen werden 2011 einen Tiefschlag zu verkraften haben – egal ob das Schulgesetz verabschiedet wird oder nicht: Die Zahl der so genannten Differenzierungsstunden wird von sechs auf drei pro Woche sinken. Viele Gemein- schaftsschulen haben Ihre Konzepte einer besseren, individuellen Förderung auch im Vertrauen auf diese sechs Stunden entwickelt, in denen zwei Lehrkräfte für eine Lern- gruppe eingeteilt werden können. Auch Regionalschulen sind betroffen, weil hier die Zahl der doppelt gesteckten Stunden von vier auf zwei sinken wird.
Dabei scheint der Minister von dieser Art des Unterrichts eigentlich viel zu halten: Bei den Gymnasien werden für die Turbo-Abi-Jahrgänge diese Stunden, mit doppelter Leh- rerausstattung gerade eingeführt. Seite 1 von 2 Künftig gibt es in drei Stunden pro Woche diese Möglichkeit, die hier allerdings Intensi- vierungsstunden genannt werden.
Es ist gut, wenn der Minister bei den Gymnasien trotz Sparbemühungen die Bedingun- gen verbessern will. Warum er aber die gleiche Maßnahme bei den Gemeinschafts- und Regionalschulen gleichzeitig reduziert, lässt sich rational nicht begründen. Gerade die letzten PISA-Ergebnisse haben noch einmal nachgewiesen, dass es einen beson- deren Nachholbedarf bei den so genannten RisikoschülerInnen gibt. Bei denjenigen Fünfzehnjährigen also, denen Basiskenntnisse fehlen. Hier sind in den letzten Jahren wesentliche Verbesserungen zu verzeichnen. Das bessere Abschneiden bei PISA geht vor allem auf die Erfolge am unteren Ende der Leistungsskala zurück. Knapp ein Fünftel der RisikoschülerInnen sind aber immer noch mehr, als wir uns in der „Bildungs- republik“ erlauben können.
Die Differenzierungsstunden zu halbieren schwächt die Lehrkräfte gerade an den Schu- len, die sich um die schwächsten Schülerinnen und Schüler kümmern sollen. Eine Be- gründung für dieses Vorgehen ist der Minister bis heute schuldig geblieben, denn allein um Sparpolitik kann es ja nicht gehen, wenn an anderer Stelle diese „doppelt besetz- ten“ Stunden eingeführt werden. Die einzige Erklärung: Es ist die „Dagegen-Haltung“ des Ministers, die den Gemeinschaftsschulen den nötigen Rückenwind versagt.

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