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Lars Harms zu TOP 27 - Berechtigung zum Leistungsbetrieb für das Kernkraftwerk Brunsbüttel
Presseinformation Kiel, den 26.01.2010 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 27 Berechtigung zum Leistungsbetrieb für das Kernkraftwerk Brunsbüttel Drs 17/1165Seit den schweren Störfällen in 2007 produziert das Kernkraftwerk Brunsbüttel keinen Strommehr. Immer wieder wurde das Anfahren des Meilers aufgrund von Sicherheitsmängeln durchdie zuständige Aufsichtsbehörde untersagt. Zwischenzeitlich konnte man sogar den Eindruckgewinnen, dass der Betreiber auf Zeit spielt, um auf einen politischen Wechsel in Berlin zusetzen, in der Hoffnung, dass es eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke gibt.So ist es dann gekommen. Im stillen Kämmerlein wurde die Laufzeitverlängerung zwischenden Energiekonzernen und der Bundesregierung ausgehandelt. Davon profitiert auch das AKWBrunsbüttel. Damit ging die Rechnung für den Betreiber von Brunsbüttel auf.Doch genau dieses Zeitspiel könnte für den Betreiber nun zum Verhängnis werden. DasGutachten von Frau Ziehm zielt darauf ab, dass der Zeitraum des Stillstandes überschrittenwurde und die Genehmigung damit erloschen ist. Eine neue Betriebsgenehmigung für denhoffnungslos technisch veralteten Meiler zu bekommen, dürfte ausgeschlossen sein. 2Als die Grünen das Ergebnis des Rechtsgutachtens von Frau Ziehm, zur Betriebserlaubnis desKernkraftwerkes Brunsbüttel vorgestellt haben, war aber klar, dass die endgültige Stilllegungdes Meilers damit noch nicht besiegelt ist. Denn prompt gab es Gegendarstellungen von Seitendes Betreibers und Minister Schmalfuß, der die Argumentation der Gutachterin für „wenigüberzeugend“ hält. Damit ist der juristische Streit in vollem Gange.Auch wenn wir als SSW der Argumentation von Frau Ziehm durchaus folgen können und wirdie Schlussfolgerung des Gutachtens für wünschenswert erachten - denn auch wir würdenBrunsbüttel lieber heute als morgen endgültig dicht machen - müssen wir doch erkennen, dassdiese Frage gegebenenfalls juristisch geklärt werden muss. Es bleibt also abzuwarten, zuwelchem Ergebnis man in einem möglichen Rechtsverfahren kommen wird. Solange eshierüber dann aber keine Entscheidung gibt, darf Brunsbüttel nicht angefahren werden.Für den SSW möchte ich feststellen, dass es uns nicht darum geht, die Frage über die Zukunfteinzelner Meiler auf juristischem Wege zu klären. Es muss darum gehen, eine politische Lösungherbeizuführen, um schnellst möglich aus der Atomenergie auszusteigen. Schwarz/gelb hatmit ihrem Entschluss, die Laufzeiten zu verlängern, den Weg für die Atomkonzerne geebnetund bewusst gegen den größten Teil der Bevölkerung gehandelt. Hinter verschlossenen Türenwurde die Verlängerung ausgehandelt und durch Zufall sind die Inhalte des Vertragesscheibchenweise an die Öffentlichkeit gelangt. Diese Vorgehensweise ist nicht in Ordnung. Sogeht man mit der Bevölkerung nicht um. Wenn sich das nicht ändert, dann leben wirirgendwann in einer Bananenrepublik.Die Laufzeitverlängerung ist eine Risikoverlängerung. Und das Risiko wird auch noch dadurcherhöht, dass ältere Schrottmeiler wie Brunsbüttel in den Genuss dieser Verlängerung kommen.Angesichts der Pannengeschichte und der Tatsache, dass das AKW Brunsbüttel aufgrund vonSicherheitsmängeln seit über drei Jahren außer Betrieb ist, hätte es für den Meiler nie eineLaufzeitverlängerung geben dürfen. 3Für Brunsbüttel bleibt nun aber möglicherweise die juristische Klärung abzuwarten. Diepolitische Lösung muss aber sein, die Laufzeitverlängerung wieder rückgängig zu machen undden Atomausstieg zu forcieren, um schnellst möglich aus dieser Risikotechnologieauszusteigen.