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Flemming Meyer zu TOP 24 - Dioxin in Futtermitteln
Presseinformation Kiel, den 27.01.2010 Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 24, 25 Anträge zum Futtermittelrecht und zur Sicherung der & 26 Lebensmittelkette vor Schadstoffen (Dioxin in Futtermitteln) Drs. 17/1163, 17/1164 und 17/1165Die Dioxinfunde in Futtermitteln, Eiern, Hühner- und Schweinefleisch haben bundes- undeuropaweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Epizentrum dieses Skandals liegt in Schleswig-Holstein und daher sollten wir ein gesteigertes Interesse haben die Mängel zu beseitigen unddas System so sicher wie möglich gestalten.Auslöser für diesen Lebensmittelskandal war das kriminelle handeln weniger. DieAuswirkungen waren umfangreich und der entstandene Schaden immens. Die Betroffenensind die Produzenten und die Verbraucher. Daher müssen wir alles dafür tun, denvorbeugenden Verbraucherschutz in der Lebensmittelkette zu stärken.Die Motivation, das schnelle Geld zu machen, auch wenn die Vorgehensweise gegen geltendesRecht verstößt, ist für wenige sehr verlockend. Daher müssen wir unbedingt Wege finden, umhier einen Riegel vorzuschieben. Gleichwohl wird uns nie gelingen, derartige kriminelle Energie 2ganz auszuschalten. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es daher auch nie geben. Es mussaber darum gehen, die Sicherheitsstandards zu erhöhen und den Strafrahmen für derartigeskriminelles Handeln auf den Prüfstand zu bringen. Nur so können wir das Giftpanschenerschweren. Aus diesem Grund müssen Bund und Länder gemeinsame Lösungen erarbeiten,damit Lebensmittel sicher sind und für den Verbraucher transparent sind. Der von Bund undLändern erarbeitete umfangreiche Aktionsplan greift bereits viele dieser Aspekte auf.Dazu gehören unter anderem die Zulassungspflicht für Futtermittelbetriebe, die Trennung derProduktströme, die Erstellung einer Positivliste, eine verpflichtende Haftpflichtversicherung fürden Futtermittelhandel, eine Verbesserung der Eigenkontrollen und eine Verbesserung desÜberwachungssystems sowie die Erhöhung der Transparenz und mehr Rechte für Verbraucher.Es ist deutlich geworden, dass wir dringend Änderungen brauchen, um derartige Skandalekünftig zu vermeiden. Auf einige dieser Punkte, die sich auch in unserem gemeinsamen Antragwieder finden möchte ich kurz eingehen.- Wir brauchen die Trennung der Produktströme. Produkte der Futter- und Lebensmittel sind räumlich zu trennen von Stoffen, die keine Lebensmittel oder Futtermittel sind.- Wir brauchen eine Positivliste über Stoffe die künftig in Futtermitteln verwendet werden dürfen.- Wir brauchen verbindliche Vorgaben an die Eigenkontrollen. Dafür muss die Intensität der amtlichen Kontrollen der Betriebe erhöht werden.Dies ist nur ein kleiner Auszug des Aktionsplanes, der aber verdeutlicht, wo Fehler gemachtwurden oder wo es Mängel gibt.Wir können nicht wie bisher am System der Eigenkontrollen festhalten. Es hat sich gezeigt,dass dies ein großer Schwachpunkt im System ist. Denn was nützen Eigenkontrollen, wenn siemissachtet werden. Daher ist es folgerichtig, die Eigenkontrollen schärfer durch amtlicheKontrollen zu kontrollieren. Das setzt aber voraus, dass die Landeslabore personell undfinanziell in die Lage versetzt werden müssen, diese zusätzlichen Aufgaben zu übernehmen.Das können sie derzeit nicht. Daher muss die Landesregierung hier nachbessern. 3Die Einführung einer Positivliste halten wir für dringend geboten. Leider wurde dem deutschenVorschlag in Brüssel kürzlich eine Abfuhr erteilt. Das soll uns aber nicht daran hindern, weiteran einer nationalen Positivliste zu festzuhalten.Jetzt muss es darum gehen, die getroffenen Beschlüsse, auch die jetzt von Seiten der EUkommen werden mit Leben zu füllen. Eine Aufweichung des Aktionsplanes darf es nicht geben.Es darf keine Kompromisse mit der Futtermittellobby geben und keine weit reichendenAusnahmen, die den Aktionsplan zu einem löchrigen Käse werden lassen.Als Parlament müssen wir den Umsetzungsprozess weiter begleiten. Die Einberufung einesrunden Tisches halte ich in dem Zusammenhang für wichtig, denn auch wenn wir einenumfangreichen Aktionsplan haben, wird die Praxis vielleicht noch Schwachstellen aufzeigen,die wir derzeit noch nicht kennen.Ich gehe davon aus, dass wir auch weiterhin in diesem Prozess eingebunden und informiertwerden. Dies hat bisher sehr gut funktioniert. Für die Informationspolitik von Frau Rumpfmöchte ich mich ausdrücklich bei ihr bedanken. Wir Fachpolitiker wurden zeitnah undumfangreich in mehreren Gesprächen durch die Ministerin informiert.