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Marlies Fritzen zum Giftmüll-Skandal in Brunsbüttel
Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 056.11 / 28.01.2011Betreiber lassen Sorgfalt vermissenZu der heutigen Sondersitzung des Umweltausschusses über zu große Lieferungen von hochgiftigen Abfällen aus der ukrainischen Landwirtschaft nach Brunsbüttel und Lübeck erklärt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grü- nen, Marlies Fritzen:Nach den Informationen des Umweltministeriums von heute ist klar: Der Betreiber der Sondermüllverbrennungsanlage SAVA in Brunsbüttel hat die Übermengen in unverant- wortlicher Weise erst gemeldet, nachdem es zu einem Brand in einem der insgesamt 17 000 Fässer gekommen war. Auf dem Gelände in Brunsbüttel lagern 950 Tonnen gif- tigen Mülls aus der Ukraine, obwohl für eine ordnungsgemäße und genehmigte Lage- rung nur Platz für 150 Tonnen besteht.Es wurde aber auch klar, dass nicht nur zu viel Müll geliefert wurde, sondern dass die- ser auch falsch deklariert wurde. Bis heute ist den Behörden nicht bekannt, um welche Stoffe es sich eigentlich handelt. Es hat sich auch gezeigt, dass es eine ganze Kette von Verstößen gibt, die zügig und transparent aufgeklärt werden müssen.1. Der genehmigte Müll ist ganz offensichtlich falsch deklariert worden. Genehmigt waren Pestizide, die giftig und fest sein sollten. Welche Stoffe stattdessen geliefert wurden, wissen die Behörden nicht.2. Bei den Grenzkontrollen wurde in unzulässiger Weise geschlampt. Nur so erklärt sich, dass sieben LKW mit hochgiftigem Müll und falschen Papieren von der Ukraine nach Deutschland gelangen konnten. Seite 1 von 2 3. Die Firma Remondis, auf deren Flächen in Lübeck etwa 130 Tonnen des Gift- mülls zwischengelagert werden, konnte der Feuerwehr beim Brand eines der Fässer keine aktuelle Lagerliste vorlegen.Für den Umgang mit hochgiftigem Abfall ist höchste Transparenz und Sorgfalt zwin- gend notwendig. Diese Sorgfalt lassen die Betreiber ganz offenbar vermissen.Es ist richtig, dass weitere Lieferungen gestoppt wurden und, dass die Staatsanwalt- schaft eingeschaltet wurde. Es ist ein Skandal, dass es so einfach ist, Genehmigungen der Landesregierung über die Lieferung und Lagerung hochgiftiger Abfälle zu umge- hen. *** 2