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Lars Harms zu TOP 44 - Ausbau des Breitbandnetzes
PresseinformationKiel, den 25. Februar 2011 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 44 Ausbau des Breitbandnetzes Drs. 17/1242Eine leistungsfähige und schnelle Internetanbindung gehört mittlerweile zur Daseinsvorsorge,wie eine vernünftige Verkehrsanbindung, Wasser– und Abwasserleitungen oder dieStromversorgung. Während die letzt genannten Punkte flächendeckend im Land vorgehaltenwerden, sieht es mit der leistungsfähigen Breitbandversorgung in weiten Teilen – insbesonderein den bevölkerungsschwachen Teilen unseres Landes – immer noch suboptimal aus.Der Bericht macht deutlich, dass in Schleswig-Holstein mittlerweile rund 98% seiner Fläche mitBreitband versorgt wird. Hört sich toll an. Aber angesichts der rasend schnellen Entwicklung desInternets und angesichts der Potentiale, die darin stecken, wissen wir bereits heute, dass dievorhandene Leistungskapazität nicht ausreicht. Das heißt, wir unterhalten uns heute darüber,wie wir in Schleswig-Holstein flächendeckend die Technik von gestern anbieten können, anstattdarüber zu reden, wie wir die Netze der Zukunft gestalten.Langfristig ist die flächendeckende Grundversorgung mit Breitband von 1 MB/s nichtausreichend. Sie kann nur ein kurzzeitiger Zwischenschritt sein. Angesichts der schnellen 2Entwicklung des Internets, ist das im Bericht genannte Ziel, bis 2020 eine weitgehendflächendeckende Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsnetzen auf die Beine zu stellen, nurschwer zu realisieren, wenn man als Grundlage hierfür auch die angemessenenGeschwindigkeiten der Netzverbindungen nimmt.Wir wissen um die Notwendigkeit einer schnellen Internetverbindung. Nach derzeitigemKenntnisstand sind Bandbreiten von 100 MB/s oder mehr nur mit Glasfasertechnik zu erreichen.Um diese Technik kommen wir aber nicht umhin, wenn wir über Hochgeschwindigkeitsnetzereden. Das ist das Ziel und das bedeutet, dass hier Geld in die Hand genommen werden muss.Denn der flächendeckende Ausbau mit Glasfaserkabeln wird auf 2,6 bis 3,1 Mrd. Euro geschätzt.Das sich das nicht eben mal so wuppen lässt ist klar. Hierfür brauchen wir langfristigeFinanzierungspläne.Hierbei nur auf den Markt zu setzen, ist nach unserer Auffassung falsch. Der Markt wird’s schonrichten. Die Aussage trifft zu. Der Markt hat es gerichtet und die öffentliche Hand bleibt auf denwirtschaftlich uninteressanten Gebieten sitzen. Hier spricht auch der Bericht vomMarktversagen.Das gleiche werden wir erleben, wenn es um die Verlegung der Glasfaserkabel geht. Auch dortwerden wir feststellen, dass die finanziell interessanten Gebiete schnell von privaten Betreibernentsprechend versorgt werden und die öffentliche Hand auf den unrentablen Regionen sitzenbleibt. Aus diesem Grund halten wir daran fest, eine schnelle Internetanbindung gehört zurDaseinsvorsorge und ist damit Aufgabe des Staates. Wir wollen keine Internetspaltung derGesellschaft.Der Bericht macht deutlich, dass viel von Seiten des Landes unternommen wird, um dieverschiedenen Akteure im Land einzubinden und zu informieren. Angesichts des Umfangs undder Komplexität, hinsichtlich der Bereitbandförderprogramme- und Richtlinien oder dertechnischen und praktischen Möglichkeiten ist dies dringend notwendig. Hierbei kommt 3insbesondere dem Breitband-Kompetenzzentrum - als Ansprechpartner für die Kommunen - einewichtige Rolle zu. Für die Einrichtung dieser Stelle gebührt der Landesregierung Dank. Es ist denehrenamtlichen Akteuren im Land kaum zuzumuten, sich in dieser komplexen Materie zubewegen und dafür allein die Verantwortung zu tragen.