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14.03.11 , 14:29 Uhr
SSW

Atomkraft: Landesregierung muss sich für neuen Atomkonsens einsetzen

Pressemitteilung Nr. 034/2011
Kiel, den 14.03.2011

Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383



Atomkraft:
Landesregierung muss sich für neuen Atomkonsens einsetzen
Zur aktuellen Diskussion um die Atomkraft erklärt der energiepolitische
Sprecher der SSW-Landtagsfraktion, Lars Harms:


„Das Unglück in Japan macht deutlich, dass der Mensch nie die Kräfte der
Natur beherrschen wird. Kein noch so kluges Konzept, keine noch so
ausgefeilte Technik und kein noch so fehlerfreier Mensch können garantieren,
dass das atomare Feuer absolut sicher eingeschlossen werden kann.


Angesichts der Tragödie, die sich in Japan abspielt ist es allerdings daneben,
dass die deutsche Politik die drohende Kernschmelze schon wieder für
kurzfristige Grabenkämpfe nutzt, statt innezuhalten und sich die Zeit für
einen neuen Denkprozess zu nehmen. Statt der üblichen Gefechte brauchen
wir eine solide Diskussion darüber, wie es in der Atompolitik weitergehen 2
kann und soll. Eine seriöse, zielgerichtete Diskussion kann nur in erneuten
Konsensgesprächen stattfinden. Deshalb fordern wir die Landesregierung auf,
sich in Berlin für einen neuen Atomkonsens einzusetzen. Die aktuellen
Ereignisse sind dafür mehr als Grund genug.


Die Meinung des Ministerpräsidenten, dass das Ereignis in Japan nichts mit
unseren Atomkraftwerken zu tun hat, zeigt leider, dass die Befürworter der
Kernenergie nicht einmal nach einer solchen Katastrophe bereit sind, sich den
Realitäten zu stellen. Die phrasenhafte Ankündigung der Überprüfung von
technischen Sicherheitsstandards ist der verzweifelte Versuch, die
grundsätzlichen Probleme der Atomkraft zu leugnen und die Normalität in
der deutschen Atompolitik wiederherzustellen. Er wird kläglich scheitern.“


Lars Harms kritisiert auch die heutige Ankündigung von Vattenfall, über die
Zukunft der beiden schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke Krümmel und
Brunsbüttel werde man spätestens bis Ende Juni auf Grundlage einer
Wirtschaftlichkeitsanalyse entscheiden. „Die wirtschaftlichen Interessen der
Betreiber dürfen nicht darüber entscheiden, welche Risiken für die
Bevölkerung und die Umwelt eingegangen werden. Diese Abwägung ist das
Grundübel der Atompolitik.“

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