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Anke Spoorendonk zu TOP 15 - Deutliches Bekenntnis für die Universität Flensburg
Presseinformation Kiel, den 24. März 2011 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 15 Deutliches Bekenntnis für die Universität Flensburg Drs. 17/1347Wir haben heute einen Antrag gestellt, in dem wir von der Landesregierung ein deutliches undnachhaltiges Bekenntnis zur Universität Flensburg einfordern. Die Landesregierung sollsicherstellen, dass die Uni Flensburg mit ihrem Profil bestehen bleibt und Zeit, Raum sowieUnterstützung für eine Neuorientierung und Konsolidierung erhält. Außerdem soll dieLandesregierung die Uni Flensburg bei der Umsetzung des regionalen Konzepts sowie derEmpfehlungen des WKN-Gutachtens - das heißt: des Gutachtens der WissenschaftlichenKommission Niedersachsen - unterstützen.Es gibt gute Gründe, warum der SSW heute diesen Antrag gestellt hat. So hat derBildungsausschuss Anfang März die Uni Flensburg besucht, um sich vor Ort einen Eindruck zuverschaffen. Die Kollegin Herold teilte als Ausschussvorsitzende daraufhin mit, dass bei demBesuch deutlich geworden war, wie hervorragend die Uni aufgestellt sei und dass eineSchließung der Wirtschaftswissenschaften nicht länger auf der Agenda stehe. DasWissenschaftsministerium sah sich aber interessanter Weise genötigt, diese Aussagezurechtzurücken. Es ließ mitteilen, dass noch keine Entscheidung über die Zukunft der 2Wirtschaftswissenschaften getroffen sei. Wonach der CDU-Wirtschaftsrat noch einendraufsattelte und eine Totgeburt wieder zum Leben erweckte, indem er die Zurückstufung derUni Flensburg zu einer Pädagogischen Hochschule und das Andocken der restlichenStudiengänge an die CAU in Kiel forderte.Alles dies ist nicht nur ein Zeugnis dafür, wie groß die Verwirrung bei CDU, FDP undLandesregierung in Sachen Uni Flensburg ist. Dies ist vor allem ein Zeugnis dafür, wie eineUniversität zu einem hochschulpolitischen Spielball wird, an dem nach Lust und Launeherumgezerrt werden kann. Das Ganze gipfelte Anfang der Woche mit einer Pressemitteilungder FDP, worin die Kolleginnen Loedige und Funke die Universität aufforderten, unter derMaßgabe der geplanten Reduzierung der Landesmittel ein tragfähiges und zukunftsfähigesKonzept zu erstellen, das die Hauptforderungen der WKN erfüllt. Soll heißen: Erst wird dieWissenschaftskommission Niedersachsen mit einem Gutachten beauftragt und nachdemdieses vorliegt, fordert man sowohl dessen Umsetzung, wie auch die Einhaltung allerSparvorschläge. Dies widerspricht nicht nur jeglicher Logik, dies widerspricht vor allemjeglicher Art von Gespür für die Situation an der Uni Flensburg. Vor diesem Hintergrund wirdauch mit dem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen der zweite Schritt vor dem ersten getan. Erverdeutlicht aber, was geschieht, wenn ein „Entscheidungs-Vakuum“ entsteht. Der SSW würdebegrüßen, wenn dieser Antrag im Ausschuss eingehender beraten werden könnte.Die WKN hat in ihrem Gutachten deutlich geschrieben, dass die Situation an der Uni Flensburgschwierig ist und sie sich in einer Krise befindet. Grund dafür sind unter anderem die vielenBegutachtungen und die knappe finanzielle Grundausstattung der Universität. Trotzdem sei –und das möchte ich hier besonders hervorheben – an der Uni ein deutlicher Wille zurnachhaltigen Verbesserung der aktuellen Situation und zur konstruktiven Gestaltung derZukunft klar erkennbar. Dies macht sich in der gesamten Region bemerkbar. Die Uni und die FHsowie die Syddansk Universitet und die IHK haben in einem beispiellosen Kraftakt ein Konzeptfür die Finanzierung der Wirtschaftswissenschaften bis 2020 vorgelegt und als Zukunftsvision 3ein Europäisches Hochschulzentrum angedacht. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeitzwischen der Universität, der Fachhochschule und der Syddansk Universitet ist nicht nur einAlleinstellungsmerkmal für die Region, sie trägt vor allem zu einer dynamischen undinnovativen Hochschularbeit bei und ist ein großer Gewinn gerade für die Wirtschaft imNorden unseres Landes.Für den SSW möchte ich hier und heute dazu auffordern, endlich das Tauziehen um die UniFlensburg zu beenden und ein deutliches Signal zu setzen. Die Weichen für einen Erhalt derWirtschaftswissenschaften müssen zügig gestellt werden – die WKN hat sich dazu eindeutigpositioniert. Außerdem muss eine klare Zukunftsperspektive für die Universität erarbeitet unddie massiven Kürzungsvorschläge vom Tisch genommen werden. Kreative und realistischeVorschläge für die Zukunft der Uni Flensburg liegen sowohl aus der Region als auch von derWKN vor. Wir fordern daher die Landesregierung auf, endlich Farbe zu bekennen, damit dieHochschule, die Wirtschaft und die anderen Partner in der Region und in Süddänemark wiederPlanungssicherheit für den Hochschulstandort Flensburg bekommen.