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Anke Spoorendonk zu TOP 31 - Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Fachkräftepotenzial besser nutzen
Presseinformation Kiel, den 25. März 2011 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 31, 32 Für eine erleichterte Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen, Bildungs- und Berufsabschlüssen und Fachkräftepotenzial besser nutzen Drs. 17/1374, 1375Wenn wir die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen diskutieren, müssenwir aus einer fachlichen Sicht heraus unterscheiden zwischen Fachkräftegewinnung undIntegrationsdebatte. Nicht, dass diese Aufteilung sonderlich befriedigend ist. Aber es musstrotzdem unterschieden werden, zwischen den Menschen, um die politisch geworben wird,und den Menschen, die politisch nur akzeptiert werden. Mit anderen Worten: bei derAnerkennung von beruflichen Qualifikationen wird mit zweierlei Maß gemessen.Der Antrag von CDU/FDP zum Fachkräftepotenzial macht es deutlich. Dort geht es um dieGewinnung von hochqualifizierten Fachkräften für die Weiterentwicklung der Wirtschaft - wasaus Sicht des SSW durchaus sinnvoll ist. Dies ist aber kein Antrag, der sich mit der Integrationvon Migrantinnen und Migranten auseinandersetzt. Genau hier liegen aber die größtenProbleme und der dringendste politische Handlungsbedarf bei der Anerkennung vonQualifikationen. 2Die Landesregierung hat 2010 in ihrem Bericht zur Anerkennung von im Ausland erworbenenAbschlüssen bereits deutlich gemacht, mit welchen Problemfeldern wir es zu tun haben. Es gabbisher keine allgemeine Rechtsgrundlage und keinen allgemeinen Rechtsanspruch für dieAnerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Jeder Ausländer, der nach Deutschland kam undin seinem erlernten Beruf arbeiten wollte, war ein Einzelfall und genau hier liegt das Problem.Für die 16 Bundesländer gibt es bisher keine einheitlichen Verfahren, keine einheitlichenKriterien, keine einheitliche Beratung und keine einheitliche Zuständigkeitsstelle.Die Länder haben sich bisher davor gescheut, die Zentralstelle für ausländischesBildungswesen bei der KMK finanziell besser auszustatten und damit eine zentrale Anlaufstellefür ganz Deutschland zu entwickeln. Dies bedeutet, dass jede Person, die ihre erworbenenQualifikationen anerkannt haben möchte, ein Sonderfall ist und ihren eigenen Weg durch dasLabyrinth finden muss.Dänemark macht vor, dass es auch anders geht. Die dänische Agentur für InternationaleBildung ist die zentrale Anlaufstelle für alle Gymnasial-, Hochschul- und Berufsabschlüsse. Hierwerden Abschlüsse entweder direkt bewertet oder die zuständige Stelle benannt. DasVerfahren darf bis zu drei Monate dauern, im Durchschnitt werden aber nur 27 Tage gebraucht.Mit dem vorgestern im Bundeskabinett beschlossenen Gesetz zur Anerkennung von imAusland erworbenen Qualifikationen macht Deutschland einen Schritt in die richtige Richtung.Sowohl die Verankerung des Rechtsanspruchs als auch die schnellere Bearbeitung desVerfahrens und das Aufzeigen von Qualifizierungsmaßnahmen sind wichtige Eckpunkte, umAnerkennungsverfahren zu erleichtern.Für den SSW möchte ich aber auch deutlich sagen, dass dies nur die ersten Schritte seinkönnen. Deutschland darf nicht das Land der begrenzten Möglichkeiten sein, in dem gutqualifizierte Menschen nicht erkannt werden. Um aus einem Bericht des Spiegels aus dem 3letzten Jahr zu zitieren: Für jeden Betroffenen ist es ein persönliches Drama, schlimm genug,für den Staat aber summieren sich die Schicksale zu einer politischen Dummheit und einervolkswirtschaftlichen Verschwendung. In diesem Sinne müssen wir lernen umzudenken undnicht nur danach fragen, welche Papiere jemand mitbringt, viel mehr müssen wir danachfragen, was diese Person kann. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels müssen wirdaher weitere Rahmenbedingungen schaffen, um die Anerkennung von Qualifikationen ausdem Ausland zu erleichtern. Die Bundesländer sollten hier an einem Strang ziehen undgemeinsam vorgehen, um Verfahren, Kriterien, Beratung und Zuständigkeiten transparent undeinheitlich zu gestalten.