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26.05.11 , 17:44 Uhr
SPD

Birte Pauls: Initiative für bessere Pflege

Kiel, 26. Mai 2011 Nr. 169/2011



Birte Pauls:
Initiative für bessere Pflege

Zur Nachbereitung des Pflege-Praktikums, das Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion am Internationalen Tag der Pflege in verschiedenen Einrichtungen absolvierten, hatte die Fraktion gestern Vertreterinnen und Vertreter dieser Einrichtungen zu einem Gespräch eingeladen. Dazu erklärt die pflegepolitische Sprecherin Birte Pauls:
Wir haben bei unseren Praktika in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten einen Einblick in den Alltag der Pflegekräfte erhalten. Daraus und aus dem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von Pflegeeinrichtungen haben sich mehrere Punkte herauskristallisiert, wo auch die dort Beschäftigten selbst dringenden Handlungsbedarf sehen:


• Die Pflegedokumentation, die auch Grundlage für die Bezahlung von Leistungen ist, nimmt zuviel Zeit in Anspruch, die dann in der Pflege fehlt. • Für Demenzerkrankte gibt es oft keine Pflegestufe; diese Patienten brauchen jedoch besondere Zuwendung. Daher muss der Pflegebedürftigkeitsbegriff dringend überarbeitet werden. • Es gibt immer mehr Diabetiker und Pflegebedürftige mit Mehrfacherkrankungen in Pflegeeinrichtungen, so dass dort mehr Kranken- und Behandlungspflege geleistet werden muss. Das führt auch zur Arbeitsverdichtung in der Pflege. • Damit Pflegekräfte ihrem Beruf treu bleiben, müssen die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert werden. Hierzu gehört auch die gesellschaftliche Anerkennung des Berufes, die sich auch in der Entlohnung widerspiegeln muss. • Mit dem Auslaufen der Wehrpflicht wird es ab Juli keine neuen Zivildienstleistenden geben, dadurch entsteht eine Lücke in den Pflegeeinrichtungen, die von den Pflegekräften nicht ausgefüllt werden kann. • Die Ausbildung muss für die Auszubildenden kostenfrei sein und attraktiver gestaltet werden; das ist unabdingbar, wenn man mehr junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen will. 2



Wir werden diese Ergebnisse nach und nach in Anträgen und Initiativen aufgreifen, um die Pflege zukunftssicher zu machen, den Patienten eine moderne und qualitativ hohe Pflege zukommen zu lassen und mehr Pflegekräfte zu gewinnen.
In diesem Sinne hat die Fraktion den Antrag „Mehr Zeit für Pflege“ erarbeitet, mit dem sie eine Vereinfachung und Reduzierung der Dokumentation erreichen möchte, so dass die Anforderungen an eine qualifizierte, sichere und transparente Pflege weiterhin gewährleistet sind, aber mehr Zeit für die eigentliche Pflege am Menschen bleibt.
Unsere Eindrücke und die Rückmeldungen aus den Einrichtungen bestätigen, dass die Pflegereform dringend notwendig ist. Dass die Bundesregierung sie jetzt um ein Jahr verschiebt, zeigt, dass Schwarz-Gelb der Pflege, einem der wichtigsten Aufgabenbereiche angesichts einer älter werdenden Bevölkerung, zu wenig Bedeutung beimisst.

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