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Monika Heinold zum Ehrenamt
Presseinformation Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Es gilt das gesprochene Wort! Pressesprecherin Claudia Jacob TOP 40 – Initiative für das Ehrenamt Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 in Schleswig-Holstein 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988 - 1503 Dazu sagt für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Fax: 0431 / 988 - 1501 Monika Heinold: Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 450.11 / 24.08.2011Unsere Gesellschaft kann auf das ehrenamtliche Engagement nicht verzichtenZuerst einmal vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ehrenamtliche MitarbeiterIn- nen in der Kinder- und Jugendarbeit, bei den Freiwilligen Feuerwehren, in der Bewäh- rungshilfe, im Schieds- sowie Betreuungswesen, in der Umweltbildung - der Bericht be- schreibt, wie vielseitig und facettenreich ehrenamtliches Engagement in Schleswig- Holstein ist, und wie gut die Chancen sind, dieses Engagement weiter zu fördern und auszubauen.So heißt es in dem Bericht, dass bundesweit 17 Prozent der engagierten BürgerInnen es für möglich halten, ihr ehrenamtliches Engagement auszuweiten. Dieses Potenzial gilt es für Schleswig-Holstein in die Tat umzusetzen.Schleswig-Holstein ist auf einem guten Weg: Beim Ranking der ehrenamtlichen Tätig- keit hat sich das Land von 2004 bis 2009 vom siebten auf den fünften Platz hochgear- beitet und nimmt damit im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein. Im Jahr 2009 haben sich mehr als 37,6 Prozent aller über 14-jährigen Menschen in unserem Land mit durchschnittlich 17,4 Stunden monatlich ehrenamtlich engagiert.Das ist eine hervorragende Ausgangslage für weitere Anstrengungen, damit das Eh- renamt für die Ehrenamtlichen attraktiv bleibt, bzw. attraktiv wird. Insbesondere mit Blick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels muss es gelingen, das Eh- renamt weiter auszubauen, um das Potenzial der „Best Ager“ oder auch der „jungen Al- ten“ zu nutzen. Seite 1 von 2 Und da freiwilliges Engagement – logischer Weise – freiwillig ist, müssen die Rahmen- bedingungen stets überprüft und nachjustiert werden, damit die Bedingungen für beide Seiten stimmen. Dabei dürfen wir nicht den Fehler machen, originär staatliche Aufgaben ins Ehrenamt zu schieben, um öffentliche Ausgaben zu reduzieren, Ehrenamtliche dür- fen nicht benutzt werden, um professionelle Arbeit durch billige Hilfskräfte zu ersetzen.Gerade weil die Schnittstelle zwischen Ehrenamt und staatlicher Aufgabenerfüllung im sozialen Bereich sehr groß ist, müssen beide Aufgabenbereiche klar definiert werden. Dieses gilt auch für den neu geschaffenen Bundesfreiwilligendienst, auch hier müssen mögliche negative Folgen für die Wahrnehmung der Arbeit durch Fachkräfte ausge- schlossen werden.Ehrenamtliche Leistung lässt sich schwer in Geld übersetzen, denn ehrenamtliches En- gagement zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass es nicht in Mark und Pfennig – oder auch in Euro und Cent - bezifferbar ist. Dennoch ist es richtig, dass im Bericht eine Beispielrechnung aufgemacht wird, um ein Gespür für die großartige Leistung des Eh- renamtes zu bekommen:Hätte unsere Gesellschaft für die im Jahr 2009 geleisteten 185 Millionen Stunden einen durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 20 Euro pro Stunde zahlen müssen, hät- ten wir einen Scheck in Höhe von 3,7 Mrd. Euro ausstellen müssen. Hinzu kommt, dass viele Ehrenamtliche auf mögliche Kostenerstattungsansprüche verzichten. Dieses Re- chenbeispiel zeigt: Unsere Gesellschaft kann auf das ehrenamtliche Engagement nicht verzichten, das Ehrenamt ist Teil des Wohlfahrtsindexes.Meine Fraktion bedankt sich bei all denjenigen, die durch ihren Einsatz zeigen, dass für sie nicht der finanzielle Gesichtspunkt, sondern ein funktionierender Sozialstaat im Vor- dergrund steht.Ehrenamtliche berichten immer wieder, dass ihr Einsatz für sie ein Nehmen und Geben ist: sei es der Dank eines Obdachlosen, welcher bei der „Tafel“ Lebensmittel erhält, das Lächeln einer dementen Rentnerin in der Seniorensportgruppe oder auch die Erfah- rung, mit einem Kind in der Lesepatenschaft die Abenteuer von Pippi Langstrumpf noch einmal hautnah zu erleben.Meine Damen und Herren, unsere Aufgabe als PolitikerInnen ist es, bürokratische Hür- den abzubauen, damit sich das Ehrenamt weiterhin gut entwickeln kann. Deshalb un- terstützen wir das Bestreben der Landesregierung, die Regelungen im Einkommens- teuergesetz zu einer einheitlichen Befreiungsvorschrift zusammenzufassen und zu ver- einfachen sowie im Gegenzug Höchstbeträge zu senken. Ebenso unterstützen wir ei- nen Anschluss an die bayerische Bundesratsinitiative, dass die Wahrnehmung von Eh- renämtern keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist. *** 2