Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Anke Spoorendonk zu TOP 16 - Subsidiarität - Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Energieeffizienz
Presseinformation Kiel, den 15. September 2011 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 16, 28 Subsidiarität - Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Energieeffizienz Drs. 17/1766, 1783Die vorliegenden Anträge zum Thema EU-Energieeffizienzrichtlinie und Subsidiaritätskontrolleverdeutlichen sehr pädagogisch die Problematik, mit der wir es zu tun haben: Die Kolleginnenund Kollegen von Bündnis 90/Die Grünen stellen fest, dass das Ziel, Klimaschutz undEnergieeffizienz in Europa zu verbessern ein gemeinsames Vorgehen auf europäischer Ebenevoraussetzt. Ihrer Meinung nach steht dies auch nicht im Widerspruch zumSubsidiaritätsprinzip – das heißt zu dem Grundsatz, dass Angelegenheiten erst dann auf EU-Ebene zu regeln sind, wenn sie auf nationaler oder Länderebene nicht geregelt werden können,weil es dort keine Entscheidungskompetenzen gibt.Auch, wenn wir vom SSW die Forderung der Grünen nach mehr Klimaschutz und mehrEnergieeffizienz teilen, sind wir dennoch der Auffassung, dass die Grünen in ihrem AntragÄpfel mit Birnen verwechseln. Es geht in dieser Frage nämlich nicht zuerst um Klimaschutz undEnergieeffizienz, sondern um die Handhabung von Subsidiarität. Wir stehen dazu, dass die 2Parlamente durch den Vertrag von Lissabon gestärkt worden sind – das gleiche gilt inKlammern auch für das Europäische Parlament – und dass diese Stärkung derGesetzgebungsorgane auf der Ebene der Mitgliedstaaten letztlich unabdingbar ist für dieZukunftsfähigkeit der Europäischen Union.Nun wissen wir alle, dass die Umsetzung des Lissabon Vertrages eher schleppend verlaufen ist.Erst mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts kam Bewegung in die Sache. DieVerfassungsrichter forderten damals in Europa-Fragen mehr Mitsprache für Bundestag undBundesrat, als diese für sich selbst in der ersten Version der bundesdeutschen Begleitgesetzevorgesehen hatten. Für die Länderparlamente wiederum bedeutet diese Gemengelage, dass siesich seitdem dafür stark machen, als eigenständige Kraft wahrgenommen zu werden.Sprachrohr sind die Landtagspräsidenten – daher unseren Dank an Landtagspräsident TorstenGeerdts, der dies sehr engagiert für uns macht. Denn Fakt ist doch, liebe Kolleginnen undKollegen, wenn es uns nicht gelingt die Landtage als gleichberechtigte Partner zupositionieren, dann wird unsere Kompetenz letztlich immer weiter ausgehöhlt.Damit bin ich bei dem zweiten Antrag – der Antrag von CDU, SPD, FDP und SSW zurSubsidiaritätskontrolle. Dieser Antrag befasst sich eben nicht mit dem Inhalt der EU-Richtlinie,sondern nur mit der Frage, ob Subsidiarität betroffen ist oder nicht. Wir äußern unsereBedenken in dieser Hinsicht und fordern eine entsprechende Stellungnahme des Bundesratesein – dieses Verfahren ist Teil des Lissabon Vertrages. Es muss aus Sicht des SSW mit Lebenerfüllt werden, um Wirkung zu erzielen. Tun wir es nicht, kann man uns zu Recht vorwerfen,dass die Landtage als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet sind.