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Anke Spoorendonk zu TOP 14 - Strukturfonds zukunftsfähig für Schleswig-Holstein gestalten
Presseinformation Kiel, den 06.10.2011Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 14 Strukturfonds zukunftsfähig für Schleswig-Holstein gestalten Drs. 17/1860Eines wurde dem Europa-Ausschuss bei seinem Besuch in Brüssel letzte Woche klar: Erst, wennder neue EU-Finanzrahmen für den Zeitraum 2014-2020 beschlossen ist, wird es möglich seinzu beziffern, wie hoch das Finanzvolumen der Strukturfonds für die kommende Förderperiodesein wird. Fest scheint auch zu stehen, dass es schwierig sein wird, den beschlossenen Zeitplaneinzuhalten. Die Einschätzung war, dass der mehrjährige Finanzrahmen erst nach derfranzösischen Präsidentschaftswahl in trockenen Tüchern sein wird. Die großen europäischenPolitikbereiche – Gemeinsame Agrarpolitik, Regionalpolitik und Forschung – werden aberweiterhin eine zentrale Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass sichauch der Schleswig-Holsteinische Landtag positioniert – nicht nur zur künftigen Agrarpolitik,sondern auch, wenn es um die Zukunft der Strukturfonds insgesamt geht. Denn auch daserfuhren die Mitglieder des Europa-Ausschusses in Brüssel: Stellungnahmen sind gerngesehen, weil sie dazu dienen, die Qualität des Meinungsbildungsprozesses zu verbessern undFehlentscheidungen vorzubeugen. Für den SSW heißt dies im Umkehrschluss, dass es höchste Zeit ist, diese Diskussion in einer breiteren Öffentlichkeit zu führen – abzuwarten, wie sich derBundesrat entscheidet, ist eindeutig zu wenig ambitioniert.Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen stellt sich erst einmal hinter den Vorschlag der EU-Kommission. Gleichwohl verkennt er, dass diese „von oben nach unten“ - Strategie den Ansatzdes Ausschusses der Regionen zumindest in Frage stellt. Denn zu recht wird dortproblematisiert, was eine eins zu eins Umsetzung des Kommissionsvorschlages für diebisherigen Ziel 1 Regionen der EU bedeuten wird. Der SSW teilt daher die Skepsis des AdR gegendie Einführung von neuen Übergangsregionen. Gefragt ist ein besseres und fairesÜbergangsystem, um sicherzustellen, dass ein Bruch in der regionalen Förderung nicht dieEntwicklung der Regionen beeinträchtigt. Der AdR will „eine Evolution, nicht eine Revolution“heißt es in einer entsprechenden Stellungnahme. Mir ist bewusst, dass sich die Bundesrepublik– Bund und Länder gemeinsam – ähnlich äußern. Gleichwohl wissen wir, dass genau dieserPunkt im Europaparlament kontrovers debattiert wurde und dass sich eine Mehrheit derAbgeordneten für die Schaffung solcher Übergangsregionen ausspricht. Weniger kontroverssehe ich andere Spiegelstriche des Grünen-Antrages. Dennoch wird es bei dem gesamten Paketdarauf ankommen, wie die unterschiedlichen Intentionen ausbalanciert werden können. Esdarf auch unserer Meinung nach nicht so sein, dass die „Stachel“ der neuen EU-Regionalpolitik- wie bei einem Stachelschwein - in alle Richtungen zeigen. Das wäre kontraproduktiv. Für denSSW steht aber auch fest: die regionale und lokale Ebene muss verantwortlich eingebundenwerden, weil es nur so gelingen wird, den Prinzipien des Lissabonvertrages Rechnung zutragen. Wir treten daher auch grundsätzlich für eine Stärkung des AdR ein.Dass Schleswig-Holstein bei der Weiterentwicklung der Strukturpolitik nicht bei null anfängt,zeigt unter anderem die I-Bank, die als unser wichtigstes Förderinstitut schon seit langem mitdem Instrument der revolvierenden Fonds arbeitet. Der Ansatz ist richtig, weil er zum einen zueinem effizienteren Umgang mit Fördermitteln motiviert und zum anderen gerade für einarmes Land wie Schleswig-Holstein eine echte Chance bedeutet. Doch gerade, weil hinter der Neustrukturierung der EU-Regionalpolitik auch das Bestreben zusehen ist, die Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu rücken, will ich zuletzt noch einenkonkreten Punkt ansprechen. Die Zusammenarbeit von Schule und Arbeitswelt hat sich in denletzten Jahren sehr bewährt. Grund genug also, genau dieses weiter einzufordern und zustärken. Es wirkt daher mehr als kontraproduktiv, wenn bei der Ausschreibung vonMaßnahmen jährlich neue Anträge gestellt werden müssen. Bei einem Besuch desBerufsbildungszentrums in Schleswig wurde mir bewusst, wie viele Ressourcen so einVerfahren in Anspruch nimmt. Für eine Änderung und Vereinfachung lohnt es sich zu kämpfen,nicht nur wegen des Systems – sondern in erster Linie, weil es um die Zukunft einer schwachenGruppe von Jugendlichen in unserer Gesellschaft geht.