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27.10.11 , 17:16 Uhr
B 90/Grüne

Robert Habeck zur Kultur und der aktuellen Debatte

Presseinformation

Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
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Nr. 586.11 / 27.10.2011 Absurde Unterstellung
Zur den Presseinformationen der kulturpolitischen SprecherInnen der anderen Fraktio- nen zur Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung am 25.10. in Lübeck und den in der Presse zitierten Äußerungen sagt der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck:
Vorgestern hat in Lübeck eine Veranstaltung zum Thema Kulturpolitik stattgefunden. Im Laufe der Diskussion habe ich darauf hingewiesen, dass die gesellschaftliche Aufgabe darin besteht, bei weniger Geld und zurückgehender Bevölkerung die kulturellen Leis- tungen zu sichern und nach Möglichkeit sogar auszubauen.
Nach meiner Auffassung kann das nicht gelingen innerhalb der bestehenden Struktu- ren. Neben vielen weiteren Beispielen nannte ich auch die starre Trennung zwischen staatlich geförderten und freien Theatern, die in dieser harschen Entgegensetzung möglicherweise überholt ist. In diesem Zusammenhang ist der in der Presse zitierte Satz gefallen: „Wenn man das Geld des Landestheaters all den soziokulturellen Einrich- tungen und der alternativen Kultur geben würde, würden die dafür die ganze Westküste rocken.“ (Lübecker Nachrichten vom 27.102011).
Dieser Satz meint, dass das kulturelle Angebot in strukturschwachen Räumen mögli- cherweise nur durch neue Lösungen aufrechterhalten werden kann. Mit anderen Wor- ten: Vielleicht hilft es dem Landestheater sogar, die Außenspielstätten in Kooperation mit den freien Theatern, die dann selbstverständlich einen entsprechenden finanziellen Anteil bekommen müssten, zu bespielen.
Daraus eine Schließung oder gar Zerschlagung des Landestheaters zu machen, ist dermaßen absurd, dass ich mich wundere, wie meine geschätzten kulturpolitischen SprecherkollegInnen solchen Unsinn behaupten können.
Im Gegenteil fordere ich alle kulturpolitisch Interessierten auf, endlich aus ihren Gräben herauszukommen. Wir brauchen eine kulturpolitische Debatte, in der sich Menschen Seite 1 von 2 trauen, Vorschläge zu machen, wie wir die kulturelle Landschaft in Schleswig-Holstein sichern können, indem wir sie verändern. Wer sich ständig hinter Kommissionen, Plä- nen und Gutachten verschanzt, verweigert in Wahrheit die überfällige kulturpolitische Neuaufstellung.
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