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Anke Spoorendonk zu TOP 62 - Reform der Lehrerausbildung für Grundschule und Sekundarstufe 1
PresseinformationKiel, den 15. Dezember 2011 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 62 Reform der Lehrerausbildung für Grundschule und Sekundarstufe 1 Drs. 17/1781 (neu), 1936Die Lehrerausbildung muss den veränderten Schulstrukturen angepasst werden. Darin sind wiruns wohl alle einig. Sogar die Landesregierung hat dies erkannt und schildert in ihrem Berichtumfassend, dass die bisherigen lehramtsbezogenen Studiengänge nicht mehr mit denSchularten korrespondieren. Als erstes muss daher ein Studiengang für die Ausbildung derLehrkräfte für Gemeinschafts- und Regionalschulen eingerichtet werden. Und als nächstesmuss der Studiengang für das Lehramt Grundschulen reformiert werden. Die Grundschulenexistieren zwar in ihrer altbekannten Form weiterhin, stehen aber vor neuenHerausforderungen. Es ist daher dringend notwendig, dass die kommenden Lehrkräfte aufdiese Herausforderungen vorbereitet werden.Mit der Anpassung der Lehramtsstudiengänge an die Schularten wird es auch Veränderungenbei Studiendauer und Studienabschluss geben. Die bisherigen Studiengänge an der UniFlensburg für die Grund- und Hauptschulen sowie die Realschulen bestehen aus drei Jahren 2Bachelor-Studium und einem Jahr Master-Studium. Da ein Master-Abschluss aber 300 Credit-Points beinhalten muss, ist dieser verkürzte Studiengang nur noch bis zum Wintersemester2013/14 zulässig. Hier muss also dringend etwas passieren. Im Sommer konnten wir der Presseentnehmen, dass Bildungsminister Klug diese Veränderung gerne nutzen möchte, um zurückzum Staatsexamen zu kehren und damit als Land mehr Einfluss auf die Lehramtsausbildung zunehmen. Aus seiner Sicht hätten die Lehramtsstudiengänge von Kommissionen extremschlechte Bewertungen bekommen, so dass das Land bei der inhaltlichen Ausgestaltung desStudiengangs mitreden muss. Dem widerspricht das Wissenschaftsministerium und weistdarauf hin, dass diese Rolle rückwärts die Weiterentwicklung der Studiengänge behindern undauch bei den Hochschulen selbst Protest auslösen würde.Aus Sicht des SSW kann man dem Wissenschaftsministerium zu dieser realistischenEinschätzung der Situation nur gratulieren. Die Idee, zurück zum Staatsexamen zu kehren,obwohl die Hochschulen gerade in mühsamer Arbeit alles umgewandelt haben, ist soaberwitzig, dass wir es zuerst gar nicht glauben wollten. Hinzu kommt, dass sich die UniFlensburg mit ihrer neuen Präsidentin inhaltlich auf einen guten Weg befindet. Das wurdeauch von Staatssekretärin Frau Dr. Andreßen anerkannt, als sie bei dem Jahresempfang der Unidas Grußwort der Landesregierung sprach.Bisher hat die Landesregierung laut Bericht noch nicht entschieden, ob sie den Masterverlängert oder zurück zum Staatsexamen geht. Für den SSW möchte ich noch einmal ganz klarsagen, dass ein Zurück zum Staatsexamen gar nicht geht. Die Bologna-Reform mit ihrenZielsetzungen der einheitlichen Studiengänge, einheitlichen Bewertungsrahmen und derAnerkennung von Leistungen in ganz Europa macht schlichtweg keinen Sinn, wenn wir ständigAusnahmen schaffen. Davon mal ganz abgesehen, haben die Universitäten einen großenKraftakt betrieben, um die Studiengänge umzuwandeln. Es würde die Arbeit an denHochschulen, den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter völlig entwerten, wenn die 3Landesregierung jetzt beschließt, alles wieder zurück zu drehen. Heute hü, morgen hott - sokönnen Hochschulen natürlich keine gute Arbeit leisten.Die Verlängerung des Masters wird cirka 1,8 Millionen Euro kosten. Dieses Geld hat dieLandesregierung mit ihrem Master „light“ bisher gespart. Dabei gibt es keinen vernünftigenGrund, warum die Lehrkräfte an Grund-, Gemeinschafts- und Regionalschulen wenigerAusbildung bräuchten, als Lehrkräfte an Gymnasien. Aus einer rein pädagogischen Sicht heraushätte einem also schon viel früher auffallen müssen, dass das Murks ist. Dies gilt im Übrigenauch für die Debatte um die Gehälter. Natürlich wird die Forderung erhoben, dass alleLehrkräfte gleiches Gehalt bekommen, wenn die Ausbildung gleichlang ist. Für den SSWmöchte ich noch einmal klarstellen, dass es hier um gut ausgebildete Lehrkräfte für unsereKinder geht. Es geht nicht darum, wie wir an der Bildung sparen können, um den Haushalt zusanieren.