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09.01.12 , 14:26 Uhr
B 90/Grüne

Bernd Voß zur Massentierhaltung

Presseinformation

Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Telefon: 0431 / 988 - 1503 Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de
Nr. 006.12 / 09.01.2012
Zeitbombe Antibiotika in der Massentierhaltung: Landesregierung muss handeln
Zu den aktuellen Meldungen über mit antibiotikaresistenten Keimen belastetes Hähnchenfleisch in deutschen Supermärkten sagt der agrar- und verbraucherpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:
Die Landesregierung muss handeln und sich endlich einen Überblick über das Ausmaß des Antibiotikaeinsatzes auf schleswig-holsteinischen Geflügelmastbetrieben verschaf- fen. Bei nur fünf Wochen Mastdauer und immer größer werdenden Tierbeständen in der Hähnchenmast müssen wir davon ausgehen, dass auch bei uns der Einsatz von Antibio- tika die Regel ist, nicht die Ausnahme.
In welchem Ausmaß in Schleswig-Holstein Antibiotika in der Geflügelmast zum Einsatz kommen, wissen wir nicht. Die Landesregierung kann dazu keine Zahlen liefern. (Siehe Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grü- nen zum Einsatz von Antibiotika in der Geflügelmast, Drucksache 17/2053).
Schleswig-Holstein muss in einer Studie den Antibiotika-Einsatz in den Betrieben genau prüfen, mindestens sollten aber verstärkt Stichproben durchgeführt werden, wie es in Mecklenburg-Vorpommern jetzt auch gemacht wird. Dort hat die Landesregierung auch eine Strategiegruppe zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in Tierhaltungen einge- setzt.
Die Beispiele Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern zeigen: es kann und muss auf Landesebene gehandelt werden. Wir fordern von der Landesregierung, Best Practice-Beispiele herauszustellen, in ein Antibiotika-Reduktionsprogramm einzusteigen und die Geflügelhaltung transparenter zu machen.
Der zunehmende Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung stellt eine ernstzu- nehmende Gefahr dar. Hier tickt eine Zeitbombe. Wir müssen bei den Ursachen, sprich Seite 1 von 2 den Haltungsbedingungen, ansetzen, um das Problem zu lösen. Der massive Einsatz von Antibiotika ist nur ein Symptom eines krankenden Systems der Massentierhaltung.
*** Hintergrund: Eine Studie zum Antibiotika-Einsatz bei Mastgeflügel in Nordrhein-Westfalen hat kürzlich ergeben, dass dort 96,4 Prozent der Masthähnchen Antibiotika verabreicht bekommen haben, lediglich 3,6 Prozent sind nicht behandelt worden. In Schleswig-Holstein gibt es 36 Betriebe mit Hähnchenmast, pro Jahr werden 17,5 Millionen Tiere gemästet.



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