Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Lars Harms zu TOP 21 - Rückstellung der AKW-Stilllegung insolvenzsicher machen
Presseinformation Kiel, den 25.01.2012 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 21 Rückstellung der AKW-Stilllegung insolvenzsicher machen Drs. 17/2092Mit dem erneuten – und hoffentlich endgültigen – Beschluss, aus der risikobehaftetenAtomenergie auszusteigen, hat ein langer Weg begonnen. Der politische Ausstiegsbeschlusswurde mehrheitlich gefasst und lässt sich nun nicht mehr so leicht umstoßen.Es gilt mittelfristig, die Energieversorgung auf regenerative Beine zu stellen und dieVoraussetzungen für eine dezentrale Energieversorgung zu schaffen.Parallel müssen wir uns aber auch mit der Problematik befassen, was nun mit den altenMeilern geschehen soll. Denn man kann nicht einfach den Schlüssel umdrehen und den Meilermit seinen radioaktiven Elementen sich selbst überlassen. Aus diesem Grund ist es richtig, sichmit dieser Thematik zeitnah zu befassen.Das Entsorgungsproblem ist derzeit immer noch nicht gelöst. Hier läuft bundesweit eineDiskussion und Suche, wo der atomare Müll endgelagert werden kann. Mit den bisherigenErfahrungen von Asse 2 und auch Gorleben wurde in mehrfacher Hinsicht deutlich, wo dieProbleme liegen. Zum einen: es gibt derzeit kein sicheres Endlager. Zum anderen, ist derEntsorgungsaufwand nicht eindeutig geklärt. 2Auch wenn die Energieversorgungsunternehmen gesetzlich dazu verpflichtet sind, fürStilllegung und Rückbau von Atomkraftwerken sowie für die Entsorgung der radioaktivenAbfälle eigene Rücklagen zu bilden, wurde häufig der Steuerzahler herangezogen, die Zeche zubezahlen. Das kann so nicht richtig sein.Die Betreiber sind zwar verpflichtet, einmal im Jahr ihre Rückstellungen offen zu legen, jedochwurde vom Bundesrechnungshof kritisiert, dass es an fachlicher Transparenz mangelt. Es seinicht möglich, die Höhe der Rücklagen fachlich zu beurteilen und festzustellen, ob dieRückstellungen ausreichend sind. Es muss möglich sein, die Grundlagen für die Rücklagen zubewerten und dann auch Korrekturen vorzunehmen, die bestimmt nötig sind.Im Jahr 2009 haben die Konzerne rund 28 Milliarden Euro Rücklagen gebildet. Also einebeträchtliche Summe. Das Problem dabei ist aber ganz simpel. Sobald die Konzerne zu hoheRücklagen bilden, fehlen dem Staat die Steuereinnahmen. Weil Rücklagen den Gewinnschmälern und damit die Steuerschuld. Sind die Rücklagen zu niedrig, reichen diese im Fallevon Rückbau und Endlagerung nicht aus. Und der Steuerzahler muss wieder einspringen. Egalwie man‘s dreht und wendet. Der Steuerzahler ist der gekniffene.Da muss ich aber sagen, der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach. Sollheißen, es muss dabei bleiben, dass die Konzerne für ihren Müll finanziell selbst aufkommenmüssen. Auch wenn dies weniger Steuereinnahmen bedeutet.Aber diese finanziellen Mittel müssen dann auch für diese Aufgabe gesichert werden. Deshalbist die Zielrichtung des Antrages der Grünen richtig. Nach unserer Auffassung müsste manvielleicht auch über einen externen Fonds nachdenken, der auch Folgen eines atomaren Unfallsabsichern könnte.Laut Atomgesetz sind die Folgekosten eines Unfalls mit bis zu 2,5 Mrd. € abgesichert. Darüberhinaus haften die Betreiber mit ihrem Vermögen. Reicht dies nicht aus, springt der Staat ein.Studien zu Folge könnte im Falle eines Super-GAUs in Deutschland ein Schaden weit über5 Billionen € entstehen. 3Eine Fondslösung würde sowohl die Entsorgung als auch den Fall eines atomaren Unfallsabsichern können. Auch wäre es eventuell sogar im Bezug auf die Steuereinnahmen günstigerfür den Staat, einen Fonds zu bilden, weil dann die Rückstellungen nicht interneRückstellungen in einem Unternehmen wären.Ob Fonds oder Bürgschaft ist aber nicht der Punkt an dem sich die Geister scheiden. Der Antraggeht in die richtige Richtung und deshalb stimmen wir zu.