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PM Norddeutsche Zusammenarbeit: Schleswig-Holstein darf sich nicht unter Wert verkaufen
Pressemitteilung Nr. 005/2012Kiel, den 14.02.2012Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383Norddeutsche Zusammenarbeit:Schleswig-Holstein darf sich nicht unter Wert verkaufenAnlässlich der heutigen Präsentation des Abschlussberichts der Enquetekommis- sion „Chancen einer verstärkten norddeutschen Kooperation“ erklärt die Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Anke Spoorendonk:„Die Arbeit in der Enquetekommission hat aufgezeigt, dass die Möglichkeiten dernorddeutschen Zusammenarbeit bei weitem noch nicht ausgereizt und in Teil-bereichen noch nicht einmal ausgelotet sind. Das ganze Land kann dadurchprofitieren, wenn öffentliche Verwaltungen effizienter kooperieren oder wennwirtschafts- und strukturpolitische Aufgaben gemeinsam angegangen werden. Fürdie Schleswig-Holsteiner, die im Hamburger „Speckgürtel“ leben, kann eine bessereZusammenarbeit den Alltag noch deutlich erleichtern. Diese Chancen müssengenutzt werden. Der SSW hat sich deshalb im Rahmen der Enquetekommission füreine Kooperationsstrategie eingesetzt, die die unterschiedlichen Felder derländerübergreifenden Zusammenarbeit umfasst und transparente, überprüfbareZiele vorgibt. 2Entscheidend ist für den SSW, dass dabei der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürgerunseres Landes im Zentrum der Bemühungen stehen muss. Es bereitet uns dahergroße Sorgen, dass Schleswig-Holstein sich im Moment als eine Art Klassenstreberaufführt und sich den anderen Ländern direkt anbiedert. Das verhindert nicht nureine Kooperation auf Augenhöhe, sondern vernachlässigt auch die konkretenInteressen der Schleswig-Holsteiner. Es ist schon bezeichnend, dass die anderennorddeutschen Länder kaum auf Anfragen der Enquetekommission reagierten undtrotz wiederholter Nachfrage keine Beobachter entsenden mochten. In dieserSituation macht es keinen Sinn, die Zusammenarbeit um jeden Preis zu forcieren.Schleswig-Holstein darf sich nicht unter Wert verkaufen.Gerade die Erfahrungen der letzten Monate in der Enquetekommission und mit demKonflikt um die Husumer Windmesse haben den SSW auch in seiner Skepsis in Bezugauf einen Nordstaat bestärkt. Trotz einer intensiven Beschäftigung mit der Thematikkonnte weder die behauptete Einsparung durch eine Fusion belegt noch diegewichtigen demokratischen Gegenargumente entkräftet werden. Auch konntenkeine Belege für freigesetzte Verwaltungsressourcen in nennenswertem Umfanggeliefert werden. Die Frage nach den Gesamtkosten und möglichen langfristigenGewinnen einer Fusion sind reine Spekulation. In einem ausgewogenen Verhältnis zuden immateriellen Kosten steht sie auf keinen Fall. Auch nach zwei Jahren Arbeit inder Enquetekommission ist und bleibt der Nordstaat eine Glaubensfrage, die sich mitZahlen nicht klären lässt.“