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Anke Spoorendonk zu TOP 49 - Chancen einer verstärkten norddeutschen Kooperation
Presseinformation Kiel, den 22.02.2012Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 49 Chancen einer verstärkten norddeutschen Kooperation Drs. 17/2230Fast zwei Jahre lang hat die Enquetekommission Norddeutsche Kooperation getagt. Der sehrdetaillierte Untersuchungsauftrag wurde Punkt für Punkt abgearbeitet, unzähligeAnzuhörende wurden gehört und ein umfassender Abschlussbericht verfasst.Um ehrlich zu sein: Der SSW hat sich von dieser Enquetekommission keinen großenErkenntnisgewinn erhofft. Wir haben den Einsetzungsantrag damals abgelehnt und unstrotzdem konstruktiv an der Arbeit in diesem Gremium beteiligt. Auch wenn man es hätteeinfacher haben können, ist die heute vorliegende Bestandsaufnahme der norddeutschenZusammenarbeit nützlich. Zwar zeigt der vorliegende Abschlussbericht in erster Linie, dass esschon heute eine vielfältige Kooperation der norddeutschen Länder in wichtigen Fragen gibt.Was für sich genommen natürlich keine bahn brechende Erkenntnis ist. Aber darüber hinauszeigt er eben auch, wo weiteres Kooperationspotential besteht. Das sehen wir positiv. 2Ich habe für den SSW mehrfach gesagt, dass es immer Sinn macht, zu fragen, wo im Interesseder Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen im Land noch besserzusammengearbeitet werden muss. Ohne Zweifel liegt in der Kooperation mit unserennorddeutschen Nachbarländern - neben jener mit Dänemark - eine wesentliche strategischePerspektive für die Entwicklung unseres Landes. Doch dabei muss eins klar sein: Die Frage nachmöglichen Einsparungen ist verkürzt und kann hier nicht die zentrale Rolle spielen. Aus Sichtdes SSW muss eine vertiefte Zusammenarbeit, in welchem Feld auch immer, die Verbesserungder Lebensqualität zum Ziel haben und sich damit vor allem am Nutzen für die Menschen imLand orientieren.Auch wenn diese Tatsache so manchem nicht gefallen mag: Ob man sich nun ganz allgemeindas nicht vorhandene Interesse aller übrigen Nordländer an der Kommissionsarbeit vor Augenführt oder sich im Besonderen den Konflikt um die Messe Husum anschaut. Es gibt eindeutigeBelege dafür, dass die länderübergreifende Zusammenarbeit bei unseren Nachbarn keinebesondere Priorität genießt. Vor diesen klaren Signalen kann man nicht einfach die Augenverschließen. Die Landesregierung muss endlich entsprechend handeln, anstatt sich weiter beiden Hamburgern anzubiedern. Ein solches Verhalten verhindert nicht nur eine Kooperation aufAugenhöhe, sondern vernachlässigt auch die konkreten Interessen der Schleswig-Holsteiner. Indieser Situation macht es ganz einfach keinen Sinn, die Zusammenarbeit um jeden Preis zuforcieren und sich unter Wert zu verkaufen.Es liegt in der Natur der Sache, dass die Fraktionen die Ergebnisse der Kommissionsarbeitunterschiedlich bewerten und interpretieren. Doch ganz gleich, ob man nun gemeinsameAusschüsse, einen Grundlagenstaatsvertrag oder gleich den Nordstaat will: Ich muss dringenddavor warnen, dass man sich über die Interessen der Bürgerinnen und Bürger hinwegsetzt undden vierten oder fünften Schritt vor dem ersten macht. Eins ist durch die Kommissionsarbeitdoch besonders deutlich geworden: Das technokratische Hirngespinst namens Nordstaatbringt uns kein Stückchen weiter. Trotz intensivster Beschäftigung mit allen Facetten einer 3norddeutschen Kooperation bis hin zur Fusion konnte kein Beleg für die gerne behauptetenEinsparungen oder für freigesetzte Verwaltungsressourcen gefunden werden. Sieht man vonden gewichtigen demokratischen Gegenargumenten einmal ab, dürften damit selbstdiejenigen, die einseitig mit vermeintlichen Skaleneffekten einer Fusion argumentieren, einesbesseren belehrt worden sein.Aus Sicht des SSW ist es höchste Zeit, auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren undkleinere Brötchen zu backen: Der Bericht muss genutzt werden, um daraus ganz konkreteProblemstellungen abzuleiten, die wir gemeinsam mit den anderen norddeutschen Ländernlösen wollen. Bereiche wie Wirtschaft, Tourismus, Klima oder Netzausbau müssen gemeinsammit unseren Nachbarn, nach dem Vorbild der Ostseeparlamentarierkonferenz, angesprochenwerden. Aus diesen Gründen haben wir uns für eine Kooperationsstrategie eingesetzt, diediese Felder der länderübergreifenden Zusammenarbeit umfasst und transparente und vorallem erreichbare Ziele vorgibt. Entscheidend ist, dass sich diese Strategie am Nutzen für dieMenschen in Schleswig-Holstein orientiert und zu gleichwertigen Entwicklungschancen für alleTeile des Landes führt. Hierfür brauchen wir weder Grundlagenstaatsverträge nochgemeinsame Ausschüsse, sondern eine möglichst breite Mehrheit hier im Landtag.