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Lars Harms zu TOP 46 - Flächendeckende Breitband-Versorgung in Schleswig-Holstein
PresseinformationKiel, den 21. März 2012 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 46 Flächendeckende Breitband-Versorgung in Schleswig-Holstein Drs. 17/2383Vor gut einem Jahr haben wir den Bericht der Landesregierung zum Stand des Ausbaus desBreitbandnetzes in Schleswig-Holstein hier im Landtag debattiert. Seinerzeit haben wir bereitsnachlesen können, dass rund 98% der Landesfläche mit Breitband versorgt sind. Hört sich toll an- kann aber nur ein erster Schritt sein.Weite Teile der Bevölkerung im ländlichen Raum verfügen nur über eine Kapazität von rund1Mbit/s. Das ist deutlich zu wenig, denn wir wissen, dass eine leistungsfähige und schnelleInternetanbindung heute so wichtig ist, wie eine gute Verkehrsanbindung oder Wasser- undStromleitungen. Das Internet hat sich mittlerweile zu einem Standortfaktor entwickelt. Nicht nurim wirtschaftlichen Bereich, auch im privaten Bereich spielt die Breitbandversorgung einewichtige Rolle, wenn es darum geht, sich für einen Standort oder Wohnort zu entscheiden. Vondaher stelle ich fest, dass wir uns in weiten Teilen immer noch am Anfang befinden. DieLeistungsfähigkeit von 1Mbit/s reicht heute nicht mehr aus, um konkurrenzfähig zu sein. Und dieEntwicklung in dem Sektor schreitet rasant voran. Wir haben hier keine Lorbeeren, auf denen wiruns ausruhen können. Der Antrag von CDU und FDP spricht es an, denn im zweiten Absatz ist 2schon die Rede von 100 Mbit/s. Da müssen wir hin, das ist die Zukunft und dafür brauchen wirgeeignete Netze.Vor einem Jahr habe ich noch gesagt, dass 1MB/s nur ein kurzzeitiger Zwischenschritt sein kannund daran halte ich fest. Das gleiche gilt für die sogenannte LTE-Versorgung – also schnellesInternet per Funk. Diese Technologie wird hauptsächlich in den Gemeinden und Ortenangeboten, wo noch weiße Flecken sind und der Ausbau des Breitbandes nur sehr zögerlichvoran schreitet. Auch wenn LTE derzeit für viele eine gute Alternative ist, bleibt es aber eineBrückentechnologie. Denn auch dort brauchen wir langfristig die Hochgeschwindigkeitsnetze.Damit sind wir beim Punkt. Der Ausbau solcher Hochgeschwindigkeitsnetze ist nur mitGlasfasertechnik zu erreichen. Der flächendeckende Ausbau mit Glasfaserkabeln wird auf 2,6 bis3,1 Mrd. Euro geschätzt. Das heißt, wir brauchen langfristige Finanzierungspläne, denn wirkönnen unsere Kommunen mit dieser Problematik nicht allein lassen.Klar ist aber auch, dass Schleswig-Holstein derartige Summen auch nicht allein stemmen kann.Hier sind wir auf die Unterstützung der EU und des Bundes angewiesen.Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern gibt es Fördermöglichkeiten.Hier müssen wir umsteuern. Breitbandnetze sind wichtiger als Feldwege – dass muss dieBotschaft sein.Neben den genannten gemeinsamen Bund/Länder Instrumenten, stehen auch Mittel aus den EUFonds - EFRE und ELER - für den Breitbandausbau zur Verfügung. Hier müssen wir ebenfalls ran.Gerade die ELER Mittel sind ja für die Förderung des ländlichen Raumes gedacht, also ist es naheliegend über eine Umverteilung nachzudenken. Hier müssen wir klotzen und nicht kleckern.Im Zusammenhang mit der Verlegung der Leerrohre müssen wir sehen, wo wir Synergieeffekteerreichen können. Beispielsweise ist auf der Homepage des Breitbandkompetenzzentrums eineKarte veröffentlicht mit regelmäßigen Baustellen, damit interessierte Unternehmen Leerrohreoder andere Infrastruktur verlegen können. Zudem gibt es eine Informationstaste, woAnsprechpartner und Kontaktadressen zu diesen Bauvorhaben abgerufen werden. 3Darüber hinaus möchte ich anregen, dass untersucht wird inwieweit NATO-Kabelschächte für dieVerlegung von Glasfaserkabel genutzt werden können. In vielen Gemeinden liegen derartigeKabelschächte unter den Bürgersteigen und Strassen. Bevor dort aufgerissen und neu verlegtwird, sollten wir untersuchen, ob diese Kabelschächte alternativ genutzt werden können. Diesherauszufinden, wäre eine Aufgabe mit der wir das Kompetenzzentrum beauftragen können.Im Namen unserer Kommunen, möchte ich mich für die dort geleistete Arbeit bedanken. Denn esist den ehrenamtlichen Akteuren nicht zuzumuten, sich mit dieser komplexen Materie im Detailzu befassen. Aus diesem Grund gebührt auch der Landesregierung ein Dank für die Einrichtungdieser Stelle. Letztendlich müssen wir aber jetzt auch Geld locker machen, um hier weitereFortschritte zu machen.