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22.03.12 , 16:33 Uhr
B 90/Grüne

Marret Bohn zu Perspektiven für die Pflege

Presseinformation

Es gilt das gesprochene Wort. Landtagsfraktion Schleswig-Holstein TOP 61 – Pflegepolitische Perspektiven Pressesprecherin Claudia Jacob Dazu sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, 24105 Kiel
Telefon: 0431 / 988 - 1503 Marret Bohn: Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 presse@gruene.ltsh.de www.sh.gruene-fraktion.de
Nr. 193.12 / 22.03.2012

Ausbildungsumlage für die Altenpflege
Wer morgen eine gute Pflege für seine Angehörigen und sich will, muss heute handeln. Wir haben heute 80.000 Pflegebedürftige in Schleswig-Holstein. In 5 Jahren werden es 90.000 sein, in 10 Jahren 100.000 Pflegebedürftige. Es ist höchste Eisenbahn, dass wir von Berichten zu Taten schreiten, um die Pflege zukunftsfest zu machen.
Wichtig ist, dass diejenigen, die in der Pflege arbeiten, möglichst lange in ihrem Beruf arbeiten können. Hierzu müssen wir die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern. Wichtig ist auch, dass junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege gewonnen werden.
Ein Medizinstudium ist kostenlos in Schleswig-Holstein, das ist auch gut so. Aber für ei- ne Ausbildung in der Pflege müssen viele junge Menschen jeden Monat 290 Euro zah- len. Die Landesregierung hat die Anzahl der geförderten Schulplätze trotz Schulden- bremse von 1170 auf 1200 erhöht. Das klingt gut. Aber reicht das aus?
Es bleiben weitere 1000 Schulplätze, die nicht gefördert werden. 1000 Auszubildende, die jeden Monat 290 Euro für ihre Ausbildung selbst zahlen müssen. Für eine Ausbil- dung in einem Mangelberuf. Das kann doch nicht ernst gemeint sein!
Wir Grüne fordern eine Ausbildungsumlage. Was in der Krankenpflege funktioniert, funktioniert auch in der Altenpflege. Da bin ich mir sicher. Es muss endlich Schluss damit sein, dass junge Menschen Geld mitbringen müssen, um eine Ausbildung in der Pflege machen zu können. Wo ist da Ihre Initiative, Herr Minister?

Seite 1 von 2 Wichtig für die Pflege ist auch eine bessere Interessensvertretung. Für uns geht es hierbei um ein demokratisches Recht, Interessen mit einer eigenen Stimme zu vertre- ten. Wir wollen daher eine Pflegekammer einrichten.
Denke ich an die Pflegereform auf Bundesebene, sehe ich Schwarz – genauer gesagt, Schwarz-Gelb. Die FDP hat sich hier bis auf die Knochen blamiert. Vom Jahr der Pflege spricht wohl keiner mehr, nachdem Minister Bahr seinen letzten Gesetzentwurf schon nach wenigen Stunden zurückziehen musste. Das peinlich zu nennen, ist geschmei- chelt.
Auf Landesebene sehe ich Schwarz mit weißen Punkten. Ich begrüße, dass die Lan- desregierung sich müht, eine Reform der Altenpflegeausbildung auf den Weg zu brin- gen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass dies kurz vor der Wahl geschieht. Dass Sie das Problem mit den 290 Euro Schulgeld verdrängen, halte ich für fahrlässig. Ich bleibe dabei, bringen Sie eine Ausbildungsumlage auf den Weg oder legen Sie Alterna- tiven auf den Tisch, so kommen wir nicht weiter.
Bei einem Besuch im Berufsbildungszentrum Schleswig berichteten mir junge Leute, die eine Ausbildung zur Pflegeassistenz absolvieren, dass Sie nach dem Abschluss ih- rer Ausbildung keine tariflich bezahlten Vollzeitarbeitsplätze angeboten bekommen, sondern 400-Euro-Jobs. Das ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Es zeigt deutlich, dass wir grundlegende Reformen brauchen. Die ist die FDP allerdings schul- dig geblieben.
Eins ist uns noch besonders wichtig: Die Stärkung der ambulanten Pflege. Alte Bäume sollst Du nicht entwurzeln – was für alte Bäume gilt, gilt auch für alte Menschen. Gera- de Ältere möchten in ihrem Umfeld und möglichst auch in ihren eigenen vier Wänden alt werden und das sollten wir ihnen auch ermöglichen.
Wer morgen für seine Angehörigen und sich eine gute Pflege will, muss heute handeln: Ausbildungsplatzabgabe, Arbeitsbedingungen in der Pflege, Pflegekammer. Die nächs- te Landesregierung wird handeln müssen, daran besteht für uns kein Zweifel. Nur so werden wir eine menschenwürdige Pflege für alle Pflegebedürftigen erreichen.
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