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Sandra Redmann zu TOP 34: Wer in die Natur eingreift, muss auch ausgleichen!
Es gilt das gesprochene Wort! Kiel, 22. März 2012TOP 34: Situation der Ausgleichsflächen in Schleswig-Holstein (Drucksache 17/2279)Sandra Redmann:Wer in die Natur eingreift, muss auch ausgleichen!Der Flächenverbrauch und die übermäßige Zerschneidung der Landschaft sind überall sichtbar. Täglich über 4 ha Verlust an wertvollen Böden und wertvollem Lebensraum für Siedlung und Verkehr. Wenn man heute durch Schleswig-Holstein fährt, sieht man die Zunahme des Maisanbaus für die Biogasanlagen deutlich. Man sieht den massiven Rückgang der Grünlandflächen durch Umbruch. Schon lange kritisieren Naturschutzverbände, Imker, Biobauern diese Entwicklung zur Monokultur.„Im nördlichen Schleswig-Holstein nehme der Maisanteil schon über 50 % an den Gemeindeflächen ein. Bei der Ackerfläche betrage der Anteil regional sogar über 80 %“, so der BUND. Ein Umstand, der auch in der Bevölkerung zu deutlichem Unmut führt. Der Protest der Menschen gegen diesen Weg wird immer lauter. Zu Recht, liebe Kolleginnen und Kollegen.Auch der Bauernverband sagt dem Verlust von wertvollen Böden den Kampf an. Allerdings geht es ihm dabei weniger um den Schutz von Vielfalt, Flora und Fauna. Er möchte vielmehr die Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe massiv zurückdrängen. Dazu passt die Aussage des Kollegen Matthießen in der Bergedorfer Zeitung: „Die wirtschaftliche Situation der Ökobetriebe erfordert keine zusätzliche Förderung.“ Ziel der CDU sei es, so Matthießen, nicht kleine 2Familienbetriebe, sondern europaweit und international konkurrenzfähige Unternehmen der Landwirtschaft zu stärken.Wer eingreift, muss auch ausgleichen. Wer dies nicht begreift, nimmt in Kauf, dass noch mehr Arten verschwinden und dass Biodiversität nur ein Wort ohne Bedeutung ist. Die Erde ist endlich, liebe Kolleginnen und Kollegen, sie ist es wert, dass man mit ihr vernünftig und verantwortungsvoll umgeht, eben nachhaltig.Bei Planungen muss der Naturschutz wieder eine größere Rolle spielen. Gewollt ist allerdings Naturschutz, der nicht weh tut, am besten soll man ihn gar nicht merken. Wir wollen und werden Entwicklungen, die nötig sind, nicht aufhalten, sondern fördern. Aber alle Eingriffe in die Natur müssen mitbedacht, minimiert und erforderliche Maßnahmen berücksichtigt werden. Es muss also eine vernünftige Abwägung getroffen werden.Dieses Thema wird uns weiter begleiten. Die heutige Diskussion ist nicht abschließend, sondern ein Auftakt.