Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Flemming Meyer zu TOP 71 - Demenzplan für Schleswig-Holstein und Pflege
Presseinformation Kiel, den 26.04.2012Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 71 Demenzplan für Schleswig-Holstein erstellen, Bessere Anerkennung und Rahmenbedingungen in der Pflege Drs. 17/1888 (neu), 17/1963, 17/2007, 17/2485Schon heute sind in Deutschland weit über eine Million Menschen an Demenz erkrankt. IhrePflege und Betreuung kostet viele Angehörige enorm viel Zeit und Kraft. Wenn ich mitMenschen über dieses Thema spreche, stelle ich eins immer wieder fest: Fast jeder ist schon aufdie eine oder andere Art mit der Alterskrankheit in Berührung gekommen. Auf die Frage, wie esmit der Zukunft aussieht und ob man für den Fall einer Erkrankung im näheren Umfeld mitgenügend Unterstützung rechnet, antworten die meisten mit nein. Wenn man dazu noch deninsgesamt rasant steigenden Pflegebedarf sieht, kann man sich aus Sicht des SSW nur großeSorgen machen. Für uns ist klar, dass hier dringend mehr getan werden muss. Die Politik mussLösungen aufzeigen und den Menschen das Gefühl geben, mit dieser Herausforderung nichtallein zu sein.Auch wenn Schleswig-Holstein vom demografischen Wandel weniger hart betroffen sein wirdals andere Länder, wird auch hier in den nächsten Jahren der Anteil Demenzkranker an derBevölkerung stark ansteigen. Was liegt also näher, als in einem ersten Schritt regional 2differenziert zu ermitteln, wie hoch der Bedarf an Pflegeleistungen denn eigentlich sein wird?Warum soll nicht konkret geplant werden, wie dieser Bedarf gedeckt werden kann? Warum solldie Gesellschaft nicht besser über Demenz informiert und bestimmte Gruppen geschultwerden? Und was spricht dagegen, die verschiedenen und zum Teil bereits vorhandenenLösungsansätze zu einem Gesamtplan zu verbinden? Auch wenn ich mich hier wiederhole: Wirsind an einem Punkt, an dem es nicht mehr reicht, auf die Einzelprobleme derDemenzbetreuung zu schauen. Was wir brauchen um dieser wachsenden Herausforderung zubegegnen, ist ein Gesamtkonzept. Und das Ziel dabei muss die Verbesserung derLebensqualität von Demenzkranken und ihrer Angehörigen sein.Vor dem Hintergrund der zukünftigen Herausforderungen kann meine Fraktion beim bestenWillen nicht nachvollziehen, warum sich CDU und FDP gegen einen Demenzplan sperren. Einkonkreter Plan, wie wir für die zunehmende Zahl von Demenzkranken eine menschenwürdigeVersorgung sichern, ist dringend notwendig. Und die von uns aufgeführten Punkte sind dabeiauch noch völlig logisch und letztlich mit weit weniger Kosten verbunden, als die Strategie,sich erst dann mit dem Problem zu beschäftigen, wenn es wirklich akut ist. Dass dieregierungstragenden Fraktionen selbst nach der sehr ergiebigen und aufschlussreichenAnhörung zu diesem Thema nicht zustimmen können, verwundert uns doch sehr.Egal ob wir uns die Stellungnahme des DGB, der Alzheimer Gesellschaft oder derLandesverbände der Pflegekassen anschauen: alle halten die bestehendenVersorgungsstrukturen für nicht ausreichend. Fast alle halten einen Demenzplan für einenwichtigen und notwendigen Schritt auf dem Weg zu einer besseren Versorgung. Und kaum einVerband oder Verein zweifelt daran, dass ein solcher Plan dazu beitragen kann, dieLebenssituation der Demenzkranken und ihrer Angehörigen zu verbessern. Diese rechteindeutigen Erkenntnisse aus der Anhörung sollten doch eigentlich zu denken geben. Ich willbei dieser Gelegenheit nur noch mal daran erinnern, dass wir hier keine Zeit zu verlieren haben. 3Unabhängig davon, wann sich hier im Haus endlich die Erkenntnis durchsetzt, dass wir inSachen Pflege und Demenz mehr tun müssen, ist aus Sicht des SSW eins besonders wichtig:Wir müssen bei unseren Bemühungen vor allem auf eine bessere Vorbeugung und verbesserteVorsorgeangebote für potentielle Demenzkranke setzen. Investitionen im präventiven Bereichsind zentral. So sorgen wir dafür, dass die Zahl der Erkrankten und die Dauer der Erkrankungverringert werden. Und ich muss noch mal darauf hinweisen, dass es auch rein ökonomischSinn macht, hierfür Geld auszugeben: Vorsorgemaßnahmen können den Ausbruch vonDemenz um 10-15 Jahre verschieben.Übergeordnet ist und bleibt eins völlig klar: Um eine menschenwürdige Pflege zu erhalten,brauchen wir insgesamt verbesserte Rahmenbedingungen in diesem Bereich. Und mit Blick aufdie Versorgung Demenzkranker kommen wir über kurz oder lang nicht an einem koordiniertenVorgehen und an einem schlüssigen Gesamtkonzept vorbei. Hierfür werden wir uns auch inZukunft einsetzen.