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Flemming Meyer zu TOP 73 - Rentenkürzung nicht zulassen - Rente mit 67 zurücknehmen
PresseinformationKiel, den 26. April 2012 Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 73 Rentenkürzung nicht zulassen - Rente mit 67 zurücknehmen Drs. 17/1912 und 17/2487Ältere Beschäftigte haben in Schleswig-Holstein schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Nurjeder zehnte der 64jährigen hat überhaupt einen sozialversicherungspflichtigen Job. Ohneeigenes Verschulden, bloß weil sie den Personalchefs nicht in die Planung passen, landen Älterein der Arbeitslosigkeit.Zu der Aussortierung aus dem Arbeitsmarkt kommt die zweite Diskriminierung. Die Älterenwerden durch die neuen Rentenregelungen doppelt bestraft, indem sie saftige Abschlägekassieren, weil sie nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt, sondern als Arbeitslose in die Renteeingetreten sind.Das ist wie bei dem Blinden, der sich den Kopf gestoßen hat und zu hören bekommt, das kommedaher, weil er das Warnschild nicht gelesen habe. Zunächst Altersdiskriminierung auf dem erstenArbeitsmarkt und darauf beruhend Abschläge an der Rente. So ist das bereits bei derErwerbsminderungsrente diskriminierend geregelt. Dort ergeben sich versicherungstechnischeAbschläge für Erwerbsunfähigkeit, weil der Bezieher frühzeitig erwerbsunfähig geworden ist.Diese Widersinnigkeit versteht doch kein Mensch. Solche Regelungen sind faktischeRentenkürzungen und nichts anderes. 2Der SSW lehnt angesichts der hohen Arbeitslosigkeit der Älteren die Heraufsetzung desRenteneintrittsalters ab.Wir stimmen dagegen dem Änderungsantrag der GRÜNEN zu, der unter anderem auf dieErwerbsintegration der Älteren abzielt. Wenn sich der Facharbeitermangel weiter zuspitzt,werden die Unternehmer ganz von allein ihren älteren Beschäftigten Teilzeitangebote machen.Auf diese Weise werden sie die Älteren als Reserve aktivieren. In diesem Zusammenhang spieltauch Konzepte der Personalentwicklung eine Rolle. Die Beschäftigten müssen weitergebildetwerden, so dass sie im Alter andere Tätigkeiten ausführen als zu Beginn ihres Berufslebens. Sokann eine Baufirma einen älteren erfahrenen Maurer als Bauleiter oder Koordinator guteinsetzen. Auf diese Weise gelingt die Erwerbsintegration der älteren Beschäftigten, die dannohne Abschläge in Rente gehen könnenDarüber hinaus unterstützt der SSW weitere Anstrengungen zur Humanisierung der Arbeitswelt.Denn auch in dem hoch industrialisierten Land wie Deutschland gibt es Millionen von Jobs, dieMenschen zerschleißen. Wer zum Beispiel auf der Werft im Winter und Sommer draußenarbeitet oder in einer Gießerei Staub einatmet, der hält nicht bis zu seinem 67.Geburtstag durch.Der ist vorher so kaputt, dass an eine Weiterbeschäftigung nicht zu denken ist. DieseBeschäftigten haben zwar ihr Leben lang Rentenbeiträge eingezahlt, oftmals vier Jahrzehntelang; wenn sie dann nicht mehr können, werden sie mit Abschlägen abgespeist. Zynischerweiseliegt ihre Lebenserwartung unter denen von Akademikern, so dass sie nur ein paar Jahre ihregeschmälerte Rente genießen können.Wenn wir über Rente sprechen, müssen wir auch über Arbeitsschutz und betrieblicheGesundheitsförderung sprechen. Diese müssen verbessert werden, damit die Beschäftigten eineechte Chance haben, gesund das Rentenalter zu erreichen.Aber trotz aller Argumente, Fakten und Zahlen, die niemand anzweifelt, hatte derÄnderungsantrag keine Chance. Da wurde wider besseres Wissen aus rein taktischen Gründenim Ausschuss gestimmt. Ich bin aber überzeugt, dass die Quittung für solche Inkonsequenz aufdem Fuße folgt. Nämlich am 6. Mai.