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Jette Waldinger-Thiering zu TOP 34 - Initiative für das Ehrenamt in Schleswig-Holstein fortsetzen
Presseinformation Kiel, den 27. April 2012 Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-ThieringTOP 34 Initiative für das Ehrenamt in Schleswig-Holstein fortsetzen Drs. 17/1190, 17/2504, 17/2505In Schleswig-Holstein gibt es viele Menschen, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwesenengagieren, ohne dabei nur eine Sekunde an Ausgleichzahlungen, Fahrtkostenerstattungenoder Steuerpauschalen zu denken. Es ist ihnen auch nicht so wichtig, ob wir hier im Landtagihre Arbeit gutheißen oder, wie es in den Anträgen der Regierungsfraktionen heißt, uns für ihreArbeit „aussprechen“. Sie wünschen sich von der Politik aber faire Rahmenbedingungen für ihrEngagement. Und genau die sollten das Thema unserer Debatte sein.Die Landesregierung legt diesen Menschen Steine in den Weg. Selbsthilfegruppen und anderenehrenamtlichen Einrichtungen wurden in den letzten Monaten teilweise Existenz bedrohendeBescheide zugestellt, in denen es heißt: Es gibt nichts mehr! Auch wenn es sich dabei meist umgeringe Beträge handelt, für die Betroffenen bedeuten sie oft riesige Einschnitte. Für sie istdiese Nachricht gleichbedeutend mit einer Geringschätzung ihres ehrenamtlichen Einsatzes.Ehrenamt ist auch nicht gleich Ehrenamt, weil bei den Ehrenamtsentschädigungen mitzweierlei Maß gemessen wird. Deshalb wäre eine einheitliche Behandlung besser. Eine 2Vereinheitlichung „nach unten“ darf es dabei aber nicht geben. Das gleiche gilt für dieStandards ehrenamtlicher Arbeit. Das Ehrenamt stützt sich auf das Freiwilligkeitsprinzip allerBürgerinnen und Bürger. Den Einsatz von Beamten und Angestellten, die im Ruhestand anihren Schreibtisch zurückkehren sollen, lehnt der SSW ab. Wir sehen die Gefahr, dass jüngereMitarbeiter nicht nachrücken können, die Tür zu einem Lohndumping geöffnet und dasFreiwilligenprinzip ausgehöhlt wird. Für den SSW ist klar: Ehrenamtliche Tätigkeiten müssenfreiwillig bleiben und Arbeitsplätze dürfen nicht verdrängt werden!Wenn der EU-Vorstoß zur „EU-Arbeitszeitrichtlinie“ unverändert umgesetzt wird, dann würdeneinem Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Eckernförder Feuerwehr, der 38 Stunden in derWoche berufstätig ist, nur noch 10 Stunden bleiben, um seinen Ehrenamtsdienst auszuüben.Hätten die Feuerwehren keine Nachwuchssorgen und würden nicht häufig „betrieblicheGründe“ gegen einen Einsatz sprechen, dann wäre die Begrenzung wohl ein kleineres Problem.Ansonsten kann die Umsetzung verheerende Folgen für die Gefahrenabwehr und dieUnfallhilfe haben. Ähnliches gilt für alle von diesem Vorstoß betroffenen Hilfsorganisationen.Hilfsorganisationen, Vereine, Verbände und natürlich die kommunale Selbstverwaltung, gebendie unverzichtbare Kommunale Medaille, um die es sich zu kümmern gilt. Für den SSW heißtdas, dass vernünftige Regeln für das Ehrenamt geschaffen und Internetportale wie„Bürgergesellschaft und Ehrenamt“ und „engagiert-in-SH“ weiterentwickelt werden.Der SSW unterstützt den Appell an die Landesregierung, dass die Schulen dafür sensibilisiertwerden sollen Gemeinderatsitzungen zu besuchen und kommunales Engagement in„Projektwochen“ zu thematisieren. Appelle reichen aber nicht aus. 2011 war das Jahr desEhrenamts, jetzt, 2012 diskutieren wir in der letzten Landtagssitzung so ein wichtiges Thema. 3Ehrenamt bedeutet Gemeinschaft, Solidarität und Kultur. Es ist ein wichtiger Baustein für dasMiteinander vor Ort und unbezahlbar. Unverzichtbar sind aber auch alle hauptamtlichenMitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die das Ehrenamt auf vielfältige Weise unterstützen.