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Anke Spoorendonk zu TOP 10,15, 67+68 - Einsetzung eines Ausschusses für die Zusammenarbeit der Länder, Korruption macht nicht an Ländergrenzen halt, Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Verfassung des Landes Schleswig-Holstein u.a.
Presseinformation Kiel, den 27.04.2012Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 10,15, 67+68 Einsetzung eines Ausschusses für die Zusammenarbeit der Länder, Korruption macht nicht an Ländergrenzen halt, Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Verfassung des Landes Schleswig-Holstein u.a. Drs. 17/1979, 1893, 1894, 1993, 2455 u.a.Ohne Frage ist die Zusammenarbeit mit Hamburg eine ganz wesentliche strategischePerspektive für unser Land. Schleswig-Holstein ist keine Insel, die autark und abgeschnittenvon der Außenwelt existiert. Wir sind aufs engste mit unserem südlichen Nachbarnverflochten. Dies wird nicht zuletzt durch die täglichen Pendlerströme deutlich. Der SSW siehtinsgesamt viele Bereiche, in denen Schleswig-Holstein und Hamburg enger kooperierensollten.Die Enquetekommission zur norddeutschen Zusammenarbeit hat deutlich gezeigt, dass esnoch erhebliches Kooperationspotenzial gibt. Im Abschlussbericht haben wir eine ganze Reihevon Ansatzpunkten für eine sinnvolle Verbreiterung und Vertiefung der Zusammenarbeitzusammengetragen. Wir bleiben dabei, dass diese Bestandsaufnahme eine gute Grundlage fürInitiativen ist, die dabei helfen können, die Zusammenarbeit mit Hamburg weiter zuintensivieren. Nicht mehr und nicht weniger. 2Anlass zu Höhenflügen geben die Ergebnisse der Enquetekommissionsarbeit sicher nicht. Auchdie kaum wahrnehmbaren Reaktionen unserer Nachbarn verstärken diesen Eindruck und legendoch sehr nahe, den Ball flach zu halten. In der aktuellen Situation ist es unangemessen, dieEinsetzung gemeinsamer Ausschüsse für die Zusammenarbeit Schleswig-Holsteins mitHamburg oder mit anderen Ländern zu fordern. Es ist unschwer zu erkennen, dass diehamburgische Politik an einem derartigen Gremium schlicht und einfach kein Interesse hat. ImÜbrigen läuft die Kontrolle gemeinsamer Einrichtungen, wie etwa von Dataport, nahezureibungslos. Deshalb sehen wir überhaupt keinen Anlass, uns hier noch länger bei unserenNachbarn anzubiedern.Auch die Idee, sämtliche Gesetzesvorhaben des Landes auf Möglichkeiten der Arbeitsteilung zuüberprüfen, hält der SSW für unangebracht. So schränken wir nur unsere Handlungsfähigkeitein und machen uns das Leben unnötig schwer. Mal ganz im Ernst: Was folgt auf dieErkenntnis, dass wir diese oder jene Aufgabe durch „Arbeitsteilung und/ oder Kooperation“erledigen könnten? Rein gar nichts. Denn auch hieran haben unsere vermeintlichen Partnerkein nennenswertes Interesse. Dieser Denkfehler liegt im Übrigen allen hier vorliegendenInitiativen zu Grunde. Sie setzen ein gewisses Mindestmaß an Interesse auf Seiten Hamburgsoder anderer Länder voraus. Doch dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Ich denke, wir alletun gut daran, diese Tatsache endlich anzuerkennen und für die Zukunft zu verinnerlichen.Es ist ja kein Geheimnis, dass die vorliegenden Anträge und Gesetzentwürfe nicht zuletzt dieErgebnisse der Besuche von Landtagsfraktionen bei ihren Parteikollegen in der HamburgischenBürgerschaft sind. Wir halten es für bezeichnend, dass am Ende dieser Beratungen keinepragmatischen Vorstöße in konkreten länderübergreifenden Kooperationsfeldern stehen,sondern neue Gremien und schwerfällige Prüfmechanismen. Deshalb sieht der SSWunverändert die Gefahr, dass bei diesem Thema für manch einen schleswig-holsteinischenLandespolitiker der Kooperations- bzw. Fusionsgedanke zum Selbstzweck wird. 3Für den SSW dagegen steht fest, dass die Interessen der Schleswig-Holsteiner ausschlaggebendsein müssen, wenn es um Inhalte und Ausgestaltung der norddeutschen Kooperation geht.Wie sich SPD, Grüne und CDU die zukünftige Struktur der Zusammenarbeit auch immervorstellen: Ich kann nur davor warnen, sich über die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürgerhinwegzusetzen. Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Der SSW lehnt jeden Schritt inRichtung Nordstaat ab. Nicht zuletzt durch den Bericht der Enquetekommission wird deutlich,dass diese Idee bürgerfern und unrealistisch ist.Wir wollen einen echten Mehrwert aus der norddeutschen Zusammenarbeit ziehen, anstattHirngespinsten nachzujagen. Deshalb setzen wir uns für eine Kooperationsstrategie ein, diekonkrete Felder der länderübergreifenden Zusammenarbeit umfasst und transparente Zielevorgibt. Entscheidend muss sein, dass sich diese Strategie am Nutzen für die Menschen inSchleswig-Holstein orientiert und zu gleichwertigen Entwicklungschancen für alle Teile desLandes führt.