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PM Hilfe statt Knast für Schulverweigerer
Pressemitteilung Nr. 048/2012Kiel, den 07.08.2012Pressesprecher Per Dittrich, Tel. 0431-988 1383Hilfe statt Knast für Schulschwänzer Zu Medienberichten, wonach zunehmend notorische „Schulschwänzer“ in Hamburg mit Bußgeldern und Jugendarrest bestraft werden, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Jette Waldinger- Thiering:Unterrichts-Verweigerung ist nicht nur ein Verstoß gegen die Schulpflicht,sondern vor Allem ein Hilferuf.Daher ist nicht die Straftat der Schulabsenz, sondern die Ursache hierfür undgeeignete Hilfemaßnahmen in den Fokus zu rücken.Hohe Bußgelder oder gar Jugendarrest lehnt der SSW entschieden ab.Schulverweigerung kann vielfältige Ursachen haben. Oft spielen Mobbing imsozialen Umfeld der Jugendlichen oder Probleme im Elternhaus eine Rolle.Auch eine chronische Unterforderung des Schülers kann dem Fernbleibenvom Unterricht zu Grunde liegen. Hier sind Eltern, Schule und Sozialbehörden 2gleichermaßen in der Pflicht, Ursachenforschung zu betreiben und denSchülerInnen die nötige Hilfe zukommen zu lassen.Schulabsentismus mit Freiheitsentziehung zu bestrafen ist geradezu absurd.Wir wollen keine Gesellschaft, in der sich Jugendliche aus Angst vor Strafe zurSchule quälen. Es gilt zu bedenken: Haben Jugendliche die Grenze des Arrestserst einmal überschritten, ist die schiefe Laufbahn oft schonvorprogrammiert.Auch Geldbußen von 100 Euro und mehr schießen nach Auffassung des SSWweit über das Ziel hinaus und verschärfen eher noch eventuelle Probleme imhäuslichen Umfeld.Dass es auch pragmatischer geht, zeigen unsere Nachbarn in Dänemark: Anvielen Schulen werden die Anwesenheitsprotokolle seit Jahren elektronischgeführt. Die Software schickt automatisch eine SMS sowie eine E-Mail an dieEltern, wenn ein Kind nicht zum Unterricht erschienen ist. Auch dieSprösslinge bekommen eine Nachricht zugeschickt: „Wir vermissen dich“.