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Flemming Meyer zu TOP 05 - Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Landeswassergesetzes
PresseinformationKiel, den 22. August 2012 Es gilt das gesprochene WortFlemming MeyerTOP 05 Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Landeswassergesetzes Drs. 18/69Die Ankündigung seinerzeit von der schwarz-gelben Koalition eine Küstenschutzabgabe inSchleswig-Holstein einzuführen, hat zu Recht für Irritation und Verärgerung bei den Menschenim Land gesorgt. Nun kann man natürlich sagen, jeder der für eine Abgabe herangezogenwerden soll, wird sich darüber Ärgern. Aber darum geht es hierbei nicht!CDU und FDP haben mit der angekündigten Küstenschutzabgabe einen Kurs eingeschlagen, denes hier im Land noch nie in der Form gegeben hat. Gegen Innovation ist ja im Prinzip nichtseinzuwenden. Aber was die schwarz-gelbe Koalition mit der Küstenschutzabgabe verzapft hatwar bisher nie da gewesen. CDU und FDP sind vom solidarischen Pfand beim Küstenschutzabgewichen und wollten der gemeinschaftlichen Aufgabe Küstenschutz eine Abfuhr erteilen. DieKüstenbewohner und die Bewohner der Betroffenen Regionen sollten mit den Auswirkungen desKlimawandels allein gelassen werden. Der Klimawandel ist aber von allen Menschen in denIndustrieländern verursacht, nicht nur von den Menschen in den Küstenzonen. Deshalb dürfendiese nicht mit einer Sonderabgabe belegt werden. CDU und FDP haben mit ihrem damaligenPlan eine Büchse der Pandora geöffnet, die besser geschlossen bleibt, denn mit der gleichen 2Logik kann man die Anwohner von allen anderen natürlichen und menschengeschaffenenRisiken mit Abgaben belegen. Dies hat mit unserer Vorstellung einer solidarischen Gesellschaftnichts zu tun.Gebetmühlenartig wurde von der damaligen Koalition auf die Haushaltslage hingewiesen unddie Notwendigkeit der Konsolidierung - was ja auch richtig ist. Die Frage ist aber, wiekonsolidiere ich den Haushalt und wen belaste ich in welcher Form. Hier gibt es keine„Alternativlosigkeit“. Aus diesem Grund gab es für den SSW in der Sache keinen Zweifel, derHaushalt muss anders konsolidiert werden. Denn der Küstenschutz ist einegesamtgesellschaftliche Aufgabe und ist nicht Aufgabe allein der Küstenbewohner.Auch wir wollen die Schuldenbremse einhalten, aber die leichteste Lösung ist nicht immer diebeste, entscheidend ist, dass am Ende des Sparkurses nicht nur ein finanziell gesundes Landsteht, sondern auch ein solidarisches Schleswig-Holstein.Wir wissen, dass die FDP nicht bis zum Schluss hinter der Küstenschutzabgabe stand, weil Erlösund Aufwand nicht im Verhältnis stehen. Bevor wir die FDP für ihre Blockadehaltung nun zu sehrloben, stelle ich die Frage, wie hätte sie sich wohl verhalten, wenn die Kosten-Nutzen-Rechnunganders ausgefallen wäre? Unterm Strich halte ich jedoch fest: Es ist ein Märchen, dass dieKüstenschutzabgabe zur Haushaltskonsolidierung beigetragen hätte. Und der Küstenschutz istund bleibt eine Aufgabe aller.Wir freuen uns auf die Ausschussberatungen zum vorliegenden FDP Antrag.