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Jette Waldinger-Thiering zu TOP 32 - Neuordnung der Lehramtsstudiengänge
Presseinformation Kiel, den 23.08.2012Es gilt das gesprochene WortJette Waldinger-ThieringTOP 32 Neuordnung der Lehramtsstudiengänge Drs. 18/100Dass Veränderungen an den Schulstrukturen immer auch Veränderungen bei derLehrerausbildung nötig machen, sollte eigentlich allen klar sein. Ich sage „eigentlich“, weil dieVorgängerregierung dann doch recht lange gebraucht hat, um diese Notwendigkeit zuerfassen und entsprechende Schritte einzuleiten. Nach Meinung des SSW hätte bereitszeitgleich mit der Schulreform 2007 eine Reform der Lehrerbildung in Angriff genommenwerden müssen.Weil diese Chance vertan wurde hätte die Neuordnung der Lehramtsstudiengänge eigentlichganz oben auf der „To-do-Liste“ von Schwarz-Gelb stehen müssen. Doch statt eineModernisierung anzugehen, hat man zwischenzeitlich sogar mit der Rückkehr zumStaatsexamen geliebäugelt. Erst Ende März diesen Jahres konnte man sich zu dem Beschlussdurchringen, dass es ab dem Wintersemester 2013/2014 an der Uni Flensburg erstmals einneues Lehramt für Regional- und Gemeinschaftsschulen und ein eigenständiges Lehramt fürGrundschulen geben soll. Dass es nun plötzlich alles ganz schnell gehen und dieses Konzept„unverzüglich“ umgesetzt werden muss, ist klar. Doch ein merkwürdiger Beigeschmack bleibt. 2Wie schon gesagt, sehen auch wir bei der Weiterentwicklung der Lehrerausbildung ohneZweifel dringenden Handlungsbedarf. So stehen zum Beispiel die Grundschulen, und damit diehier tätigen Lehrkräfte, in Zukunft vor großen Herausforderungen. Diesen Umstand und dieTatsache, dass bis heute Lehrer für Schularten ausgebildet werden, die es überhaupt nichtmehr gibt, haben wir natürlich im Blick. Und ich will an diesem Punkt - und vor demHintergrund des Konzept zur Neuordnung der Lehramtsstudiengänge der Uni Flensburg - ganzdeutlich sagen: An der von der Vorgängerregierung in Auftrag gegebenen Umsetzung werdenwir selbstverständlich festhalten.Die CDU weißt in ihrem Antrag nochmals freundlich darauf hin, dass die Akkreditierung derderzeitigen Lehramtsstudiengänge Ende 2013 ausläuft. Natürlich ist uns bekannt, dass wir hierschnell handeln müssen. Das ist gar keine Frage. Und trotzdem möchte ich auf eine Tatsacheaufmerksam machen: Wir erwarten erst in diesen Tagen die detaillierte Beschreibung derneuen Lehramtsstudiengänge. Und es dürfte doch jedem klar sein, dass dasAkkreditierungsverfahren erst im Anschluss eingeleitet werden kann. Liebe Kolleginnen undKollegen von CDU und FDP: Ich kann Sie also beruhigen – wir werden diesen Prozess auf keinenFall verzögern.Uns muss dabei aber klar sein, dass die Umsetzung dieses Konzepts nur der erste Schritt füreine zukunftsfähige Lehrerbildung sein kann. Die Landesregierung muss den Dialog mit derChristian-Albrechts-Universität aufnehmen, um ein Konzept zur Modernisierung der dortigenLehramtsstudiengänge auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus ist es erklärtes Ziel dieserRegierung, schon bald ein Lehrerbildungsgesetz zu erarbeiten. Hierdurch soll unter anderemdie Kooperation und Mobilität zwischen Flensburg und Kiel gestärkt werden. Dabei sollenselbstverständlich auch die Stärken beider Standorte berücksichtigt werden, so dass für beideUniversitäten eine langfristige Perspektive entsteht. Das halten wir für eine gute Idee. 3Aus Sicht des SSW ist in Sachen Lehrerbildung aber auch darauf zu achten, dass dieMinderheitensprachen ausreichend berücksichtigt werden. Ich will nur daran erinnern, dasszum Beispiel die Unterrichtsversorgung für Friesisch nach wie vor ungenügend ist. Deshalbfordern wir hier selbstverständlich weiterhin einen Ausbau der Angebote.Es lässt sich also festhalten, dass wir nicht nur das Konzept zur Neuordnung derLehramtsstudiengänge der Uni Flensburg umsetzen, sondern die gesamte Lehrerbildung imLand zukunftsfähig aufstellen. Denn perspektivisch wird ein gemeinsames Modell derHochschulen für die Lehrerbildung in Schleswig-Holstein entstehen. Und dies wäre nichtweniger als ein großer Fortschritt in der Lehrerbildung in unserem Land.