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Lars Harms zu TOP 31 - Verbesserung der Kooperation zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg
Presseinformation Kiel, den 28.09.2012Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 31 Verbesserung der Kooperation zwischen Schleswig- Holstein und Hamburg Drs. 18/178Die Skepsis des SSW gegenüber der Idee einer Länderfusion von Schleswig-Holstein undHamburg ist hinlänglich bekannt. Doch klar dürfte auch sein, dass wir eine vertiefteZusammenarbeit zwischen beiden Ländern begrüßen. Denn ganz ohne Zweifel liegt in dieserKooperation, neben jener mit den anderen norddeutschen Ländern und vor allem Dänemark,eine wesentliche strategische Perspektive für die Entwicklung unseres Landes. Ich will indiesem Zusammenhang nur kurz an eine wichtige Tatsache erinnern: Schleswig-Holsteinarbeitet bereits auf den unterschiedlichsten Gebieten eng mit Hamburg und anderen Ländernzusammen. Dies gilt, um nur einige Themen zu nennen, für den allgemeinenVerwaltungsbereich, für Dienstleistungen oder bei IT- und E-Governmentfragen. Dieseunterschiedlichen Kooperationen und Arbeitsteilungen sind und bleiben sinnvoll. Hier sehenwir noch weiteres Potential, um die Zusammenarbeit auszuweiten. Aus diesen Gründenkönnen wir das in der Überschrift des CDU-Antrags formulierte Ziel, die Kooperation mitHamburg zu verbessern, durchaus teilen. 2Was aber den Weg zu diesem Ziel betrifft sind wir völlig anderer Auffassung. Aus unserer Sichtmüssen wir keine Rahmenbedingungen für künftige Kooperationen in schwerfälligenGrundlagenstaatsverträgen festschreiben. Um die Zusammenarbeit zu intensivieren, ist es ausunserer Sicht völlig ausreichend und wesentlich ergebnisorientierter, wenn wir gemeinsameine Kooperationsstrategie zu konkreten Themen entwickeln und in ihr transparente und vorallem erreichbare Ziele vorgeben.Themenfelder für eine solche Strategie gibt es reichlich. So hat zum Beispiel der umfangreicheAbschlussbericht der Enquetekommission kaum an Aktualität eingebüßt. Hier finden sich eineganze Reihe von Ansatzpunkten für eine sinnvolle Verbreiterung und Vertiefung derZusammenarbeit. Als Beispiele lassen sich die Verkehrspolitik, die Gesundheitswirtschaft oderumwelt- und energiepolitische Fragen nennen. Diesen konkreten Themen müssen wir unszuwenden und klären, ob und wie wir hier zu einer verbesserten Zusammenarbeit kommen.Dass sich dann auch die betroffenen Ausschüsse beider Länder zusammensetzen, ist ja schonheute gängige Praxis. Dagegen hat niemand etwas einzuwenden und ein solcher Ansatz kannuns wirklich weiterbringen. Durch Grundlagenstaatsverträge ist dagegen rein gar nichtsgewonnen.Für uns muss eine vertiefte Zusammenarbeit, in welchem Feld auch immer, die Verbesserungder Lebensqualität zum Ziel haben. Sie muss sich also in erster Linie am Nutzen für dieMenschen im Land orientieren. Das ist für uns die Richtschnur, an der künftige Kooperationenauszurichten sind. Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Aus Sicht des SSW ist es immersinnvoll, danach zu fragen, wo im Interesse der Bürgerinnen und Bürger sowie derUnternehmen im Land noch besser zusammengearbeitet werden muss. Und auch wir sehendie Möglichkeit, durch eine engere Zusammenarbeit zu einem finanzpolitischen,wirtschaftspolitischen oder verwaltungstechnischen Mehrwert zu kommen. Doch wir sagendabei ganz deutlich, dass allein die Frage nach möglichen Einsparpotentialen zu kurz greift undan den konkreten Problemen der Menschen vorbeigeht. Anders als unsere Vorgänger sehen wir 3beim Thema norddeutsche Kooperation aber die zwingende Notwendigkeit, im Interesse derSchleswig-Holsteiner zu handeln. Aufwändige Verhandlungen über den Rahmen der künftigenZusammenarbeit können wir uns daher getrost sparen. Dies mag vielleicht eine interessanteAufgabe für Berufspolitiker und Juristen sein – aber mit den Bedürfnissen der Menschen imLand hat dieser Ansatz rein gar nichts zu tun.Wir brauchen mehr gelebte Kooperation und keine weiteren vertraglichen Regelungen. Wirwollen die pragmatische Zusammenarbeit entlang einzelner Themen und keinen Formalismus.Es liegt in der Natur der Sache, dass hier immer wieder Kompromisse gefordert sind.Voraussetzung ist und bleibt aber, dass man die Interessen des Landes nicht aus dem Blickverliert und sich in den Verhandlungsergebnissen wiederfinden kann. Nicht zuletzt der Fall derHusumer Windmesse macht deutlich, dass man hin und wieder gut beraten ist, eigene Wegezu gehen. Eine Zusammenarbeit um jeden Preis ist aus unserer Sicht der absolut falsche Weg.Im Gegensatz zur Vorgängerregierung halten wir es für unsinnig, sich bei den Hamburgernanzubiedern und die Zusammenarbeit damit letztlich zum Selbstzweck werden zu lassen. Einsolches Verhalten verhindert nicht nur eine Kooperation auf Augenhöhe, sondernvernachlässigt auch die konkreten Interessen der Schleswig-Holsteiner. Und für die Wahrungdieser Interessen sind wir schließlich in allererster Linie gewählt worden.