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12.12.12 , 16:25 Uhr
SSW

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 17 - Elternwille in der Schulpolitik beachten

Presseinformation
Kiel, den 12.12.2012 Es gilt das gesprochene Wort



Jette Waldinger-Thiering

TOP 17 Elternwille in der Schulpolitik beachten Drs. 18/349
Eins muss ich ehrlich zugeben: Der vorliegende Antrag verwundert mich doch sehr. Die FDP
mahnt uns also, denn Elternwillen in der Schulpolitik ernst zu nehmen. Die Wahlfreiheit an
Gymnasien mit Blick auf G8 und G9 und die Art der Differenzierung an Regional- und
Gemeinschaftsschulen sollen von uns beachtet werden. Garniert ist der Antrag dann noch mit
dem fast drohenden Hinweis, dass nur dieser Weg den bestehenden Schulfrieden erhalten
kann. Dabei fällt doch jedem sofort ins Auge, dass nicht etwa grundsätzlich, sondern nur dort
der Willen der Eltern beachtet werden soll, wo es der FDP in den Kram passt. Da machen es sich
die Kollegen aus Sicht des SSW dann doch ein wenig zu einfach. Noch dazu kann der Zustand,
in dem wir die Schullandschaft nach der Wahl vorgefunden haben, ganz sicher nicht als
friedlich bezeichnet werden.


Sollte es der FDP mangels ernsthafter Teilnahme entgangen sein, dann möchte ich hier gerne
daran erinnern: SSW, Grüne und SPD sind als Basis für ihre Schulpolitik in einen umfassenden
Dialog mit den Betroffenen getreten. Mit der Bildungskonferenz und den
Folgeveranstaltungen wurden und werden nicht zuletzt die Elternvertreter hier im Land ganz 2
konkret in die Weiterentwicklung unserer Schullandschaft einbezogen. Anders als bei der
Vorgängerregierung werden Eltern von Rot-Grün-Blau wirklich ernst genommen. Wir wollen
ausdrücklich, dass sie mitreden und sich im Interesse ihrer Kinder aktiv einbringen. Genau
dieser Prozess ist bereits im vollen Gange. So sieht aus Sicht des SSW eine ernsthafte und vor
allem umfassende Beachtung des Elternwillens aus!


Ob wir nun an Differenzierungsstunden oder an den allgemeinen Wunsch nach längerem
gemeinsamem Lernen denken. Ich frage mich ernsthaft, welche Rolle der Elternwille bei diesen
wichtigen Punkten gespielt hat? Ich habe hier keine besondere Beachtung der Wünsche der
Eltern erkennen können. Ja mit der Halbierung der Differenzierungsstunden an
Gemeinschaftsschulen und der Streichung von 300 Lehrerstellen wurde der Elternwille sogar
klar ignoriert. Vor diesem Hintergrund mutet der Antrag der FDP schon recht komisch an. Ich
kann für diese Koalition nur sagen, dass wir keine mahnenden Worte brauchen, um den Willen
der Eltern ernst zu nehmen und bei unseren Entscheidungen zu berücksichtigen.


Auch wenn es um echte Wahlfreiheit für Eltern und ihre Kinder geht, scheint sich die FDP an
wesentliche Tatsachen nicht erinnern zu können: Doch wir wollen nicht vergessen, dass sie es
war, die die Einrichtung weiterer Oberstufen an Gemeinschaftsschulen verhindert hat. Damit
wurde doch keine Wahlfreiheit geschaffen, sondern den Eltern wurde eine Wahlmöglichkeit
genommen. In diesem Punkt muss ich also festhalten, dass wir diese Freiheit erst wieder
herstellen mussten. Auch mit Blick auf G8 und G9 kann keine Rede davon sein, dass diese
Koalition Wahlmöglichkeiten beschneidet. Wir haben immer gesagt und stehen dazu, dass es
auch in Zukunft Gymnasien geben soll, die in acht Jahren zum Abitur führen und solche, in
denen Kinder dafür neun Jahre Zeit haben. Alle G9-Gymnasien im Land sollen weiter bestehen.
Doch man sollte auch so langsam zur Kenntnis nehmen, dass hier kein nennenswerter weiterer
Bedarf besteht. 3
Ich habe den Bildungsdialog angesprochen. Was auch hier aus meiner Sicht besonders deutlich
wird, ist der übergeordnete Wunsch der Eltern nach einer bestmöglichen Bildung und
Förderung ihrer Kinder. Dies ist natürlich für alle Schularten und alle Fächer erkennbar. Wir
haben den Anspruch, diesem Wunsch der Eltern so gut wie irgendwie möglich nachzukommen.
Wir wollen ihre Kritik und Anregungen grundsätzlich ernst nehmen. Und im Gegensatz zu
unseren Vorgängern gilt das ausdrücklich für alle Bereiche unseres Schulsystems. Wir
verbinden damit auch den Anspruch, in Zukunft mehr Kinder zu höheren Bildungsabschlüssen
zu führen. Und wir wissen, dass dies nur im engen Austausch mit den Betroffenen gelingen
kann.

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