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12.12.12 , 17:20 Uhr
SSW

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 25 + 39 - Bericht zur Zukunft der Lehrerausbildung und Antrag zum Erhalt der schulartbezogenen Lehrerausbildung

Presseinformation
Kiel, den 12.12.2012 Es gilt das gesprochene Wort



Jette Waldinger-Thiering

TOP 25 + 39 Bericht zur Zukunft der Lehrerausbildung und Antrag zum Erhalt der schulartbezogenen Lehrerausbildung Drs. 18/371 und 18/388


Hätten unsere Vorgänger sauber gearbeitet, dann hätten sie mit der Novelle des Schulgesetzes
im Jahr 2007 auch eine Reform der Lehrerausbildung angepackt. Hierauf und auf die Tatsache,
dass wir es für sehr bedauerlich halten, dass schwarz-gelb zwischenzeitlich sogar mit der
Rückkehr zum Staatsexamen geliebäugelt hat, habe ich schon in der letzten Debatte zum
Thema hingewiesen. Fakt ist, dass CDU und FDP die Modernisierung der Lehrerbildung allzu
lange vor sich hergeschoben haben. Doch es nützt natürlich nichts, verpassten Chancen
nachzutrauern. Wir wollen diese wichtigen Themen - wie eben auch die Ausbildung unserer
Lehrkräfte - angehen. Denn im Gegensatz zu unseren Vorgängern sehen wir die zwingende
Notwendigkeit, veränderten Schulstrukturen auch entsprechende Veränderungen bei der
Lehrerbildung folgen zu lassen. Dieser Verantwortung wollen wir gerecht werden. Und vor
allem wollen wir auch hier gemeinsam mit den Betroffenen zu einer dauerhaft tragfähigen
Lösung kommen. 2
Angesichts der großen Unruhe, die dieses Thema mit sich gebracht hat, will ich eins besonders
betonen: Es ist unser ausdrückliches Ziel und wir sind absolut davon überzeugt, dass die
Reform der Lehramtsstudiengänge zur Zukunftsfähigkeit sowohl von Kiel als auch von
Flensburg beitragen wird. Keiner der beiden Uni-Standorte soll und wird am Ende als Verlierer
dastehen.


Wir haben es von der Ministerin gehört: An der Uni Kiel wird die geplante Neuausrichtung dazu
führen, dass eine zeitgemäße Lehramtsausbildung für den gesamten Sekundarschulbereich
entsteht. Wer in Kiel studiert, wird damit am Gymnasium wie an der Gemeinschaftsschule
unterrichten können. Und an der Uni Flensburg - wo entgegen mancher Behauptung nicht in
das Akkreditierungsverfahren eingegriffen wird - wird mit der Einrichtung eines
eigenständigen 2-jährigen Masterstudiengangs unter anderem eine moderne
Lehramtsausbildung für den Primarbereich ins Leben gerufen. Es geht uns also ganz gewiss
nicht darum, den einen Standort gegen den anderen auszuspielen. Es geht uns einzig und
allein darum, sicherzustellen, dass unsere Lehrkräfte in Zukunft so ausgebildet werden, wie es
ihre spätere Arbeit an den Schulen verlangt.


Ich will diese Debatte über die Zukunft der Lehrerausbildung gerne nutzen, um ein weiteres
wichtiges Thema anzusprechen: Der SSW sieht durch die Schwerpunktsetzung an der Uni
Flensburg in Richtung Grundschullehrerausbildung sowie in Richtung sprachliche und
geisteswissenschaftliche Fächer auch große Chancen für eine regionale Profilierung des
Universitätsstandortes. Nach unserer Auffassung sollten wir die Neustrukturierung im Bereich
Lehrerausbildung also auch dafür nutzen, um eine Friesischprofessur, die den Bereich
Minderheitenpädagogik abdeckt, einzurichten. SPD, Grüne und SSW haben sich im Rahmen der
Koalitionsverhandlungen nicht zuletzt aus minderheitenpolitischen Erwägungen heraus
darauf geeinigt, die Lehrerausbildung für das Fach Friesisch zu stärken. Weil wir auf diesem
innovativen Weg auch eine besondere Profilierung der Hochschule erreichen, sollten wir hier
schnell in die Gänge kommen. 3
Ich will es zum Schluss noch einmal deutlich sagen: Mit der Reform der Lehrerbildung handeln
wir genau dort, wo sich CDU und FDP zu keiner tragfähigen Entscheidung durchringen
konnten. Und mit unserem Ansatz werden wir die klare und richtige Antwort auf stark
veränderte Schulstrukturen geben. Dann ist endlich Schluss mit dem absurden Zustand, dass
Lehrkräfte für Schularten ausgebildet werden, die schon gar nicht mehr existieren. Wir werden
dabei natürlich weiter auf den Dialog mit den betroffenen Hochschulen setzen. Und wir sind
guter Dinge, dass wir auch diese Aufgabe meistern und unser Bildungssystem damit weiter
modernisieren werden.

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