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Lars Harms TOP 21 - Schleswig-Holstein - Land der Horizonte, der Weltoffenheit und des Respekts
Presseinformation Kiel, den 24. Januar 2013Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 21 Schleswig-Holstein – Land der Horizonte, der Weltoffenheit und des Respekts Drs. 18/439Bei einem solchen Antrag wie dem vorgelegten, besteht immer die Gefahr, die positivenEntwicklungen in unserem Land unter- und die negativen über zu bewerten. Dabei möchte ichRechtsradikalen keinesfalls mehr öffentliche Aufmerksamkeit schenken, als ihnen zukommt. Ichmöchte darum nicht nur über die Bekämpfung rechtsextremer Umtriebe in unserem Landsprechen, sondern auch darüber, wie wir gemeinsam unsere Demokratie weiter entwickelnkönnen.Zunächst zur Bekämpfung des Rechtsextremismus. Eigentlich ist das ganz einfach. Fürrechtsextreme Parolen und rechtsextreme Zeichen gilt: null Toleranz. Darum kratze ich ab und anrechte Aufkleber am Bahnhof ab. Die Nazis denken nämlich, dass sie die Demokraten mit derscheinbar allgegenwärtigen Präsens ihrer Hassparolen weich kochen. RechtsextremistischeParolen haben bei uns keinen Platz. Sprüche wie „Ausländer raus“, gesprüht an eine Hauswand,sind nicht nur ein ästhetische Problem, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ein Schandfleck.Der muss weg, bevor er sich einbrennt. 2An unseren Schulen gibt es gutes und nachhaltiges Engagement gegen Rechtsextremismus. Ichwürde mir wünschen, dass wirklich jeder, der aus der rechtsextremen Szene aussteigen möchte,angemessene Unterstützung und Hilfe erhält; dass in unseren Schulen rechtsextreme Parolenenttarnt werden und rechtsextreme Symbole nicht geduldet werden. Das ist manchmal gar nichtso einfach, maskieren sich doch immer mehr so genannte nationale Kämpfer, indem sie sich aufdem ersten Blick unverfänglicher Symbolik bedienen. Vor allem in den Netzwerken, allen voranFacebook, bewegen sich die rechtsextremen Agitatoren und werben gezielt mit ihrer Ideologie;beispielsweise mit dem Slogan „Umweltschutz ist Heimatschutz“. Angesichts dieserEntwicklung ist die entsprechende Weiterbildung der Pädagogen besonders wichtig. Notwendigist allerdings auch die Verfügbarkeit professioneller Ansprechpartner, die bei Zweifelsfällen oderKonflikten zu Rate gezogen werden. Die Landesregierung unterstützt ein entsprechendes Netz.Profis sind nötig, um das zivilgesellschaftliche Engagement zu unterstützen. EntsprechendeStrukturen müssen auf Dauer angelegt sein! Dafür wollen wir Sorge tragen.Der zweite Teil des Programms dreht sich um die Förderung von Demokratie. Sie ist dasgeeignete Mittel gegen Nazis und die Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts.Demokratie leben! Dabei darf das keine Eintagsfliege sein. Viele Projekte zur Jugendbeteiligungbeispielsweise wurden mit viel Enthusiasmus gestartet und dann zu den Akten gelegt. VieleInternetseiten dokumentieren das, deren letzter Eintrag aus den Jahren 2007 oder 2008 stammt.Das ist allerdings gerade das falsche Signal. Demokratie ist kein Heilmittel, das bei Bedarf ausdem Notfallkoffer gekramt wird. Demokratie ist die Grundlage unseres Zusammenlebens; alsoständig im Einsatz.Dazu gehören offene Verfahren, die auch Außenstehenden das Entstehen der Entscheidungennachvollziehen lassen, und dazu gehört die Beteiligung der Betroffenen. Zugegeben, mit beiden,transparenten Verfahren und breiter Beteiligung, steht es nicht immer zum Besten. Immer nochhaben beispielsweise viele Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner kein Wahlrecht,weil sie keine deutsche Staatsbürgerschaft haben. Sie bleiben außen vor. 3Ein anderes Problem. Viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner wollen über Schulstandorteoder Verkehrsprojekte mitentscheiden, sehen sich aber in den Amtsausschüssen nicht vertreten,weil die dort entsandten Bürgermeister gar nicht die Meinungsvielfalt des Dorfes abbildenkönnen. Darum kämpfen wir um demokratische Strukturen in unseren Kommunen. Hier müssenwir etwas ändern – und tun das ja auch bereits, indem wir zum Beispiel das Mindestalter bei denKommunalwahlen senken. Wir nehmen die Interessen der jungen Menschen ernst und schielendabei eben nicht auf ihre Stimmen. Doch genau das macht Demokratie aus. DassEntscheidungsmöglichkeiten ohne Vorbehalt eingeräumt werden.Zur Demokratie gehören auch, dass man aufeinander zugeht und in Sachfragenzusammenarbeitet. Grundsätzliche Einigkeit darf nicht in Frage gestellt werden, nur weil dasGegenüber einer anderen Partei angehört. Diese Parteispielchen schrecken eher ab, sich andemokratischen Beteiligungsprozessen zu beteiligen. Die Regierungsfraktionen leben dieAlternative, indem wir unsere Verfahren transparent machen. Das bedeutet auch, dass wirgemeinsam mit der Opposition Anträge stellen oder uns oppositionellen Anträgen anschließen.Dabei stehen sachliche Fragen im Vordergrund. Die Abkehr von blinder Parteilogik dient derDemokratie.Viele Vereine und Initiativen in Schleswig-Holstein leben Demokratie vor. Sie zu loben, sollte unsnicht zum Automatismus verkommen. Wir sollten sie vielmehr aktiv unterstützen. Wir mutendem Ehrenamt viel zu. Darum sollten wir es entsprechend entlasten, zum Beispiel durchsteuerliche Entlastungen.Dennoch bleibt ein professionelles Netzwerk, quasi als Gerüst für ehrenamtliche Aktivitäten,unverzichtbar. Und genau das wollen wir auf den Weg bringen.